| 08.23 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Das Aus in Europa tut auch körperlich weh

Borussen bedanken sich bei mitgereisten Fans
Borussen bedanken sich bei mitgereisten Fans FOTO: Dirk Päffgen
Manchester. War Manchester City mit seinem sündhaft teuren Team letztlich einfach zu stark? Oder waren die Borussen in der zweiten Halbzeit des Champions-League-Spiels zu grün? "Es war wohl ein Mix aus beidem", sagte Fabian Johnson. Von Karsten Kellermann

In der ersten Halbzeit hatten der Amerikaner und seine Kollegen die favorisierten Briten total unter Kontrolle und führten 2:1 durch die Einschüsse von Julian Korb und Raffael. "Beide Tore waren schöne Kombinationen, gut rausgespielt", sagte Johnson. Beim zweiten Treffer durch Raffael war er der Passgeber für den Torschützen.

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Im ersten Teil des Spiels machte Borussia nahezu alles richtig: 61 Prozent Ballbesitz hatte sie, war effektiv (drei Torschüsse, zwei Treffer) und erlaubte dem Gegner nur einen Torschuss, den indes David Silva zum 1:0 für City nutzte. "Die erste Halbzeit war sehr gut, da haben wir fantastischen Fußball gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr für Entlastung gesorgt", analysierte Trainer André Schubert. So wuchs der Druck Manchesters von Minute zu Minute. "Wir waren zu passiv – dafür ist City zu gut", gab Johnson zu.

Das Resultat: Borussia fand offensiv nicht mehr statt. Doch Torwart Yann Sommer hielt zunächst alles, was auf ihn zugeflogen kam. Dann platzte der Traum, aus der Champions League in die Europa League einzuziehen, binnen fünf Minuten. Zweimal Raheem Sterling und schließlich Wilfried Bony schossen "City" zum 4:2-Sieg. Weil zugleich Sevilla 1:0 siegte, ist es nun vorbei mit der Europa-Tour. "Wir wollten uns nicht auf Juventus verlassen, wir wollten es selbst entscheiden, das haben wir nicht geschafft", sagte Fabian Johnson. "Uns hat auf einmal der Mut beim eigenen Ballbesitz gefehlt und wir haben nicht mehr unsere Qualitäten ausgespielt. Wir haben gekämpft, aber gegen diese starke Mannschaft von Manchester City hatten wir im zweiten Abschnitt keine Lösungen mehr", sagte Torhüter Yann Sommer.

André Schubert wirkte trotz des ersten großen Rückschlags in seiner Zeit als Trainer gelassen. "Ich denke, wir haben Deutschland als Neuling gut vertreten in der Champions League, wir haben gezeigt, die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auf dem Niveau mithalten kann", sagte Schubert. Auch seine Spieler waren zwar enttäuscht, aber nicht verzweifelt. "Es ist extrem enttäuschend dass wir jetzt komplett aus dem Europapokal ausgeschieden sind. Uns hat nicht viel zum Weiterkommen gefehlt. Ich bin stolz auf die Leistung unserer Mannschaft in der Champions League", sagte Sommer.

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Fabian Johnson, der mit Blessuren am Knie und am Zeh vorzeitig ausgewechselt werden musste, hofft auf eine schnelle Rückkehr in die Königsklasse: "Wir haben auf jeden Fall Erfahrung gesammelt, die wir mitnehmen. Diese Spiele haben Lust auf mehr gemacht und ich hoffe, dass wir bald wieder in der Königsklasse dabei sind", sagte er.

Neben Johnson ist auch Verteidiger Andreas Christensen angeschlagen, er war schon leicht gehandicapt ins Spiel gegangen. Überhaupt tat das Europa-Aus auch körperlich weh. "Bei uns in der Kabine sah es auch wie in einem Lazarett, überall lagen Eisbeutel herum", berichtete André Schubert. Bis Samstag müssen die Borussen physisch und mental wieder hergestellt sein. "Wir wollen in Leverkusen unsere Serie in der Bundesliga fortsetzen", sagte Defensivmann Havard Nordtveit.

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