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Borussia Mönchengladbach
EM-Titel, Sommermärchen, Wembley

Borussia Mönchengladbach: EM-Titel, Sommermärchen, Wembley
Mit 14 Toren Borussias DFB-Rekordschütze: Jupp Heynckes trifft im Dezember 1975 in Istanbul zweimal. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Lars Stindl ist der 19. Borusse, der für die deutsche Nationalmannschaft trifft. Beim Confed Cup war er nun schon zweimal erfolgreich. So manches Länderspieltor eines Borussen war geschichtsträchtig. Von Niklas Bien und Thomas Grulke

Diese Geschichte beginnt an einem sporthistorischen Ort. Im Wankdorfstadion, fünf Jahre nach dem "Wunder von Bern", als die deutsche Mannschaft im WM-Finale die favorisierten Ungarn sensationell 3:2 besiegte, feiert Albert Brülls am 4. Oktober 1959 sein Nationalmannschaftsdebüt. 4:0 bezwingt das deutsche Team die Auswahl der Schweiz, und der 22-jährige Angreifer der Borussia steuert mit seinem 2:0 gleich einen Treffer bei - es ist das erste Tor eines Gladbachers für die deutsche Nationalmannschaft.

Seither sind Brülls 18 weitere Borussen gefolgt, als bislang Letzter hat sich Lars Stindl am vergangenen Montag mit seinem 1:0 beim 3:2-Erfolg gegen Australien beim Confed-Cup in die illustre Liste eingetragen. So furios wie der junge Oberligastürmer im Herbst 1959 startet allerdings kein anderer Gladbacher in seine Länderspielkarriere, Brülls trifft in jedem seiner ersten drei Spiele. Debüttreffer gelingen allerdings auch noch anderen. Spektakulär ist vor allem der Einstand Uwe Rahns, der 1984 im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden nur 19 Sekunden nach seiner Einwechslung zum 1:0 einschießt.

Berühmte Borussen-Tore im DFB-Trikot FOTO: imago

Auch Jupp Heynckes trifft 1967 gegen Marokko bei seinem Debüt - und lässt in den kommenden Jahren noch 13 Tore folgen. Damit ist Borussias bester Torjäger aller Zeiten auch im Nationaldress der treffsicherste Gladbacher. Ein wichtiges Turniertor bleibt ihm indes verwehrt. Dafür leitet er im EM-Finale 1972 das 2:0 seines Vereinskameraden Hacki Wimmer beim 3:0-Erfolg gegen die Sowjetunion ein. "Damit war das Spiel rum", erinnert sich Wimmer später einmal an den wohl bedeutendsten Länderspieltreffer eines Gladbachers.

Oliver Neuville beschert dem Nationalteam 2006 zwar keinen Titel, doch mit seinem Last-Minute-1:0 gegen Polen lässt er das Sommermärchen bei der WM im eigenen Land entstehen. "Das war das emotionalste Spiel meiner Karriere", sagt Neuville nach seinem Treffer, der das Dortmunder Westfalenstadion erbeben lässt.

An noch berühmterer Stätte trifft Günter Netzer im Frühjahr 1972. Der Spielmacher schießt Deutschland im EM-Viertelfinale gegen England im Londoner Wembley-Stadion mit einem Foulelfmeter 2:1 in Führung, wenig später ist der erste deutsche Sieg im "Mutterland des Fußballs" perfekt. Da die EM damals erst ab dem Halbfinale in Turnierform ausgetragen wird, gilt Netzers Treffer in einem der denkwürdigsten Spiele der deutschen Länderspielgeschichte aber nicht als Turniertor. Somit schafften dies bislang nur Albert Brülls (WM 1962), Rainer Bonhof (WM 1974), Oliver Neuville (WM 2006), Hacki Wimmer (EM 1972), Marco Reus (EM 2012) - und nun auch Lars Stindl mit seinem Premierentor beim Confed-Cup in Russland.

Borussias Länderspieltorschützen Jupp Heynckes (14), Albert Brülls (9), Günter Netzer, Oliver Neuville (je 6), Rainer Bonhof, Uwe Rahn (je 5), Herbert Wimmer (4), Marco Reus, Max Kruse, Lars Stindl (je 2), Bernd Rupp, Herbert Laumen, Klaus-Dieter Sieloff, Horst Köppel, Berti Vogts, Heiko Herrlich, Stephan Paßlack, Marcell Jansen, Marko Marin.

Quelle: RP
 
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