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Zwei Siege
Das Pokal-Los passt zu Borussias Wohlfühl-Woche

Die Hecking-Tabelle
Die Hecking-Tabelle FOTO: dpa, awe hak
Meinung | Mönchengladbach. Borussia muss am kommenden Spieltag gegen Mainz den Trend fortsetzen. Und bekommt im DFB-Pokal die Chance zur Revanche. Von Karsten Kellermann

Borussia ging mit einem gewissen Druck in die Woche. Das 1:5 gegen Bayer Leverkusen war Schuld daran. Neun Tage nach dem Debakel sieht es im Borussen-Universum wieder recht rosig aus nach den Siegen im Pokal bei Fortuna Düsseldorf (1:0) und in der Liga bei 1899 Hoffenheim (3:1). Borussia ist im Pokal weiter und in der Liga zurück in der Wohlfühlzone namens Europapokal-Ränge.

Zur allgemeinen Situation passt das Pokal-Los, das der Ex-Gladbacher und 1995er Pokalsieger Stefan Effenberg aus der Lostrommel nestelte: Bayer Leverkusen kommt am 19. oder 20. Dezember in den Borussia-Park. Damit schließt sich am Ende der Woche der Kreis. Das ist die beste Gelegenheit, sich nachhaltig für das 1:5 zu revanchieren. Und angesichts der Paarung Bayern gegen Dortmund scheint der Weg zum "Blechernen" plötzlich ein bisschen weniger verbaut.

Es bleibt in dieser Pokalserie auch dabei, dass Borussia sich mit Klubs aus der näheren Umgebung beschäftigen darf: erst Essen, dann Düsseldorf, nun Leverkusen im Achtelfinale. Die Anfahrt fällt dieses Mal ganz flach. Sechs Spiele gab es bislang im Pokalwettbewerb zwischen Bayer und Borussia, einmal indes, 1971, war es der Modus mit Hin- und Rückspiel. In fünf Aufeinandertreffen kam Borussia viermal weiter, zweimal im Elfmeterschießen (1992, 2010). Daheim hat sie sich gegen Bayer immer durchgesetzt. Unangenehm, aber machbar, so darf man das Los aus Gladbacher Sicht einordnen. Das Schöne ist: Man ist gewarnt, die erneute Ansicht der Bilder des 1:5 sollte reichen, um zu zeigen, wie man es nicht machen sollte gegen Bayer.

Dass die Borussen lernfähig sind, hat die Woche nach dem 1:5 gezeigt. In Düsseldorf und auch bei 1899 Hoffenheim wurde sehr seriös verteidigt, beide Gegner kamen kaum in den Genuss jener Offenheit bei Konterzügen, die Leverkusen genüsslich ausschlachtete. Beide Spiele sind dazu angetan, den Borussen ein gutes Gefühl zu vermitteln, sowohl dem Team als auch Trainer Dieter Hecking. Er ist einer der Gewinner dieser Woche, denn seine Rotation war ein Schlüssel zum Erfolg in beiden Partien. Hecking weiß, dass eines Trainers Maßnahmen immer nur so gut sind wie die Ergebnisse, aber die sind gut, von daher hat er alles richtig gemacht.

Zudem macht Hecking mit den Änderungen seinen Spielern klar: Keiner ist in Stein gemeißelt, auch nicht die Achsenspieler. In Düsseldorf musste Jannik Vestergaard draußen bleiben, in Hoffenheim Raffael. Jeweils machten es die Ersatzleute gut: Nico Elvedi gab einen sicheren Innenverteidiger und Thorgan Hazard war ein schneller, sehr präsenter Zentrumsstürmer und traf auch.

Bislang schien vieles fix zu sein, nun wissen auch die Spieler, die sonst hinten dran sind: Es ist etwas möglich. Hecking hat den Konkurrenzkampf erweitert – das scheint leistungssteigernd zu sein. Auch Reece Oxford hat sein Debüt gegeben, zum ersten Mal spielte ein Engländer in der Bundesliga für Gladbach. Viel wichtiger als der historische Aspekt ist für den 18-Jährigen das gute Gefühl: Ich bin dran.

Dran ist ganz Gladbach. Nach einem Drittel der Saison ist Borussia Sechster und liegt drei Punkte hinter dem Zweiten BVB. Kurz vor der Winterpause gibt es ein attraktives Pokal-Heimspiel dazu. Die Woche ist gut gelaufen. Der Druck aber bleibt, indes ein anderer: der, den schönen Trend dieser Woche fortzusetzen. Borussia hat begonnen, etwas aufzubauen, nun muss sie es sorgsam hegen und pflegen. Das ist der Auftrag für das letzte Spiel vor der Länderspielpause gegen Mainz am Samstag.

 
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