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Borussia Mönchengladbach
Fans wollen gegen Leipzig 19 Minuten schweigen

Protest-Choreo der Borussia-Fans in Leipzig
Protest-Choreo der Borussia-Fans in Leipzig FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Schon beim Gastspiel in Leipzig im vergangenen September schwiegen Borussias Fans 19 Minuten lang – in Anlehnung an das Gründungsjahr 1900. Jetzt hat das die aktive Fanszene fürs Heimspiel am Sonntag zu einer Wiederholung aufgerufen, um gegen das "Projekt RB" zu protestieren.

"Es gibt alte und junge Borussen, Kutten und Ultras, normale und irgendwie auch unnormale Fans. Alle eint aber die Liebe zu diesem einen Verein. Zu Auswärtsspielen fahren immer mehrere Tausend Anhänger mit und präsentieren stolz die schönsten Vereinsfarben der Welt: schwarz-weiß-grün", schreibt das Fanprojekt auf seiner Webseite. RB Leipzig stehe für all das nicht. "Dieser Klub wurde ausschließlich gegründet, um eine Marke zu repräsentieren: Red Bull nutzt den Fußball als überdimensionierte Werbefläche", heißt es weiter. 

Aus diesem Grund ruft die aktive Fanszene rund um Fanprojekt, Ultras und verschiedene Fanklubs dazu auf, in den ersten 19 Minuten des Spiels zu schweigen und Borussias Mannschaft erst dann zu unterstützen. "Zeigen wir, wohin ein Fußballerlebnis ohne eine aktive und bunte Fankultur führt!", schreibt der Gladbacher Supporters Club. Um Geschlossenheit zu demonstrieren, sollen möglichst viele Fanklubs den Auftritt virtuell unterzeichnen. Innerhalb einer guten Stunde sagten 84 Fanklubs und Fangruppen ihre Unterstützung zu.

Neben dem Schweigeprotest soll es rund um das Stadion und im Fanhaus Infostände geben. Die Ultras verteilen eine Sonderausgabe ihres Magazins "Blockflöte". Bereits vor einer Woche hatte das Fanprojekt dazu aufgerufen, ein rautenförmiges Dokument auszufüllen und zu beschreiben, was Borussia aus Sicht der Fans als Verein ausmacht.

Am Sonntag absolviert RB Leipzig sein erstes Auswärtsspiel nach den Vorfällen in Dortmund, als Leipziger Fans vor dem Stadion bedroht und attackiert wurden. Zudem hielten BVB-Anhänger auf der Südtribüne teils menschenverachtende Banner hoch. Aufgrund dieser und diverser anderer Verfehlungen in der Vergangenheit muss die Südtribüne beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag leer bleiben. 

"Gewalt geht überhaupt nicht. Sie ändert nichts und bringt nur negative Schlagzeilen gegen den eigenen Verein", sagte Gladbachs Mittelfeldspieler Jonas Hofmann, der mehrere Jahre in Dortmund spielte, im Interview mit unserer Redaktion. "Was in Dortmund passiert ist, ist einfach schwachsinnig. Die Fans sollen die eigene Mannschaft unterstützen, alles andere schadet dem Verein. Auch in Gladbach pusht uns die Nordkurve enorm. Wenn die leer wäre, wäre das ein enormer Nachteil."

(jaso)
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