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Borussia Mönchengladbach
Der Stand der Dinge – so gut sind die Borussen

Borussia-Profis starten in die Pokalwoche
Borussia-Profis starten in die Pokalwoche FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Die Vorbereitung ist so gut wie vorbei. Dieter Hecking hat sein Puzzle, an dem er seit mehr als fünf Wochen arbeitet, fast vollendet. So haben sich die 26 Kandidaten für 18 Kaderplätze in Stellung gebracht. Von Karsten Kellermann und Jannik Sorgatz

TOR

Yann Sommer Die Rückrunde gehörte zu seinen besten Halbserien in Gladbach, in Leicester knüpfte er mit starken Reflexen daran an. Sommer kann im Stammtorwart-Ranking der Vereinshistorie auf Rang drei vorrücken.

Tobias Sippel Die Liste der Bundesligavereine, bei denen er ein ernsthafter Kandidat für die Nummer eins wäre, ist lang. Doch der 29-Jährige arrangiert sich mit seiner Nebenrolle in Gladbach - und nimmt dem Trainerteam jegliche Furcht vor einer Sommer-Verletzung.

Moritz Nicolas Hecking hat den Stammkeeper der U 23 so ausgiebig gelobt, dass er sich womöglich selbst die Augen gerieben hat. Sein Dilemma könnte es werden, dass Sommer noch gar nicht so alt ist.

ABWEHR

Matthias Ginter Er ist gekommen, um Boss zu sein, für 17 Millionen Euro. Der Nationalspieler hat angedeutet, dass er dem Anspruch gerecht werden kann. Ginter ist in der defensiven Zentrale gesetzt und soll ein Stabilisator sein.

Jannik Vestergaard Der lange Däne ist quasi "Co-Abwehrchef", wie Ginter ist er fix im Team. Er muss sich richtig ausentwickeln als Anführer. Bei Standards ist er ein wichtiger Faktor, offensiv wie defensiv.

Nico Elvedi Er ist mit 20 Stammkraft, muss aber insgesamt abgezockter werden. Der Schweizer ist vor allem für hinten rechts eingeplant. Er ist im Vergleich zu Tony Jantschke die offensivere Variante.

Tony Jantschke Der Routinier dürfte sich mit Elvedi ein Duell hinten rechts liefern, ist aber auch innen und auf der Sechs einsetzbar. Wenn Stabilität und Zuverlässigkeit gefragt sind, ist er da.

Reece Oxford Der Engländer kann von seiner Flexibilität profitieren. Er ist jung und selbstbewusst, muss sich aber in der Bundesliga erst beweisen.

Mamadou Doucouré Nach dem Seuchenjahr will er endlich durchstarten. Er gilt als großes Talent - das darf ihn nicht belasten. Er braucht weiter Geduld, auch, wenn es schwerfällt. So will er vom Pechvogel zur echten Alternative werden.

Timotheé Kolodziejcak Bleibt "Kolo", wird er es nach der Verletzung schwer haben, wäre aber eine Alternative für eine Dreierkette. Geht er noch, wäre er endgültig als "Flop" einzuordnen.

Oscar Wendt Der "alte" Schwede ist auf links die Nummer eins, wenn er die richtige Balance findet. Wenn er das nicht schafft, wäre zum Beispiel Fabian Johnson eine Option.

MITTELFELD

Christoph Kramer Aus der Frage "Wer spielt auf der Doppelsechs?" ist die Frage geworden: "Wer spielt neben Kramer?". Ist er gesund, führt kein Weg an ihm vorbei, das hat diese Vorbereitung gezeigt.

Denis Zakaria Den Druck der hohen Ablöse in jungen Jahren lächelt er einfach weg, das Mittelfeld durchschreitet er mit eleganter Wucht. Gepaart mit Demut vor der Aufgabe sieht das vielversprechend aus.

