| 19.00 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Johnson: "Ich habe gesehen, dass die Ecke ein bisschen auf war"

Johnson trifft nach Chiellini-Patzer
Johnson trifft nach Chiellini-Patzer FOTO: dpa, hpl
Mönchengladbach. Der Ball kam perfekt. Wie Raffaels Pässe eben meist kommen. Fabian Johnson wusste, was zu tun war. "Ich habe gesehen, dass die lange Ecke ein bisschen auf war", berichtete Borussias Amerikaner. Also visierte er diese an, erwischte das Spielgerät optimal und schoss es schnurstracks vorbei an der italienischen Torwartlegende Gianluigi Buffon. Knapp neben dem Pfosten rauschte die Kugel ins Netz zum 1:0 für die Borussen gegen Juventus Turin. Von Karsten Kellermann

Johnson geht somit nach Lars Stindl als der zweite Torschütze der Gladbacher in der Champions League ein. Man kann auch sagen: Johnson hat die Hälfte aller Borussen-Tore in der Meisterliga erzielt. Das ist der Vorteil, wenn ein Klub Novize ist in einem Wettbewerb: Da kommen Spieler schnell in den Genuss historischer Taten.

Nun ist Fabian Johnson so gar kein typischer Amerikaner, sondern ein eher introvertierter Mensch. Darum verfällt er auch nicht in einen Freudentaumel, wenn ihm solcherlei statistische Herrlichkeiten widerfahren. Dennoch gab er zu Protokoll, dass ihm in dem Moment, als der Treffer fiel, dieser "schon etwas bedeutet hat, weil ich da noch dachte, dass wir dadurch möglicherweise gewinnen". Doch am Ende brachte Johnsons internationales Debüt-Tor auch nur einen Punkt ein, weil Stephan Lichtsteiner nach Paul Pogbas Zuckerpass ebenso präzise arbeitete wie Johnson auf der anderen Seite und aus ähnlicher Position kurz vor der Pause zum 1:1-Endstand traf.

"Turin hat in Unterzahl gut verteidigt"

Mehr sei drin gewesen, fand Johnson, doch "leider haben wir das zweite Tor nicht gemacht", trotz einiger guter Gelegenheiten. Doch am Ende schaffte es nur er, den Ball im Tor unterzubringen. Alle anderen Borussen zielten entweder vorbei oder wurden, wie Lars Stindl, von einem Reflex Buffons aufgehalten. "Vielleicht hätten wir es nach der Roten Karte noch besser ausspielen können, vielleicht gezielter in den Strafraum gehen können, mit weniger hohen Bällen. Aber man muss auch sagen, dass Turin in Unterzahl gut verteidigt hat", sagte Johnson.

Das 1:1 beendete Borussias Hoffnung auf das Achtelfinale der Champions League. Doch die Borussen dürfen weiter davon träumen, international zu überwintern. Platz drei, um den nun mit dem FC Sevilla gerangelt wird, "ist unser Ziel", versicherte Johnson. Mit den Andalusiern gibt es eine offene Rechnung, schließlich warfen sie zu Jahresbeginn die Borussen aus der Europa League. Nun will Gladbach am 25. November mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung eben dieser tun und auch die 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel vergessen machen.

Das Prinzip der Reihe, auf das später auch Trainer André Schubert verwies, spricht dafür, dass es klappen könnte mit einem Sieg gegen Sevilla. Gegen ManCity gab es ein 1:2, nun gegen Juventus ein 1:1 – das wäre das logische Resultat gegen Sevilla ein 1:0. "Wir werden es auf jeden Fall versuchen", kündigte Johnson an.

Möglicherweise war die Schlussphase mit den tiefstehenden Italienern ein Testlauf für das Spiel am Samstag gegen Ingolstadt – sofern der Aufsteiger wie das dezimierte Juventus weit in der eigenen Hälfte kompakt verteidigt. "Das werden wir sehen, wenn wir wissen, wie Ingolstadt spielt. Aber wir werden uns auf den Gegner einstellen und versuchen ihn zu besiegen", sagte Johnson.

Wenn sein persönlicher Plan für den Torschuss dann auch so gut funktioniert wie am Dienstag gegen Turin, dann wäre das natürlich ein brauchbarer Beitrag zum Tage. Allerdings würde sich Johnson dann sicher ein anderes Endresultat wünschen als nur ein Unentschieden.

(seeg/RP)
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