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Borussia Mönchengladbach
"Flügel" Drmic an zwei Toren beteiligt

Borussia Mönchengladbach: "Flügel" Josip Drmic an zwei Toren beteiligt
Voller Einsatz: Josip Drmic geht gegen Benoit Trémoulinas ins Luftduell. Borussias Schweizer kam beim 4:2 gegen Sevilla bereits nach 13 Minuten für den verletzten Traoré und war vom rechten Flügel aus an zwei Toren beteiligt. FOTO: AP
Mönchengladbach. Nach Ibrahima Traorés früher Verletzung übernahm der Schweizer am Mittwoch bei Borussias 4:2 gegen den FC Sevilla den Job auf der rechten Seite. Von Karsten Kellermann

Auch die Vergangenheit kann Hoffnung machen. Borussias Fans hatten in den Archiven gewühlt und imposante Beispiele für magische Nächte in Europa aus drei Dekaden auf großen Plakaten zusammengestellt: das 2:0 gegen Juventus Turin (1975), das 5:1 gegen Real Madrid (1985) und das 3:2 gegen den FC Arsenal (1996). Blaupausen sollten das sein für den Mittwochabend, an dem, wie früher, die Borussen als Underdog Großes hinkriegen wollten: Sevilla besiegen für das Überwintern im Europapokal.

Einzelkritik: Note 1 für Stindl FOTO: afp, PST/ej

Einer, der für diese mit dem 4:2 (Tore: Stindl (2), Johnson, Raffael) erfolgreich absolvierte Mission zunächst nur als Option für später eingeplant war, kam weit früher zum Zug: Josip Drmic. Denn nach nicht mal einer Viertelstunde musste Ibrahima Traoré mit einer Zerrung raus, ausgerechnet jener Borusse also, der zuletzt vor Spielfreude so gesprüht hatte und sich als Mann für die besonderen Momente entpuppt hatte. Traoré, der vor seinem Abgang noch mit einem Fernschuss für Gefahr sorgte, ging zerknirscht vom Feld. Drmic, eigentlich für das Sturmzentrum geholt, übernahm den Job, der ihm aber, das belegen Augenzeugen aus seiner Zeit beim FC Zürich, durchaus liegt.

Es war also die nächste Chance für den Schweizer, der als bislang zweitteuerster Einkauf aller Zeiten in Gladbachs Geschichtsbüchern steht. Schon beim 2:1 gegen Hannover hatte er bei seinem Kurzeinsatz gezeigt, dass er sich immer mehr einlebt ins Gladbacher Spiel. Gestern nun, auf dem neuen Terrain, war er erstmals indirekt auch produktiv: Er setzte über Oscar Wendt Granit Xhaka in Szene, und dessen Hereingabe beförderte Lars Stindl zum umjubelten 1:0 ins Tor (29.).

Für Stindl, der später auch das 4:1 erzielte, waren es bereits die Champions-League-Tore zwei und drei. Schon in der 23. Minute hatte er mit einem spektakulären Scherenschlag knapp das Ziel verfehlt, in der 28. Minute Torhüter Sergio Rico seinen Versuch abgewehrt, in der 29. und 78. Minute "klingelte" es dann. Seit Stindl den Platz, den man eher Drmic zugedacht hatte vor der Saison, inne hat, als Sturmpartner Raffaels nämlich, ist der Ex-Hannoveraner zu einem wesentlichen Element im Borussen-Spiel geworden.

Fotos: Johnson schlenzt den Ball mit rechts rein FOTO: dpa, rwe gfh

Da will Drmic noch hin. Auf dem Flügel, den er konsequent hielt, machte er seinen Job gut: Er kombinierte gut mit, ließ Bälle prallen und verteilte sie - wie vor dem 1:0. Zudem arbeitete er engagiert nach hinten. Was das angeht, hatte Trainer André Schubert vor einiger Zeit noch Nachholbedarf ausgemacht. Schuberts Idee, Drmic auf Außen zu bringen, hat etwas. Es nimmt dem 23-Jährigen ein wenig den Druck. Und Schubert hat sich eine Alternative mehr für den Flügel geschaffen, es kann eine Win-Win-Situation sein. Die Fans spüren, dass etwas heranwächst bei Drmic. Sie spornten ihn an, wenn er am Ball war. So war es schon gegen Hannover.

Hinzu kam der Assist des Assists zum 1:0. Statistisch wertvoll ist das nicht, aber gut fürs Gefühl. Dass Drmic auch Teil der Ballstafette vor dem 2:0 durch Fabian Johnson (ebenfalls das zweite Champions-League-Tor) war, passt zum Abend von Drmic. Es wäre sogar mehr drin gewesen, doch ein, zweimal, als er freistand im Strafraum, kam der Ball nicht bei ihm an. Trotzdem war es der nächste Schritt für Drmic. "Josip ist ein super Stürmer, er hat mit Sicherheit nichts verlernt. Borussia wird noch viel Freude an ihm haben", sagte dann auch sein Teamkollege Yann Sommer.

Quelle: RP
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