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Borussia Mönchengladbach
Auswärtsflaute sorgt für Ernüchterung

Noten: Elvedi in Wolfsburg überfordert
Noten: Elvedi in Wolfsburg überfordert FOTO: Dirk Päffgen
Wolfsburg. Borussia Mönchengladbach ist seit sechs Auswärtsspielen in der Bundesliga ohne Sieg. Das Problem in der Fremde besteht seit vier Monaten. Neu ist eine Vorliebe für Doppelschläge des Gegners.

38. und 41. Minute in Hamburg, 50. und 53. Minute in Augsburg, nun die 15. und 17. Minute in Wolfsburg – während die Borussia zuvor wenigstens Führungen rund um den Seitenwechsel aus der Hand gab, legte sie am Samstag beim 1:2 beim VfL Wolfsburg einen totalen Fehlstart hin.

"Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren in einigen Situationen aber zu offensiv und haben so auch den ersten Gegentreffer kassiert. Der zweite fiel leider viel zu schnell danach", sagte Trainer André Schubert.

Dem Rückstand lief seine Mannschaft trotz der schnellen Antwort durch Raffael in der 23. Minute bis zum Schlusspfiff hinterher. Aus den vier Auswärtsspielen seit der Winterpause hat Gladbach nur einen Punkt mitbenommen. "Wenn du nur zu Hause gewinnen kannst und auswärts nicht, dann spielst du nicht international", sagte Kapitän Granit Xhaka, der sein 100. Bundesligaspiel absolvierte.

"Elf vom Niederrhein" macht sich Leben doppelt schwer

Ob er mit dieser Aussage nur die Champions League meine, wollte ein Journalist in der Wolfsburger Mixed Zone wissen. Immerhin hat die Borussia trotz der nur zehn Rückrundenpunkte aus acht Partien noch einen Europapokalplatz inne. Nein, alles meine er damit, entgegnete Xhaka. "Wir spielen super Fußball, machen selbst nicht die Tore und kriegen sie innerhalb weniger Minuten. So war das schon in den vergangenen Spielen", monierte er den neuen Hang der "Elf vom Niederrhein", sich das Leben doppelt schwer zu machen.

Erneut reagierte die Borussia schnell, Fabian Johnson hatte nur zehn Minuten nach dem 0:2 sogar den Ausgleich auf dem Fuß, auch das ist eine Qualität. Trösten konnte das Xhaka und seine Kollegen freilich nicht. "Nach den beiden Gegentoren waren wir die bessere Mannschaft. Wir hatten Chancen für genügend Tore. Aber wenn du die nicht nutzt, musst du nicht meinen, dass du in Wolfsburg gewinnst", sagte der 23-Jährige, der selbst in der VW-Arena in seinem vierten Bundesligajahr erst zum zweiten Mal von Beginn an auf dem Platz stand. Trotzdem kassierte die Borussia die zehnte Niederlage in den vergangenen elf Gastspielen bei den "Wölfen". "Irgendwann müssen wir das lernen. Ich hoffe, dass es nicht zu spät ist", sagte Xhaka.

Patrick Herrmann und Thorgan Hazard im Duett

Die beste Möglichkeit, nach der Pause noch auszugleichen, vergaben Patrick Herrmann und Thorgan Hazard auf kuriose Weise. Nach einem Luftduell mit Wolfsburgs Keeper Koen Casteels ging Herrmann zu Boden und blieb leicht benommen liegen. Hazard traf seinen Mitspieler beim Versuch, den Ball im leeren Tor unterzubringen, am Fuß.

Zur anschließenden Zwei-Minuten-Debatte zwischen beiden Mannschaften, dem Schiedsrichter und dessen Assistenten konnte Herrmann nicht viel beitragen, obwohl er der Hauptprotagonist war. "Ich bekomme einen Schlag gegen den Kopf, falle hin und dann war auf einmal helle Aufregung. Wieso habe ich jetzt auch noch nicht ganz verstanden", sagte der 25-Jährige. "Mein Kopf hat ganz schön gebrummt. Alles andere habe ich erst im Nachhinein mitbekommen." Jedenfalls korrigierte Daniel Siebert seine Eckball-Entscheidung und gab Abstoß. 

Herrmann verhindert Hazard-Tor FOTO: Screenshot Sky

Xhaka blickte bereits aufs nächste Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, in dem die Bilanz der vergangenen Wochen wieder einen Sieg versprechen würde. Der Kapitän warnte jedoch: "Gegen Frankfurt haben wir letzte Saison schon 1:3 zu Hause verloren, die sind jetzt im Abstiegskampf. Da müssen wir höllisch aufpassen."

(jaso/klü)
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