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Borussia Mönchengladbach
Einheit und Verbundenheit

Borussia Mönchengladbach: Einheit und Verbundenheit
Fragerunde: Torhüter Yann Sommer im Gespräch mit Moderator Marcel Klein. Die Borussen kamen komplett zur Sportlerehrung im Haus Erholung. Zuvor hatten sie sich zum gemeinsamen Essen getroffen. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Borussia Fußballprofis wurden bei der Sportlerehrung der Stadt für den dritten Platz in der Saison 2014/2015 geehrt. Das Team kam komplett ins Haus Erholung - im Anschluss an ein gemeinsames Abendessen. Von Karsten Kellermann

Es ist eine englische Woche: Sonntag in Augsburg, Mittwoch gegen Stuttgart, heute in Wolfsburg. Dennoch kamen die Borussen zur Sportlerehrung der Stadt ins Haus Erholung. Und es kamen alle, alle bis auf den verletzten Oscar Wendt. "Es ist eine außergewöhnliche Anerkennung, dass die gesamte Mannschaft mitten in einer englischen Woche gekommen ist. Das zeigt auch die Solidarität der Profis mit den anderen Sportlern", sagte Stadtsportbund-Präsident Wolfgang Rombey. Die Borussen setzten mit ihrem Auftritt ein Zeichen.

Zum einen demonstrierten sie Verbundenheit zur Stadt. An diesem Abend waren sie auch spür- und sichtbar ein Teil des Gladbacher Sports. Viele der anderen erfolgreichen Athleten, die an diesem Abend für ihren Leistungen im Jahr 2015 geehrt wurden, sind bekennende Borussia-Fans. Wie der deutsche Meister der Trabrennfahrer, Michael Nimczyk: "Ich versuche bei jedem Heimspiel dabei zu sein".

Nähe verbindet, das ist bekannt, und gerade für die jungen Borussen und die, die noch nicht so lange im Verein sind, war es Gefühlsanschauung: Sie spürten, wie wichtig der Stadt dieser Verein ist. "Es ist wichtig, dass die Jungs das Fieber spüren, das da ist, wenn es um Borussia geht", sagte Vizepräsident Rainer Bonhof, der einst, als er Borusse wurde, selbst von Emmerich nach Gladbach zog und seither hier zuhause ist. Borussia ist Gladbachs "Jeföhl". Das weiß nun zum Beispiel auch der Schweizer Nico Elvedi.

Doch die Borussen bekundeten mit ihrem gesammelten Auftritt auf der ausgelegten Empore im Kaisersaal, der guten Stube der Stadt, in dem am nächsten Sonntag Ur-Borusse Jupp Heynckes den Ehrenring der Stadt bekommen wird, nicht nur Verbundenheit mit Mönchengladbach. Sie präsentierten sich auch als Einheit, als Team. Die Profis arbeiteten den Besuch der Sportlerehrung als Programmpunkt in den geplanten Teamabend, den sie ab und an veranstalten, ein.

"Wir haben unser Essen etwas vorgezogen, damit wir herkommen können", sagte der verletzte Kapitän Martin Stranzl. Den Preis bekamen er und die anderen Borussen für den dritten Platz der Vorsaison und die damit verbundene direkte Champions-League-Qualifikation. "Wir haben das mit einer Teamleistung geschafft. Das soll auch 2016 so sein. Dieser Preis ist für uns ein Ansporn", sagte Stranzl. Doch nicht nur verbal wurde Einheit demonstriert: Als Patrick Herrmann für seine Berufung ins A-Nationalteam und Julian Korb für seine Nominierung für die U21 des DFB geehrt wurden, gönnten die Borussen den Kollegen stehende Ovationen.

Kurz darauf drängelten sich alle Profis auf der Bühne, es war recht kuschelig. Doch auch das Bild passte: Sie wollen eng zusammenstehen, die Borussen, um gemeinsam den Schlussspurt der Saison anzugehen, der heute mit dem Spiel in Wolfsburg beginnt. Die Fußballer haben ein klar definiertes Ziel: Europa, möglichst die Champions League. Wie sie dahin kommen und worauf es dabei ankommt, wissen sie aus dem Vorjahr. Der Preis, den sie am Donnerstag bekamen, erinnert sie daran. Und die Fußballer haben erlebt, dass sie auch eine gewisse Verantwortung der Stadt gegenüber haben. So war der Abend ein wirkungsvoller Doppelpass zwischen Borussia und Mönchengladbach.

Quelle: RP
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