| 19.51 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Xhaka nimmt den Punkt gerne mit

Raffael schafft das "Double-Double"
Raffael schafft das "Double-Double" FOTO: dpa, kjh htf
Augsburg. Borussia Mönchengladbach muss sich beim FC Augsburg mit einem 2:2 zufriedengeben. Auf einen doppelten Rückschlag direkt nach der Pause fand die Mannschaft von André Schubert eine schnelle Antwort. Von Stefan Klüttermann

Es war Borussia Mönchengladbachs fünfter Versuch, einmal ein Bundesligaspiel in Augsburg zu gewinnen. Ein wenig hatten die Borussen darauf gesetzt, dass den Hausherren drei Tage nach deren Europa-League-Aus in Liverpool die Beine schwer sein würden. Doch wenn mit Beginn einer sehr kurzweiligen Partie etwas auf dem Rasen fehlte, war es weniger die Kraft auf Seiten des FCA, es mangelte vielmehr in beiden Reihen oft an Konsequenz in den Aktionen – offensiv wie defensiv. So ergaben sich viele Torchancen und am Ende ein leistungsgerechtes 2:2.

Nicht mehr reparabel war das Abwehrverhalten nach gut einer halben Stunde vor dem Gehäuse der Gastgeber: Ibrahima Traoré hatte Borussia mit seiner einzigen zielstrebigen Aktion in den linken vorderen Teil des Augsburger Strafraums befördert, wo Raffael den Ball übernahm und mit links hoch zur Mönchengladbacher Führung einschoss. Auch ohne seinen etatmäßigen Sturmpartner Lars Stindl (gelbgesperrt) fuhr Borussias bester Torschütze seine Produktion also nicht zurück. Es war bereits sein zehnter Treffer, und zehn Vorlagen kann der Brasilianer auch schon vorweisen – einen zweistelligen Wert in beiden Bereichen erreichte er damit als erster Profi in dieser Bundesligasaison.

Es hätten zu diesem Zeitpunkt indes schon zwei Borussen-Treffer auf der Anzeigetafel stehen müssen, aber FCA-Torhüter Marwin Hitz hatte die hundertprozentige Chance von Raffaels gestrigem Sturmkollegen Thorgan Hazard aus kürzester Distanz irgendwie parieren können. Auch ein zweites Duell entschied Hitz gegen den diesmal allein auf ihn zulaufenden Belgier für sich. Der sehr agile Hazard alleine hätte das Spiel schon früh zugunsten Borussias entscheiden können.

Einzelkritik: Starker Hazard baut nach der Pause stark ab FOTO: dpa, kjh htf

Auf der Gegenseite kamen indes auch die Augsburger zu Möglichkeiten – meist resultierend aus einer Mischung aus Zufall und freundlicher Mithilfe der Gladbacher Abwehr. Doch Ex-Borusse Raul Bobadilla traf nur den Pfosten, Alfred Finnbogason vertändelte den Ball im Eins gegen Eins gegen Yann Sommer, und Dominik Kohr verzog seinen Schuss um Millimeter. Borussia zeigte in diesen Szenen wieder die Passivität in der Arbeit gegen den Ball, die man mit dem jüngsten 1:0 gegen Köln überwunden geglaubt hatte.

Kurz nach Wiederbeginn hatte diese Passivität dann Konsequenzen: Der Isländer Finnbogason konnte ungehindert aus nächster Nähe zum 1:1 einköpfen. Doch damit nicht genug. In der nächsten gefährlichen Szene am Gladbacher Strafraum spekulierten die Borussen auf Abseits und stellten das Spielen ein. Caiuby spielte dagegen weiter, sagte artig Danke und schoss leicht und locker das 2:1.

Herrmann meldet sich zurück nach Kreuzbandriss FOTO: dpa, kjh htf

Immerhin hatten die Gäste nicht lange daran zu knabbern, das Spiel binnen Minuten aus der Hand gegeben zu haben. Fabian Johnson brachte sie mit dem 2:2 zurück in die Partie. Oscar Wendt musste Borussia, bei der inzwischen Patrick Herrmann erstmals seit Anfang Oktober wieder auf dem Platz stand, schließlich zwingend wieder in Führung bringen, verzog aber mit seinem schwächeren rechten Fuß.

Am Ende hatten dann die Borussen noch einmal Glück, dass Finnbogason nur den Pfosten erwischte. "Das Spiel war ein einziges Auf und Ab, ich denke am Ende geht das 2:2 in Ordnung", sagte Herrmann. "Wir kommen sehr passiv aus der Halbzeit und kassieren zwei Tore innerhalb weniger Minuten. Das darf uns nicht passieren", meinte Kapitän Granit Xhaka, der erneut nicht seine fünfte Gelbe Karte sah. "Aber diesen Punkt nehmen wir gerne mit."

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