| 18.10 Uhr

Trauriger Vereinsrekord droht
Borussia steht schlechter da als vor einem Jahr

Borussia Mönchengladbach: Es droht ein trauriger Vereinsrekord
Borussia Mönchengladbach hat gegen Borussia Dortmund zum vierten Mal in Folge ohne eigenen Treffer verloren. FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Die aktuelle Borussia ist mit der Niederlage gegen den BVB hinter die Borussia der Saison 2016/2017 zurückgefallen. Damals hatte die Mannschaft einen Punkt mehr und tanzte sogar noch auf drei Hochzeiten. Einen Rekord, über den er sich bestimmt nur begrenzt freut, hat Patrick Herrmann aufgestellt. Von Jannik Sorgatz

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Vor einem Jahr war die Stimmung nach dem 23. Spieltag herausragend bei Borussia. Das "Wunder von Florenz" in der Europa League trug seinen Teil genauso dazu bei wie das Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinales inklusive des Heim-Loses gegen Frankfurt. Konnte ja keiner ahnen, auf welche Weise die Träume kurz darauf in beiden Wettbewerben platzen sollten. Die Lage in der Bundesliga gestaltete sich nach der starken Startserie unter Dieter Hecking ebenfalls blendend. Mit einem 4:2 gegen den FC Schalke stürmte Borussia an die Spitze der Rückrundentabelle. Mit 32 Punkten war der siebte Platz nur noch einen Punkt entfernt, der sechste auch nur noch drei, und das Polster auf den Relegationsrang betrug im Vergleich zur brenzligen Situation Ende Januar komfortable neun Zähler. Heute steht Borussia zum gleichen Zeitpunkt der Saison einen Punkt und einen Platz schlechter da – ohne Mehrfachbelastung und mit identischem Verletzungspech. Das sollte trotz der guten Leistung beim 0:1 gegen Borussia Dortmund als Alarmsignal gewertet werden.

Das dritte Mal

0:2, 0:1, 0:1 und 0:1 – monatelang suchte Borussia nach Konstanz, auf fatale Weise hat sie die in den vergangenen Wochen gefunden. Erstmals seit der Niederlagenserie am Ende der Favre-Ära gingen nun vier Ligaspiele in Folge verloren. Gepaart mit Torlosigkeit hat es einen solchen Negativlauf zuletzt im April 2007 gegeben, ebenfalls mit 0:2, 0:1, 0:1 und 0:1, davor noch einmal rund um den Jahreswechsel 2002/2003. Eine fünfte Niederlage ohne eigenen Treffer wäre am Samstag bei Hannover 96 ein trauriges Novum im 50. Gladbacher Bundesligajahr.

5:21 Tore und null Punkte

Kein Novum stellte die sechste Niederlage in Folge gegen denselben Verein dar. Von 1989 bis 1992 war Gladbach das schon einmal gegen den VfL Bochum widerfahren, von 1997 bis 2002 (unterbrochen vom ersten Abstieg der Vereinsgeschichte) gegen den 1. FC Kaiserslautern und von 2006 bis 2009 gegen Bayer Leverkusen. Allerdings suchen 5:21 Tore bei den sechs Pleiten gegen Dortmund seit 2015 ihresgleichen.

Der erste 2000er

Erst eine Woche nach dem letzten Spieltag wird Louis Beyer 18 Jahre alt. Elf Gelegenheiten bleiben dem gebürtigen Kempener noch, um zum jüngsten Gladbacher der Bundesliga-Geschichte zu werden. In der Sommer- und in der Winter-Vorbereitung sowie in diversen Testspielen hat sich der Defensivmann empfohlen, mit dem ersten Kaderplatz seiner Laufbahn kam Beyer der Erfüllung seines Traumes am Sonntag schon ganz nah. Als erster im Jahr 2000 geborener Spieler saß er bei Borussia auf der Bank. Aufgrund von Nico Elvedis Verletzung hat sich seine Einsatzwahrscheinlichkeit nicht verringert.

Ungewöhnliche Doppel-Spitze

Und zum Schluss noch ein Rekord, bei dem unklar ist, ob er das Präfix "Positiv-" oder "Negativ-" verdient: Durch seinen 62. Einsatz als Joker in der Bundesliga ist Patrick Herrmann jetzt auch Borussias Rekord-Einwechselspieler, er löste Hans-Jörg Criens ab. Die meisten Auswechslungen hat Herrmann schon lange gesammelt. Mit 128 führt er deutlich vor Christian Hochstätter (90) und Peter Wynhoff (66). Was Herrmann von solchen Bestmarken hält, kann man sich denken: Schließlich bedeuten sie, dass er in 215 Bundesligaspielen nur 25-mal durchgespielt hat.

 
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