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Borussia Mönchengladbach
Ein Rückfall in alte Zeiten mit neuen Elementen

Einzelkritik: Kein Borusse besser als Note 3
Einzelkritik: Kein Borusse besser als Note 3 FOTO: afp, CS
Ingolstadt. Borussias Trainer André Schubert hat sich nach der Niederlage beim FC Ingolstadt enttäuschter gezeigt als Sportdirektor Max Eberl. Der fand es trotzdem "zum Kotzen", dass Gladbach nicht wenigstens einen Punkt mit nach Hause nahm. Von Jannik Sorgatz

Das 2:2 beim FC Augsburg passt nicht in die Reihe. Seit dem 19. Spieltag gewinnt die Borussia konsequent ihre Heimspiele und verliert auswärts immer – bis auf diesen Auftritt beim FCA. So sieht die Ergebniskurve mittlerweile aus wie das Profil einer Königsetappe der Tour de France, nach der Experten vermutlich resümieren würden: Das war ein bisschen zu viel Auf und Ab.

Sechste Rückrunden-Niederlage beim FC Ingolstadt

Beim FC Ingolstadt kassierte die Borussia ihre sechste Rückrunden-Niederlage, ebenso viele wie in der gesamten Hinrunde trotz des Horrorstarts. Zudem wartet sie auswärts seit acht Spielen auf einen Sieg. Den 31. Oktober 2015 können Gladbach-Fans  – und sicherlich auch viele Spieler und Verantwortliche – inzwischen im Schlaf als den Tag benennen, als es in der Fremde bei Hertha BSC den bislang letzten Erfolg gab. "Wir haben kein brillantes Spiel gemacht, aber alles in die Waagschale geworfen, was heute gefragt war. Es nervt, dass wir mit leeren Händen nach Hause gehen", sagte Sportdirektor Max Eberl.

"Fünf sehr gute Spiele" hatte Trainer André Schubert zuletzt gesehen, die in der Tabelle allerdings nur neun Punkte brachten. Das Missverhältnis zwischen Leistung und Ertrag wollte die Borussia in Ingolstadt verbessern. Stattdessen musste sie einen Rückschlag im Kampf um die Champions League hinnehmen, gegen einen mal wieder unerbittlichen Aufsteiger, der nun so gut wie gerettet ist.

"Wir wussten, dass wenig Fußball angesagt sein würde"

"Es war das erwartete Spiel. Ingolstadt hat sich diese 39 Punkte so erkämpft und erarbeitet. Das meine ich mit allem Respekt", sagte Eberl. "Wir halten überragend dagegen. Wir wussten, was heute kommt, und wir wussten, dass wenig Fußball angesagt sein würde. Die Mannschaft hat Moral gezeigt, es ist nur schade, dass du nicht mal belohnt wirst für deine Leistungen auswärts."

Noch weniger als "wenig Fußball" hatte André Hahn gesehen. "Man kann hier einfach keinen Fußball spielen", meinte der Angreifer bei "Sky". Er hatte erneut das Vertrauen erhalten und in der achten und 93. Minute Borussias beste Chancen vergeben. So wurde es nicht einmal ein Unentschieden, weil Moritz Hartmann kurz vor Schluss der vielumjubelte Siegtreffer für Ingolstadt gelang. "In der 82. Minute hatte ich das Gefühl, dass beide mit einem Punkt zufrieden wären. Da ist es zum Kotzen, dass du ohne etwas nach Hause gehst", meinte Eberl.

Nur selten umgesetzt, was man spielen wollte

Weitaus kritischer sah Schubert die Leistung seiner Mannschaft, die mit einer Passgenauigkeit von nur 60 Prozent einen eigenen Negativrekord in dieser Saison aufstellte. "Ich bin enttäuscht, aber es war ein verdienter Sieg für Ingolstadt. Sie hatten die klareren Chancen. Wir wussten was uns erwartet, wir haben aber nur selten das umgesetzt, was wir spielen wollten", sagte der 44-Jährige.

Nur sieben Torschüsse, 15 für den Gegner – die positiven Trends der vergangenen fünf Wochen (viele Chancen, wenig zugelassen) kehrten sich allesamt um. "Rückfall in alte Zeiten", könnte man titeln, dafür war aber die Art und Weise neu, wie Gladbach das entscheidende Tor kassierte.

Banaler Siegtreffer durch Moritz Hartmann

"Wir haben ja nicht blind nach vorne gespielt. Das Tor fiel nicht nach einem Konter, sondern nach einer banalen Flanke", fasste Eberl die Szene zusammen, in der Pascal Groß den Ball von rechts hereinbrachte, Almog Cohen halb verpasste und halb weiterleitete. In der Mitte beförderte Hartmann den Ball über die Linie. Kein Slapstick, keine Probleme in der Rückwärtsbewegung, einfach schlecht verteidigt – der Treffer war wirklich banal.

Am kommenden Freitag befreit zumindest der Spielplan die Borussia aus dem Trott der Heim-Erfolge, auf die ständig Auswärts-Enttäuschungen folgen: Es steht bei Hannover erneut ein Auswärtsspiel an. Fehlen wird dann Granit Xhaka. Der Schweizer sah seine fünfte Gelbe Karte

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