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Borussia Mönchengladbach
Rode, Højbjerg oder Kramer mögliche Xhaka-Nachfolger

Borussia Mönchengladbach: Falls Granit Xhaka geht – wer kommt?
Mahmoud Dahoud und Pierre-Emile Højbjerg: in der kommenden Saison Mitspieler statt Gegner? FOTO: ap
Mönchengladbach. Die Engländer bieten 43 Millionen Euro für Borussias Schweizer Granit Xhaka. Der hätte gerne vor der EM Klarheit über seine Zukunft. Und der Verein sucht seinen Nachfolger. Von Stefan Klüttermann

Neulich bei Borussia Mönchengladbachs Mitgliederversammlung wollte ein älterer Fan dann doch mal etwas in Richtung Max Eberl sagen. Er fragte, warum anderswo horrende Ablösesummen fließen, Borussias Sportdirektor beim Verkauf von Marco Reus, Marc-André ter Stegen oder Max Kruse aber nur vergleichsweise kleines Geld erlöst habe.

In naher Zukunft könnte besagter Fan zufrieden dreinblicken, denn der nächste namhafte Abgang wird Gladbach in jedem Fall die höchste Ablöse der Vereinsgeschichte einbringen. Nach Informationen unserer Redaktion hat der FC Arsenal in Gladbach ein Angebot über 43 Millionen Euro, plus Bonuszahlungen, für Granit Xhaka abgegeben. Eine Übereinkunft soll kurz bevorstehen.

Granit Xhaka will vor der EM Klarheit

"Ich würde gerne vor der Europameisterschaft wissen, wo ich nächstes Jahr spiele. Es ist immer bitter, wenn man während einer EM über irgendetwas nachdenken muss", sagte Xhaka am Mittwoch nach dem Training.

"Es kann sein, dass es am Samstag mein letztes Spiel ist, aber solange ich hier bin, werde ich mich voll auf die Borussia konzentrieren. Ich hatte vier schöne Jahre in Mönchengladbach und habe dem Verein viel zu verdanken. Wenn es wahr ist, was die Medien schreiben, setzen wir uns zusammen und entscheiden dann", sagte der 23-Jährige, der 2012 für neun Millionen Euro aus Basel gekommen war, bei Borussia einen Vertrag bis 2019 besitzt und die Premier League stets als Kindheitstraum bezeichnete. Arsenal beobachtet Xhaka seit Monaten intensiv, und das, was die "Gunners" sahen, lässt sie nun ähnlich viel Geld in die Hand nehmen wie die 46 Millionen Euro 2013 für Mesut Özil.

Mehr als 40 Millionen Euro sollten es wohl auch sein, die ein zukünftiger Arbeitgeber Borussia für Xhaka bieten muss. Schließlich müsste Gladbach nicht nur Teile der Ablöse in einen oder mehrere Nachfolger investieren, man findet am Niederrhein eben auch, dass es schon spürbar mehr sein sollte als die festgeschriebenen 30 Millionen Euro, für die Xhaka 2017 gehen könnte, wie immer berichtet wird. Eberl selbst verneinte am MIttwoch die Frage nach einem konkreten Angebot für seinen Kapitän.

Rode steht im Fokus

Eins wissen sie bei Borussia inmitten des Pokers ganz gewiss: Einen neuen Xhaka gibt es nicht auf dem Transfermarkt, diese Kombination aus aggressivem Anführer und dominantem Strategen, die müsste Trainer André Schubert aus dem dann auserkorenen Kandidaten herausbilden. Wer könnte dieser Kandidat sein? Im Fokus steht Bayerns Sebastian Rode (25), der bis zu seinem Wechsel zum Rekordmeister 2014 bei Eintracht Frankfurt junger Chef in der Zentrale war und nun Guardiola-geschult bei Borussia einen Stammplatz in Aussicht hätte, von dem er in München dann doch sehr weit entfernt ist.

Oder aber Eberl frischt ein früheres Interesse am 20-jährigen Dänen Pierre-Emile Højbjerg auf, den er im Januar 2015 schon mal gerne geholt hätte, der dann aber leihweise erst nach Augsburg und Schalke ging, an beiden Orten aber in seiner Entwicklung spürbar stagnierte. Rode und Højbjerg besitzen in München jeweils noch einen Vertrag bis 2018. Auch Christoph Kramer (25) könnte durchaus noch einmal ein Thema werden. Der Ex-Borusse blickt jedenfalls nicht auf eine rundherum zufriedenstellende Saison in Leverkusen zurück, machte aus seiner Wertschätzung für Mönchengladbach nie einen Hehl und kennt Borussia aus seinen beiden Jahren als Leihspieler aus dem Eff-Eff.

Was die Arbeit für Borussias Kaderplaner in jedem Fall erschwert: Mit Xhaka verlöre man einen Typen auf dem Platz - genauso wie Martin Stranzl, der ja seine Karriere beendet. Und diese Typen-Lücke gilt es gleichermaßen zu füllen wie den sportlichen Qualitätsverlust. Keine leichte Aufgabe für die Borussen - selbst mit 43 Millionen Euro.

Quelle: RP
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