| 14.00 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Die Entspannten von Platz 18

Fotos: Borussia-Frust nach Null-Punkte-Start
Fotos: Borussia-Frust nach Null-Punkte-Start FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Der Fehlstart in die Bundesliga hat Borussia so Einiges nehmen können: sechs Punkte, die Selbstverständlichkeit im eigenen Tun und die unbefleckte Vorfreude auf die Champions-League-Auslosung. Von Stefan Klüttermann

Aber eines ist auch Tabellenplatz 18 mit null Punkten nach zwei Partien nicht gelungen: den Borussen die Gelassenheit und das Vertrauen in die eigene Arbeit zu nehmen. "Jetzt gilt es, vernünftig weiter zu machen und nicht hektisch zu werden", sagte so beispielsweise Sportdirektor Max Eberl nach dem 1:2 gegen Mainz 05.

Und während die ersten dieser Tage schon den Untergang des Gladbacher Abendlandes unweigerlich auf sich zukommen sehen, vertrauen sie bei Borussia darauf, dass Trainer Lucien Favre wieder mal die richtigen Schlüsse ziehen und Lösungen finden wird. So, wie schon früher. So, wie eigentlich immer. Die, die schon länger bei Borussia arbeiten, können sich ja auch nur allzu gut an Zeiten hektischer Personalentscheidungen und sprunghafter Meinungsvielfalt auf verantwortlicher Ebene erinnern, um darin nicht wirklich ein Heilmittel sehen zu können. Tony Jantschke ist so einer. "Es ist eine große Stärke in Gladbach geworden, dass wir auch in schwierigen Situationen Ruhe bewahren. Und das wird auch jetzt der Fall sein", sagte er nach dem Auslaufen am Montagmorgen.

Favre selbst ist dieser Tage irgendwie auch kein Muster an Griesgram oder Unzufriedenheit. Der Schweizer wirkt eher als jemand, der das registriert, was er in seinen Erwartungen einkalkuliert hat, nämlich, dass die Neujustierung des Teams um eigene Talente und Neuzugänge Zeit braucht und durchaus auf Kosten der Punkteausbeute gehen könnte. Genau das ist nun passiert. "Es gilt: Positiv denken, obwohl es nicht einfach ist, das ist klar", sagt er.

Übersicht: So ist Borussia seit 2008 gestartet FOTO: Dirk Päffgen

Favre, der Detailversessene wird gerade jetzt nicht darauf verzichten, die Fehler im Detail seiner Mannschaft aufzuzeigen, aber er sieht eben genauso, dass es nur das Korrigieren von Details ist, das sein Konstrukt Borussia zurück zu einer stabilen Defensive, zu einer gesunden Balance im Zentrum und zu Automatismen in der Vorwärtsbewegung führen kann. "Das ist natürlich kein Traumstart, aber wir müssen nach vorne gucken. Langsam wird es besser, es ist erst das zweite Spiel. Wir müssen Geduld haben und weiter arbeiten, dann kommt alles automatisch", sagt dann auch Raffael – selbst in den bisherigen zwei Spielen meilenweit von seinem möglichen Können entfernt.

Womöglich trifft Jantschke letztlich in der Meinung vieler Borussen den Nagel auf den Kopf, wenn er nun sagt: "So Phasen wird es immer geben. Wichtig ist halt nur, dass du sie relativ schnell stoppst. Dann werden wir den Rest auch wieder hinkriegen. Es ist natürlich ärgerlich, dass wir so eine Phase jetzt zu Beginn haben, denn ich betone ja immer wieder, wie wichtig es ist, in der Bundesliga einen guten Start zu haben" sagt er.

Hazard erzielt knappes Abseitstor FOTO: afp, agz

Sie bleiben also ruhig in Gladbach. Weil sie eine Überzeugung haben, wie es wieder besser wird. Und weil sie aus der eigenen Vergangenheit wissen, dass unruhig werden zu diesem Zeitpunkt auch keine Alternative ist.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Borussia Mönchengladbach: Die Entspannten von Platz 18


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.