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Borussia Mönchengladbach
Hecking vor seinem zwölften Saisonstart gelassen

Welcher Trainer fliegt zuerst?
Welcher Trainer fliegt zuerst? FOTO: rtr, saw
Mönchengladbach. Überragend ist Dieter Heckings Bilanz am ersten Spieltag nicht, aber zuletzt startete er zweimal in Folge mit einem Sieg. Über den Start am Sonntag sagt er: "Man bekommt die erste Überprüfung." Von Jannik Sorgatz

Natürlich ist die Vorfreude groß, dass die Bundesliga a) wieder losgeht, b) mit einem Derby gegen den 1. FC Köln und c) auch noch vor 54.018 Zuschauern im Borussia-Park. Trotzdem sah sich Gladbachs Trainer Dieter Hecking gezwungen, etwas klarzustellen: "Die Saison ist danach nicht zu Ende." Je nach Ausgang des Spiels würden sich die Borussen das natürlich wünschen, wobei das letzte Heimderby, das 1:2 im November 2016, allein schon eine Warnung darstellt.

"Man bekommt die erste Überprüfung. Es ist immer dasselbe, aber dass es gleich ein Derby ist, macht es etwas prickelnder. Wir fühlen uns gut vorbereitet. Am Sonntag ab 18 Uhr müssen wir das unter Beweis stellen", sagte Hecking, der in seine zwölfte Bundesligasaison startet. Die ersten vier Starts gingen in die Hose, dann holte er mit dem 1. FC Nürnberg 2010 in Gladbach wenigstens mal einen Punkt. Vier Siege, ein Unentschieden, sechs Niederlagen – das ist seine Bilanz am ersten Spieltag. 2013 verlor Hecking mit dem VfL Wolfsburg bei Hannover 96 im Niedersachsenderby. Aber wenn ein Trainer 350 Bundesligaspiele auf der Bank verbracht hat, gilt wohl die Devise: der hat schon alles erlebt.

Somit neigt Dieter Hecking auch in Personalfragen zum Pragmatismus. "Alles, was nicht laufen kann am Sonntag, steht drauf", sagte er auf der Pressekonferenz und zeigte auf den Zettel mit den Ausfällen. Tony Jantschke, Timothée Kolodziejczak, Tobias Strobl, Mamadou Doucouré und Josip Drmic werden auf keinen Fall dabei sein. Bei Reece Oxford sieht es gut aus. Fabian Johnson fehlte zwar bei der vorletzten Einheit, aber noch ist ein Einsatz nicht ausgeschlossen.

Borussias Pressekonferenz am 18. August 2017

Auch den Fall Raúl Bobadilla kommentierte Hecking pragmatisch. Da er die volle Vorbereitung beim FC Augsburg mitgemacht habe und körperlich fit sei, könne er morgen natürlich spielen. Doch es ist davon auszugehen, dass der Trainer seine Sieger-Elf aus dem DFB-Pokal nicht verändert.

Enttäuschen muss Hecking auf jeden Fall ein paar Spieler. "Ich wäre dafür, die Kadergröße wie bei einer WM zu erhöhen. Alle meine Jungs hätten es verdient, im Derby dabei zu sein. So muss ich aber zwei, drei sagen, dass sie es nicht sein werden", sagte er. Ob es Härtefälle geben wird, entscheiden auch die Personalien Johnson und Bobadilla.

Den Gegner am Sonntag erwartet er im gewohnten Stil: defensiv kompakt, gut eingestellt von Trainer Peter Stöger. "Wir müssen sehen, dass wir das System Stöger ins Laufen bringen", formulierte er als Plan. Aber Recht hat er natürlich: Mehr "Entscheidend is auf'm Platz" als am ersten Spieltag gibt es nicht.

 
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