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Borussia Mönchengladbach
Derby-Boykott: Demozug mit 2000 Fans

Borussia Mönchengladbach: Derby-Boykott: Demozug mit 2000 Fans
Die Krawalle Kölner Fans beim Derby in Mönchengladbach am Karnevalssamstag hatte auch Folgen für Borussenfans. FOTO: Maja Hitij
Mönchengladbach. Im Gästeblock des Kölner Stadions könnte es am 19. September einsam werden. Aus Protest gegen die personalisierten Eintrittskarten bleiben viele Gladbach-Fans dem Derby fern. Sie ziehen stattdessen geschlossen zum Alten Markt. Von Karsten Kellermann und Gabi Peters

Wird es in Köln ein Derby ohne Borussen-Fans geben? Im Gästeblock im Nordbereich könnte es am 19. September auf jeden Fall ziemlich einsam werden. Denn 1800 Tickets aus dem auf 3500 statt 5000 Karten reduzierten Kontingent, das Borussia für das Spiel zur Verfügung gestellt wurde, wurden an den 1. FC Köln zurückgegeben. Zudem wollen viele Gladbach-Freunde ihre Tickets verfallen lassen. Damit protestieren sie gegen die personalisierten Eintrittskarten - eine Folge der Ausschreitungen beim Derby in Mönchengladbach am Karnevalssamstag. Dass Fohlen-Fans bestraft werden, weil vermummte Kölner Chaoten für Krawalle sorgten, ärgert die Gladbach-Anhänger. Deshalb riefen sie zum Derby-Boykott auf. "Wir hoffen, dass sich noch mehr Fans dem Appell anschließen", sagt Sebastian Nellis, einer der Initiatoren des Boykotts. Und: "Wir haben auf jeden Fall schon ein Zeichen gesetzt."

Viele Borussen-Fans werden sich das Auswärtsderby nun in der Heimatstadt ansehen - verbunden mit einer spektakulären Aktion: Vor dem Spiel soll es einen großen Demonstrationszug vom Fan-Haus zum Alten Markt geben. Angemeldet haben die Organisatoren 1000 bis 1500 Teilnehmer. Es könnten aber auch doppelt so viele werden, wenn sich Fans kurzfristig anschließen. Und davon ist auszugehen.

Die Borussenfans werden sich am 19. September um 11 Uhr im Gladbacher Fan-Haus treffen und sich später in der Altstadt auf die Sky-Gaststätten verteilen, die das Spiel live senden. Die Fans haben bei der Polizei offiziell eine Demonstration angemeldet.

Dass Kölner Fans nach Gladbach kommen könnten, um sich mit den dort versammelten Borussen zu messen, wird nicht befürchtet. "Ich glaube, dass es friedlich bleibt. Uns ist es wichtig, dass der Boykott nicht nur eine Sache der Ultra-Szene ist, sondern der gesamten aktiven Gladbacher-Fanszene", sagt Nellis. Der Gladbacher Supports-Club unterstützt den Aufruf. Und auch die Kölner Fanszene reagiert auf die für das Derby angeordnete Personalisierung der Tickets: "Es wird weder Zaunfahnen noch Doppelhalter oder Fahnen, geschweige denn eine Choreographie zu sehen geben. Darüber hinaus wird der organisierte Support bei diesem Spiel ausgesetzt", teilte der Verein "Südkurve Köln", ein Zusammenschluss von Fanklubs, gestern mit.

Die Borussen-Fans wollen im Vorfeld des Spiels dem Gladbacher Team die Gründe für den Boykott erklären. Das Team von Lucien Favre soll dann nach der Rückkehr aus Köln am Borussia-Park von den Fans empfangen werden. "Uns tut es selbst weh, dem Derby fern zu bleiben. Aber wir halten den Boykott für den richtigen Weg. Es geht um den Erhalt der Fan-Kultur in Deutschland", sagte Nellis.

Ursprünglich angedacht war auch ein Public Viewing im Borussia-Park. Das scheiterte aber aus rechtlichen Gründen.

Quelle: RP
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