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Borussia Mönchengladbach
Die Dreierkette bereitet Vestergaard noch Probleme

Porträt: Jannik Vestergaard: Däne mit niederrheinischen Wurzeln
Porträt: Jannik Vestergaard: Däne mit niederrheinischen Wurzeln FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Jannik Verstergaard hatte in Bremen intensive Erlebnisse. Er war als Chef der Abwehr der vergangenen Saison und also solcher dafür mitverantwortlich, dass Werder den Abstiegskampf mit einem glücklichen Ende abschloss. Von Karsten Kellermann

"Die Saison hat mich emotional ganz schön mitgenommen", gestand Vestergaard nun im "Fohlenecho" zum Spiel gegen seinen Ex-Verein (Samstag, 18.30 Uhr/Live-Ticker). Er hat noch viel Kontakt zu früheren Werder-Kollegen, eine Last-Minute-Rettung wie die gegen Frankfurt in der vergangenen Spielzeit schweißt zusammen.  Nach der Saison entschied er sich, Borusse zu werden, um eine neue Herausforderung zu suchen, eine, die weiter oben in der Tabelle stattfindet.

"In erster Linie bin ich hierhergekommen, weil ich denke, dass ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen musste, um mich weiterzuentwickeln. Hinzu kommen internationale Spiele", sagte Vestergaard kürzlich im Gespräch mit unserer Redaktion. In den Play-offs gegen Bern hat er dann auch seine ersten Erfahrungen auf der Europa-Bühne eingesammelt, zuletzt beim 0:4 in Manchester spielte er indes nicht. Überhaupt hatten Experten ihn öfter in der Stammformation erwartet. 

Doch bislang ist der Elf-Millionen-Euro-Einkauf mehr Edeljoker als Stammkraft. Dafür  ist ausgerechnet sein Kumpel und Nebenmann im dänischen Nationalteam mitverantwortlich.  "Jannik fühlt sich am wohlsten im Zentrum, kann in der Dreierkette aber auch Außen spielen. Allerdings ist das etwas, was er bisher noch nicht so oft gemacht hat. In der Dreierkette gibt nur eine zentrale Position gibt, diese hat bisher Andreas Christensen besetzt. Das kann sich sicherlich auch mal ändern. Es ist auch nicht gesagt, dass wir nicht mal mit Viererkette spielen können. Jannik hatte ja auch immer wieder Einsätze. Er arbeitet sehr gut an sich, ist ein sehr positiver Charakter, völlig problemlos im Umgang untereinander. Er weiß, dass es gewisse Dinge gibt, Laufwege, Abstimmungsgeschichten, an denen er arbeiten muss", sagte Trainer André Schubert am Freitag.

In Bremen und vorher in Hoffenheim hat Vestergaard vor allem in einer Viererkette gearbeitet. Entsprechende Laufwege und Mechanismen kennt er auswendig, die letzten Geheimnisse der Dreierkette muss er noch für sich erschließen. "Der größte Unterschied ist, dass wir hier Spiele mehr über den Ballbesitz dominieren wollen. Da muss man als Abwehrspieler viel teilnehmen. Das ist eine Umstellung", sagte Vestergaard unserer Redaktion. "Aber ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin", wird Vestergaard nun im "Fohlenecho" zitiert.

Vestergaard bleibt offenbar gelassen ob seiner aktuellen Situation. "Das ist hier schon etwas anderes als in Bremen", weiß er. Ob er den mit 1,99 Metern längsten Borussen aller Zeiten am Samstag einsetzen wird, ließ Schubert am Freitag offen. Denkbar ist es. Allerdings brachte Verstergaard zuletzt beim 1:3 in Freiburg, wo er nach der Pause eingewechselt wurde, nicht die erhoffte Stabilität in die Defensive. Vor dem Tor zum 1:2 sprang er entscheidend unter dem Ball durch.

"Dazu gehört auch der andere Druck, den es hier in Gladbach gibt: Der Druck, öfter in der Favoritenrolle zu sein", nennt Vestergaard als einen wesentlichen Beweggrund, von Bremen nach Gladbach zu wechseln. Wie in Freiburg sind die Borussen auch gegen Bremen, das mit drei Pflichtspielniederlagen gestartet ist, Favorit. Im Breisgau sind die Borussen mit der Rolle nicht klargekommen. Gegen Bremen soll das anders werden.

Die Statistik spricht dafür, zuvor gab es acht Bundesliga-Heimsiege am Stück. In der vergangenen Saison gewann Borussia zudem 5:1. Zuvor hatte es im DFB-Pokal aber auch ein 3:4 gegeben. Dabei traf Vestergaard noch für die Bremer. Die optimale Wiedersehensgeschichte für ihn wäre die: Erstens spielt er von Beginn an und schafft  zweitens auch noch sein Debüt-Tor für Gladbach.

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