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Borussia Mönchengladbach
Xhaka ist ein hoffnungsloser Fall

Xhaka tritt nach und sieht die Rote Karte
Xhaka tritt nach und sieht die Rote Karte FOTO: Screenshot Sky
Meinung | Mönchengladbach. Vieles, was Granit Xhaka betrifft, hatten Borussias Verantwortliche schon vor dem 20. Dezember 2015 klar vor Augen. Dass der Schweizer einer der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga ist, zum Beispiel. Oder dass sie ihn in den kommenden Jahren für eine stattliche Ablösesumme an einen europäischen Topverein werden abgeben müssen. Von Stefan Klüttermann

Auch das Problem mit der Disziplinlosigkeit und den Platzverweisen war den Borussen bewusst. Doch konnte man es in Gladbach bis zum Sonntag vielleicht noch als punktuell unangenehme Nebenwirkung im Auftreten des im Verein beliebten Schweizers abtun, die man korrigieren, ja zumindest eindämmen könnte, dürfte nun klar sein: Xhaka ist in dieser Hinsicht ein hoffnungsloser Fall.

Sie haben schon so oft bei Borussia mit ihm geredet, und sie werden auch diesmal wieder mit ihm reden, allein es fehlt der Glaube, dass das irgendetwas ändert. Seit dem neuerlichen Ausraster in Form des Nachtretens gegen Darmstadts Peter Niemeyer und der anschließenden Roten Karte muss auch dem letzten bei Borussia klar sein: Xhakas Emotionen werden sich nie nur in positive Energie auf dem Platz kanalisieren lassen. Unbeherrschtheiten, Sperren, vorsorgliche Auswechslungen aufgrund einer drohenden Hinausstellung – das alles gehört untrennbar zu Granit Xhaka dazu.

Granit Xhakas Platzverweise FOTO: afp, agz

Wer als Verein Xhakas Talent, seine Klasse, seinen strategischen Spielstil haben will, der muss auch seine "dunkle Seite" in Kauf nehmen. Es gibt das eine nicht ohne das andere. Denn was wollen sie in Gladbach noch Korrigierendes versuchen? Geredet wird und wurde viel. Sie haben Xhaka ja auf Kosten eines Tony Jantschke sogar zum dauerhaften Kapitän gemacht und gehofft, mit dem Gefühl von mehr Verantwortung das Unberechenbare in ihm zu zügeln.

Aber auch das half nichts. So steckt Borussia nun in einer Zwickmühle: Einerseits brauchen sie Xhaka für ihr Spiel, andererseits ist ein permanentes Durchgehenlassen der Undiszipliniertheiten für Fans und Öffentlichkeit immer weniger eine akzepable Option. Irgendwann kommt das Thema "Vorbildfunktion" halt auch mal in dieser Personalie auf den Tisch.

Die Wahrheit ist aber auch: Wenn Borussia sich nun entschließen würde, Xhaka zusätzlich zur DFB-Sperre auch noch intern hintanzustellen und an ihm ein Exempel in hartem Durchgreifen zu statuieren, würde das a) die Mannschaft schwächen und b) auch noch Xhakas Marktwert mindern. Beides ist für den Verein keine Option – nicht aus sportlicher, nicht aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Also gilt am Ende beides im Fall Xhaka: Es muss sich was ändern – aber es wird sich nichts ändern!

Einzelkritik: Bestnote für Wendt, 6 für Xhaka FOTO: ap
 
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