| 19.19 Uhr

0:4-Pleite
Borussia geht auf Schalke unter

Schalke - Borussia: die Bilder des Spiels
Schalke - Borussia: die Bilder des Spiels FOTO: afp, PST
Die Borussia aus Mönchengladbach zeigt wieder ihr Auswärtsgesicht. Auf Schalke verliert das Team von André Schubert 0:4 (0:0). Von der 52. bis 58. Minute erzielten die Königsblauen drei Treffer. Von Jannik Sorgatz und Gianni Costa, Gelsenkirchen

Als Markus Weinzierl und André Schubert zum ersten Mal in der Bundesliga aufeinandertrafen, waren die Umstände ähnlich. So wie Weinzierl mit dem FC Schalke holte auch Schubert mit Borussia Mönchengladbach im sechsten Saisonspiel die ersten Punkte. Für Schubert war es im September 2015 gegen den FC Augsburg allerdings die Bundesligapremiere, während Weinzierl die Krise mit Schalke selbst begann und nun vorerst beendete. Eine Explosion wie Borussia damals mit vier Toren in den ersten 20 Minuten erlebte Schalke am Sonntag erst nach der Pause: Von der 52. bis 58. Minute erzielten die Königsblauen drei Treffer und gewannen am Ende 4:0.

"In der ersten Halbzeit hatten wir kein gutes Aufbauspiel und sind überhaupt nicht in die gefährlichen Bereiche vorne gekommen. Wir sind gut in die zweite Halbzeit reingekommen und waren eigentlich die Mannschaft, die Fußball spielt. Aber Schalke hat die Tore gemacht. Das war der Unterschied", sagte Schubert bei Sky.

Stindl zunächst auf der Bank

Schubert verzichtete von Beginn an auf seinen Kapitän Lars Stindl. Zudem fehlte Raffael verletzt. Ohne Schlüsselspieler Raffael glich Gladbachs Spiel erneut einem gesperrten Autobahnkreuz im Berufsverkehr. Verbindungen fehlen und das Vorankommen gestaltet sich oft umständlich. So beendete Borussia die erste Halbzeit mit 68 Prozent Ballbesitz, gab aber erst nach einer guten halben Stunde den ersten Torschuss ab.

Da passte es, dass Fabian Johnson und André Hahn in der 41. Minute die zunächst beste Chance ohne Abschluss verdaddelten. Bei der folgenden Ecke klärte Alessandro Schöpf auf der Linie Jannik Vestergaards Kopfball. Ansonsten waren aber eher die mehr als 100 Ballaktionen nennenswert, die Borussias zentraler Dreierkettenmann vor der Pause hatte. Schalkes Versuche dagegen, meist nach Gladbacher Ballverlusten, stellten Torwart Yann Sommer vor keine Probleme – oder gingen gleich vorbei.

Schubert setzte ein Zeichen: Er nahm Vestergaard zur Pause raus und brachte Stindl. Dafür rückte Andreas Christensen in die Abwehr. Gleich steigerte Borussia die Intensität und Schalke wurde fahrig. Doch hinein in die ersten Unmutsbekundungen des Publikum ertönte ein Elfmeterpfiff. Eric Maxim Choupo-Moting nahm einen Kontakt im Duell mit Ibrahima Traoré dankend an und verwandelte dann selbst vom Punkt. Vier Minuten später entzog sich Breel Embolo dem Zugriff Tony Jantschkes und erzielte sein erstes Bundesligator. Das 2:0 war kaum zu Ende gefeiert, da verlor Mo Dahoud im Mittelfeld leichtfertig den Ball. Erst konnte Sommer noch gegen Choupo-Moting parieren, doch den Abpraller verwertete Leon Goretzka. Ein 0:0 mit Gähnfaktor und statischem Aufbauspiel hätte die "Fohlenelf" zu dem Zeitpunkt liebend gerne angenommen. Mit dem Dreifachschlag war die Partie entschieden. Embolo machte es mit dem 4:0 noch schlimmer. Die Gladbacher bleiben bei einem Sieg in den vergangenen 14 Auswärtsspielen stehen.

Für die Schalker war es nach den bisherigen Ergebnissen schon ein großer Schritt in eine zumindest nicht mehr ganz so düstere Zukunft. Weinzierl feilt derweil weiter munter an einem Plan für seine Vorstellung vom Spiel im Revier. Jedenfalls hat er auch nach sechs Partien keine feste Formation gefunden. Im defensiven Mittelfeld durfte diesmal Johannes Geis neben Nabil Bentaleb wirken. Zuvor war er zeitweise auf die Tribüne beordert worden.

Und auch May Meyer hat keinen leichten Stand bei Weinzierl. Der Mittelfeldakteur, in der Europa League gegen Salzburg noch in der Startformation, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Derartige Umstellungen sind typisch für Teams, die im Tabellenkeller festhängen. Zumindest Embolo zahlte das Vertrauen zurück. Er machte mächtig Dampf, doch es mangelte ihm mitunter an Unterstützung. Um Feinheiten werden sie sich auf Schalke liebend gerne in der Länderspielpause kümmern. Zunächst zählen die Punkte.

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