Laszlo Bénes Der 19-Jährige kann defensiv ein Terrier sein und nach vorne ein Fuchs. So ist er ein interessanter Kontrast zum langbeinigen Zakaria. Mental wirkt er ohnehin bereit, nur schadet eine ordnende Hand an seiner Seite nicht.

Mickael Cuisance Er war der Hype der ersten zwei Vorbereitungswochen, kurz vor seinem 18. Geburtstag ist er ein ernsthafter Kandidat für einen Kaderplatz. Allein das ist schon ein Erfolg für ihn.

Tobias Strobl Er war ein Gewinner der zweiten Reihe, nun ist er durch seinen Kreuzbandriss zum größten Pechvogel geworden.

Jonas Hofmann Das eklatante Problem mit der Chancenverwertung hat sich nicht in Luft aufgelöst. Wie Hofmanns Standing wohl wäre, wenn er vor dem Tor nur halbwegs effektiv wäre? So ist er ein Kandidat für gleich vier Positionen, hat aber nirgendwo die Nase vorn.

Fabian Johnson An der unauffälligen, neuen Frisur dürfte es nicht gelegen haben, dass er in der Vorbereitung unter dem Radar geflogen ist. Hinten links kann sich Wendt seiner Sache sicher sein, auf den Flügeln bot sich Johnson nur dezent an.

Patrick Herrmann Der 26-Jährige betont, wie wichtig es für ihn war, in der Vorbereitung gesund geblieben zu sein. Der "alte" Herrmann blitzte ab und an auf, ist aber längst noch nicht wieder da. Gerade am Abschluss haperte es noch (bis auf sein Freistoßtor gegen Leeds).

Ibrahima Traoré Die Dribbling-Qualitäten sind sein Alleinstellungsmerkmal, derzeit scheint Traoré rechts die Nase vorn zu haben. Auch er muss, wie Herrmann, mal Monate am Stück fit bleiben. Zudem untermauerte die Vorbereitung seinen menschlichen Wert fürs Team.

Vincenzo Grifo Ein Klasse-Freistoß, ein Ecken-Assist - gleich beim Debüt beeindruckte Grifo mit seinen Standards. Seit alle Nationalspieler dabei sind, hat er seine Qualitäten in den Tests nur selten aufblitzen lassen. Sein Stil und Borussias haben sich noch nicht gefunden.

ANGRIFF

Lars Stindl Der Kapitän hat in der Rückserie und durch den Confed Cup nochmal an Profil gewonnen. Er hat in Russland gelernt, wie Big Points gehen. Stindl ist der Garant für die hohe Qualität des Offensivspiels. Der Druck, den er hat: Er muss als Torjäger vorangehen.

Raffael Der "Maestro" will wieder der Alte sein. Er hat im Urlaub geschuftet und früher mit dem Training begonnen. In der Vorbereitung hat er einen Elfmeter verwandelt, aber noch nicht geglänzt. Aber das ist normal. Raffael wird bereit sein, wenn es richtig losgeht.

Thorgan Hazard Raffaels Kronprinz muss ein sportlicher Anführer werden. Spielen Stindl und Raffael, wird er das wohl vom Flügel aus versuchen. Die beiden Tore der Vorbereitung sollten sein Leitfaden sein: Mit dieser Entschlossenheit wird er den nächsten Schritt machen.

Josip Drmic Der Schweizer hat nun die Nummer 18 statt der 9. Er hofft, dass ihm das Glück bringt. Bis jetzt zieht der Kniff aber nicht: Er wollte während der Vorbereitung zurück sein. Er ist es nicht, und es ist nicht absehbar, wann es so weit sein wird. So fällt der einzige Strafraumstürmer weg.

Julio Villalba Youtube-Filme zeigen, was der Paraguayer kann, live hat er das als Borusse noch nicht gezeigt. Er geht als Lehrling in die Saison, will sich als Torjäger-Alternative aufstellen. Villalba dürfte zwischen Bank und Tribüne pendeln.

Quelle: RP
 
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