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Borussia Mönchengladbach
Eine Defensive – sieben Fragezeichen

Das ist Martin Hinteregger
Das ist Martin Hinteregger FOTO: afp, HER
Mönchengladbach. Hinten bei Borussia tun sich derzeit die meisten Fragen auf. Es geht um Fragen nach der Zusammensetzung des Kaders, nach Perspektiven einzelner, nach Planbarkeit und veränderten Hierarchien. Von Stefan Klüttermann

"Wir haben eine tolle Entwicklung genommen und sind ein sexy Klub geworden", sagte Max Eberl gestern auf der Pressekonferenz vor dem Hannover-Spiel am Freitag (20.30 Uhr/Live-Ticker). Doch selbst der größte Sexappeal kann nicht verhindern, dass auch bei Borussia im Kader Konstellationen entstehen, die Fragen aufwerfen – nach der Zusammensetzung des Kaders, nach Perspektiven einzelner, nach Planbarkeit und veränderten Hierarchien. Momentan betreffen die meisten dieser Fragen das Personal in der Defensive. Wir stellen sieben:

1. Verpflichtet Borussia Martin Hinteregger fest? Die Frage muss Eberl bis Ende des Monats beantworten. Bislang konnte der österreichische Nationalspieler wenig Argumente für einen sieben Millionen Euro teuren Kauf liefern. Dafür präsentierte er einfach keinen Mehrwert gegenüber vorhandenen Abwehrspielern wie Tony Jantschke oder Marvin Schulz. Womöglich erhält Hinteregger am Freitag die letzte Chance auf Eigenwerbung, falls er wegen Granit Xhakas Gelbsperre in Hannover in die Startelf rückt.

2. Bekommt Roel Brouwers noch einmal einen neuen Vertrag? Realistisch beantwortet: Nein. Schon diese Saison pendelt der beliebte Niederländer (34) zwischen Kader und Tribüne, und nächste Saison wäre er – unabhängig von Hintereggers Verbleib – maximal Innenverteidiger Nummer sechs hinter Andreas Christensen, Alvaro Dominguez, Nico Elvedi, Jantschke und Neuzugang Tobias Strobl. Eine solche Kadertiefe auf einer einzelnen Position wird Borussia kaum einplanen.

3. Wie steht es um Alvaro Dominguez? Eberl sagte am Sonntag, der Spanier solle ab der Vorbereitung wieder voll dabei sein. Klar ist: Ein fitter Dominguez bildet mit Christensen die bestmögliche Innenverteidigung. Das hat die Hinrunde gezeigt. Aber wird er im Sommer schon wieder richtig fit sein? Hier sei aufgrund der langwierigen Rückenprobleme zumindest ein Fragezeichen erlaubt.

4. Profitiert Nico Schulz vom 3-4-3-System? Der Ex-Herthaner will ebenfalls im Sommer neu angreifen, und er wäre prädestiniert dafür, im 3-4-3 die linke Flügelposition als defensiv denkender Offensiver zu bekleiden. Gerade bei einer zu erwartenden Dreifachbelastung wäre er hier eine Alternative zu Dauerbrenner Oscar Wendt.

5. Was lässt Julian Korb hinten an stehen? Erst war er der Shooting-Star unter André Schubert, doch in den vergangenen Wochen war Korb stets nur noch Ersatz. Warum? Weil Schubert im 3-4-3 auf Elvedis Vorzüge in punkto körperlicher Präsenz und Kopfballstärke setzt und im Mittelfeld an Fabian Johnson kein Vorbeikommen ist. Die größten Einsatzchancen hätte er nach wie vor hinten rechts im 4-4-2.

6. Wo wird Tony Jantschke in Zukunft seine Einsätze bekommen? Womöglich wird Jantschke seine Vielseitigkeit nicht mehr zwangsläufig einen Startelfplatz garantieren, aber die Rolle als erster Backup überall im hinteren Bereich dürfte ihn bei einem Tanz auf drei Hochzeiten zumindest sicher sein.

7. Welche Perspektive hat Marvin Schulz? Wer gedacht hätte, Borussia würde den Kaderplatz von Havard Nordtveit für Marvin Schulz frei halten, sah sich durch Strobls Transfer eines Besseren belehrt. Die Aussicht auf Einsatzzeiten dürfte für den 21-Jährigen nicht gerade steigen. Selbst wenn er beteuert, sich bei Borussia durchsetzen zu wollen, stellt sich die Frage, wann der Punkt kommt, an dem eine Ausleihe mehr Sinn macht.

Quelle: RP
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