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17 Punkte nach zehn Spielen
Borussia hat Hinrunden-Bilanz der Vorsaison schon erreicht

Borussia Mönchengladbach: Fünf Fakten zum 3:1-Sieg bei 1899 Hoffenheim
Vestergaard jubelt mit Elvedi, Zakaria und Ginter. FOTO: afp
Sinsheim/Mönchengladbach. Gladbach überzeugt in Sinsheim mit gnadenlosem Umschaltspiel und lässt das 1:5 gegen Leverkusen vergessen. Fünf Fakten zum 3:1-Auswärtssieg gegen die TSG Hoffenheim.  Von Jannik Sorgatz

Borussia Mönchengladbach liegt in der Formtabelle der Liga auf dritten Platz - trotz der beiden Klatschen gegen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Beim 3:1 in Hoffenheim spielte sie am Ende ihre größere Substanz aus und hatte auch das nötige Matchglück.

"Säge" im Wollpullover

Es war ein bitterkalter Januar-Nachmittag beim SV Darmstadt, Dieter Hecking beklatschte mit Handschuhen ein 0:0 und den 17. Punkt der Saison. An einem stürmischen Oktober-Nachmittag in Sinsheim schaffte es Sturmtief "Herwart" zumindest nicht in die Arena der TSG Hoffenheim, so dass Hecking bei elf Grad im Wollpullover die berühmte "Säge" auspackte und den 15., 16. und 17. Punkt der Saison bejubelte. Sieben Spiele schneller als in der vergangenen Saison ist Borussia gewesen und damit zurück im oberen Tabellendrittel. In der Formtabelle, die die vergangenen sechs Partien umfasst, steht Heckings Team sogar auf dem dritten Platz, und das mit den meisten Gegentoren in diesem Zeitraum. 

Hoffenheim - Borussia: Einzelkritik FOTO: Dirk Päffgen

Wie die Gegentore einzuordnen sind

Das Thema Gegentore bietet jedoch Stoff für eine Blitz-Vorlesung in Statistik. Borussia hat mit deren 18, Stand Samstagabend, die zweitmeisten der Liga kassiert, nur der 1. FC Köln ist mit 19 noch schlechter. 1,8 Gegentore im arithmetischen Mittel sind zweifellos zu viele, doch es gibt in der Statistik einen Mittelwert, der eine andere Sprache spricht: den Median, auch Zentralwert genannt. 0, 0, 0, 1, 1, 1, 2, 2, 5, 6 – das sind die Gladbacher Gegentore, Spiel für Spiel und aufsteigend geordnet. Man addiere die beiden mittleren Werte (da die Anzahl der Werte gerade ist), also zweimal eine Eins, und teile sie durch zwei. Der Median liegt damit nur bei 1,0, was die beiden Ausreißer gegen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, so schlimm sie sportlich waren, relativiert. Der Median der Kölner liegt übrigens bei 2,0, der des Hamburger SV (17 Gegentore) ebenfalls.

Mit dem nötigen Matchglück

Vorne stimmte diesmal die Effektivität, und gleich bekam Borussia vorgeführt, was dann möglich ist. Drei der vier größten Chancen waren drin, Vincenzo Grifos Aluminiumtreffer waren eher unter Einzelleistung zu verbuchen. Hoffenheim dagegen vergab in der 80. Minute unmittelbar nach dem 2:1 die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich durch Sandro Wagners Kopfball. "Da hätten wir uns maßlos ärgern müssen", sagte Max Eberl. Ohne das häufig erwähnte Matchglück geht es also fast nie, beim Gladbacher 2:1-Sieg gegen Hannover 96 vergab Martin Harnik eine der größten Möglichkeiten dieser Saison, Borussia hätte das Spiel wohl verloren. Beim 1:5 gegen Bayer Leverkusen wiederum ließ Thorgan Hazard eine nicht minder große zum 2:0 liegen. Nach wie vor ist die Wankelmütigkeit von Bundesligaspielen nicht zu unterschätzen.

Hoffenheim - Borussia: Bilder des Spiels FOTO: dpa, ua jai

Torgefährlichste Defensive

Jetzt legen sie sich auch noch gegenseitig Tore auf: Kopfballverlängerung Denis Zakaria, Nico Elvedi wieder in die andere Richtung zu Jannik Vestergaard - 3:1. Zuvor hatte Matthias Ginter, als Innenverteidiger geholt, behelfsmäßig auf die Sechs vorgezogen, wie ein Mittelstürmer getroffen. Sieben der 16 Saisontore haben Defensivspieler erzielt - Bestwert in der Liga. Derweil setzt Vestergaard seinen Aufwärtstrend fort, als einziger Innenverteidiger neben Leverkusens Sven Bender hat er jetzt zwei Saisontore auf dem Konto.

Substantielle Vorteile

Der Gegner beklagt "müde Beine" und muss schon nach 50 Minuten zum zweiten Mal verletzungsbedingt wechseln - das kennen die Borussen eher von sich selbst. Es war unterm Strich auch ein Sieg der Substanz gegen Hoffenheim. Die hat sich Gladbach über die Jahre erarbeitet und sich natürlich auch in die Lage gebracht, auf dem Transfermarkt die Substanz zu steigern und Verluste gut zu kompensieren. Hoffenheims Startelf am Samstag kostete rund 23 Millionen Euro, Borussia gab für seine rund 80 Millionen Euro aus. Hinzu kommt, dass die unerprobten Europacup-Teilnehmer so langsam spüren, was es heißt, jeden dritten oder vierten Tag zu spielen. 

Quelle: RP
 
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