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Borussia Mönchengladbach
Faserriss bremst Bénes erst mal aus

Borussia Mönchengladbach: Faserriss bremst Laszlo Bénes erst mal aus
Laszlo Bénes beantwortete am Montagmittag in Rottach-Egern die Fragen der Journalisten. FOTO: Dieter Wiechmann
Rottach-Egern. Laszlo Bénes schaut sich erstaunt um. Im Gartenpavillon des Hotels Überfahrt, der Trainingslager-Residenz der Borussen, sind fast alle Plätze belegt. Es ist die erste Presskonferenz des jungen Slowaken nach seinem Wechsel zu Borussia. Er ist sichtlich erstaunt über das große Interesse der Journalisten an seiner Person. Von Karsten Kellermann

Igor Demo, der Ex-Borusse, der von Borussia eingestellt wurde, um seinen Landsmann zu unterstützen, ist dabei, er wird übersetzen. Bénes kann ein klein wenig Englisch, ansonsten spricht er nur Slowakisch oder Tschechisch. Nun sitzt er da in der großen Runde, die Kameras klicken.

"Lazi", wie er am liebsten gerufen wird, ist ein großes Talent. Er ist ein Mann für das Mittelfeld, defensiv wie offensiv kann er im Zentrum spielen, bestenfalls auf der Zehn, sagt er. Er habe großes Spielverständnis und eine schnelle Auffassungsgabe auf dem Platz, sagt Borussias Trainer André Schubert über den 18-Jährigen, der von MSK Zilina gekommen ist. "Er ist gut", versichert Igor Demo. Sein linker Fuß, seine Laufstärke, seine präzisen Pässe, all das definiert Bénes selbst als seine Vorzüge.

Dumm nur: Zeigen kann er sie derzeit nicht. Er hat einen, so steht es in der Pressenotiz des Vereins, "Faserriss im Hüftbeuger", den er sich beim Testspiel in Mannheim zugezogen hat, und kann daher nicht mit dem Team üben. Diese Tatsache dürfte fast mehr schmerzen als die Verletzung selbst. "Der Doc hat gesagt, er soll noch eine Woche im Kraftraum Radfahren, nächste Woche soll er wieder anfangen zu laufen", gibt Demo bekannt.

Bald lernt Laszlo Bénes Deutsch

Trotz der Verletzung ist Bénes im Trainingslager am Tegernsee, wo die Gladbacher noch bis Freitag üben, dabei. Er soll das Team und die Abläufe kennenlernen, er soll integriert werden. Allerdings hat er neuerdings ein Einzelzimmer, Moritz Nicolas, der Nachwuchstorwart, ist kurzfristig noch zur U19-EM abgerufen worden. "Ich bin froh, beim Team zu sein und tue alles, um schnell wieder fit zu werden", sagt Bénes. Er will das eine oder andere Mal im Kader sein in der kommenden Saison. Und auch mal in der Bundesliga spielen. Das sind seine formulierten Ziele.

Dass er nun in Deutschland ist, gefällt ihm. "Als ich zum Gespräch mit Manager Max Eberl in Gladbach war, war ich sofort überzeugt, dass es der richtige Klub für mich ist", sagt Bénes. Dass er Geduld braucht, nicht nur jetzt, da er verletzt ist, weiß er. Er hat in seiner Heimat für MSK Zilina zwar schon 31 Erstligaspiele gemacht, doch die Bundesliga ist eine andere Sache. Er soll behutsam herangeführt werden, wenn er wieder fit ist. Bald beginnt auch der Deutschunterricht.

Sein Mentor Igor Demo war in diesem Klub Kult ist, das hat er aber auch so schon mitbekommen. "Die Menschen, die mich treffen, sagen nicht Igor, sondern Fußballgott", berichtet Demo. Dass sein Schützling Bénes nicht ihn, sondern unter anderem Marek Hamsik vom SSC Neapel als Vorbild auserkoren hat, kann Demo nachvollziehen. "Als ich für Borussia gespielt habe, war er sieben Jahre alt", weiß Demo. Elf Jahre später träumt Bénes davon, Demo nachzueifern.

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