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Borussia Mönchengladbach
Borussia geht mit einer Achse auf Achse

Nationalspieler zwei Tage vor Freiburg zurück am Borussia-Park
Nationalspieler zwei Tage vor Freiburg zurück am Borussia-Park FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Erst Bundesliga in Freiburg, dann Champions League in Manchester: In den kommenden beiden Auswärtsspielen wird André Schubert weiter von der Breite seines Kaders Gebrauch machen. Manche sind dennoch gesetzter als andere. Von Jannik Sorgatz

"Es tut weh, aber es gehört dazu", sagt André Schubert und zuckt mit den Schultern. "Auch wir als Trainerteam müssen lernen, mit der Situation umzugehen." Solch ein betroffenes Gesicht ist bei Borussias Trainer in den ersten Wochen der Saison nur selten zu sehen gewesen. Dass er vor dem Spiel beim SC Freiburg kurz die Lippen aufeinanderpresst, hat dann auch mehr mit einer luxuriösen Art von Wehleidigkeit zu tun, die die meisten Bundesligavereine Borussia gerne abkaufen würden, wenn sie auf dem Transfermarkt erhältlich wäre. "Zehn Feldspieler beginnen, sechs sitzen auf der Bank. Wir kennen es von Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer Leverkusen, dass es in solchen Kadern immer Härtefälle gibt, weil ganz wenige Spieler gesetzt sind", sagt Schubert. "Jeder gibt alles und brennt auf seinen Einsatz. Trotzdem muss du dann vor einigen Spielern stehen und sagen: Dieses Wochenende nicht."

Nur mit Álvaro Dominguez (erneute Rücken-OP), Josip Drmic (Aufbautraining nach Knorpelschaden) und Mamadou Doucouré (Aufbautraining nach Muskelbündelriss) muss Schubert vor Samstag theoretisch keine Gespräche führen, weil ein Einsatz ausgeschlossen ist. Anderen, wie Laszlo Bénes, Marvin Schulz oder Nico Schulz, die wieder mehr oder weniger fit sind, dürfte er vor der Abreise heute ein "noch nicht" mit auf den Weg geben. Es könnte aber die Zeit kommen, in der die Zusammensetzung des 18er-Kaders so viele Härtefälle produziert wie einst der Findungsprozess in Sachen Startelf. Ein schmerzendes Luxusproblem, das gleichsam Freude bereitet.

Christensen und Vestergaard wieder bei der Borussia FOTO: Dirk Päffgen

Nachdem Schubert in der Phase vor der Länderspielpause durchschnittlich sechs Wechsel vorgenommen hat, wird sich die Rotation bei einer niedrigeren Zahl einpendeln. Denn flach wie der Niederrhein ist die Hierarchie innerhalb des Kaders nun auch nicht. Es gibt eindeutig eine Achse von fünf Spielern, die bei Yann Sommer beginnt, bei Andreas Christensen im Abwehrzentrum weitergeht, die Christoph Kramer auf der Sechserposition umfasst sowie Kapitän Lars Stindl und Raffael in der Offensive. Achsenspieler auf Abruf waren in den ersten vier Partien Tony Jantschke, Nico Elvedi und Oscar Wendt, die allesamt drei Viertel der möglichen Spielzeit absolvierten. Mittelfristig dürfte Jantschke mit Neuzugang Jannik Vestergaard ein Entweder-oder-Pärchen bilden. Gleiches gilt für Wendt und Fabian Johnson, Ibrahima Traoré und Patrick Herrmann, Thorgan Hazard und André Hahn sowie Tobias Strobl und Mo Dahoud. "Wir haben eine Mannschaft, die sehr gut mit Konkurrenzsituationen umgeht", sagt Schubert. "Jeder Spieler sieht das große Ganze und nicht nur sich selbst. Wenn wir diesen Zusammenhalt bewahren, ist das noch einmal eine besondere Stärke", meint er und verweist auf den kollektiven Jubel bei Toren - sowohl auf dem Platz als auch auf der Bank.

Vor dem Auftritt in Freiburg wird sich Schubert Gedanken machen, wo er Dahoud am liebsten beim Jubeln beobachten will. "Ich freue mich, dass Mo bei der U21 zweimal fast durchgespielt hat", sagt der Trainer. Lob gibt es für Dahoud ("Spielaufbau", "Abwehrverhalten in der gegnerischen Hälfte" "Torgefahr") genauso wie für Strobl ("Pässe in die Tiefe, Verlagerungen", "Zweikampf- und Kopfballstärke", "Anbindung an die Abwehr"). "Direktvergleiche sind nicht so einfach. Es ist immer die Frage, was im nächsten Spiel gefordert ist", sagt Schubert. An- oder Abwesenheit in der Länderspielpause liefern auf der Suche nach Antworten nicht immer dieselben Argumente.

Borussia Mönchengladbach: Die Verletzten in der Saison 2015/16 FOTO: dpa, fg fdt
Quelle: RP
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