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Borussia Mönchengladbach
Zwei Eidgenossen sind Hoffnungsträger

Borussia: Rheinisches Derby: die besten Torjäger
Borussia: Rheinisches Derby: die besten Torjäger FOTO: IMAGO
Mönchengladbach. Granit Xhaka ist in Köln nach seiner Sperre wieder dabei. Er ist ein Derby-Experte. Zudem scheint die Zeit reif zu sein für Josip Drmic. Von Karsten Kellermann

Das Datum des letzten Derbys gegen den 1. FC Köln hat Granit Xhaka in seinem Mobiltelefon abgespeichert. Und auch die Statistik dazu. Die weist ihn als Siegtorschützen aus. Er traf in letzter Minute zu Borussias 1:0-Sieg. Es war einer der großen Momente des Borussen Xhaka: Er war der Mann, der das Team zum Erfolg führte. Nichts weniger ist auch sein Anspruch. Und genau den Xhaka braucht Borussia morgen, wenn es das nächste Derby gibt, dieses Mal in Köln.

Beim 0:3 gegen den Hamburger SV in der Bundesliga fehlte Xhaka, er war da ebenso gesperrt wie in der Champions League in Sevilla (0:3). "Man merkt dem Spiel an, wenn er fehlt, er ist ein wichtiger Spieler", sagte Trainer Lucien Favre gestern. Er wird Xhaka, der wieder mitmachen darf, aufstellen und auf die Qualitäten des hochbegabten Schweizers setzen. Möglich, dass auch ein zweiter Eidgenosse in der Krise helfen kann: Josip Drmic. Der gehörte zuletzt beim 0:4 in Dortmund am ersten Spieltag zur Startelf, fortan war er nur noch als Joker tätig, indes ohne Effekt. Dass er aber für Tore gut sein kann, zeigte er zwischenzeitlich, als er für das Schweizer Nationalteam zweimal traf und so das EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien noch drehte.

Rheinisches Derby: die Rekord-Spieler FOTO: dpa, ck jai

Da sich die Borussen aktuell schwertun vor dem Tor und die personellen Rochaden Favres seit dem Dortmund-Spiel nicht eben fruchtbar waren, ist die Zeit eigentlich reif für Drmic' neue Chance. "Er arbeitet sehr gut", gab Favre gestern bekannt, und sagte, gefragt, ob der 23-Jährige eine Option für das Derby sei: "Mal sehen." Es war aber ein "mal sehen", das durchaus gut klang im Sinne von Drmic.

Er ist von Favre als Fachangestellter für Konter eingestuft, doch im Schweizer Trikot erzielte er beide Tore in bester Mittelstürmermanier: Einmal fand er im richtigen Moment die Tiefe, dann stand er bei einem Abpraller da, wo ein Stürmer stehen muss. Einen Mann, der eiskalt vor dem Tor ist, braucht Borussia in der aktuellen Situation. Und Drmic weiß, wie es in einem Derby gegen Köln geht. In der vergangenen Saison schoss er für Leverkusen zwei Tore gegen den FC und bereitete eines vor beim 5:1-Sieg. Es war sein bestes Spiel für Bayer.

Granit Xhaka muss derweil seine Emotionen besser kanalisieren als in Bremen. Da war er mal wieder übermotiviert und handelte sich eine Ampelkarte ein. "Er weiß, was er bringen kann, aber er weiß auch, was er nicht machen darf. Wir brauchen ihn auf dem Platz", sagte Lucien Favre. Xhaka definiert sich selbst als Derby-Experte. Schon, wenn er früher mit dem FC Basel gegen den großen Rivalen FC Zürich spielte, sei er immer gut drauf gewesen, versicherte Xhaka schon öfter. Zudem mag er Spiele, in denen Feuer drin ist, sie entsprechen seinem Naturell. Natürlich gibt es von ihm vor solchen Spielen markige Sprüche. "Wir müssen Männer sein und wieder aufstehen", sagte er nun.

Rheinisches Derby: die Rekord-Trainer FOTO: Horstmüller

Xhaka will sein Team aus der Krise führen. Er kann zeigen, dass er der Führungsspieler ist, der er sein will, dass er einer ist, der die anderen mitreißen und den Impuls in die richtige Richtung geben kann. Drmic kann indes richtig ankommen in Gladbach. Er hat noch keinen Pflichtspiel-Treffer geschafft für Borussia, das Derby wäre der perfekte Rahmen für ein Tordebüt.

Nach dem Derby kommt der FC Augsburg, dann geht es zum VfB Stuttgart. Beide schwäbischen Teams sind wie Gladbach mies gestartet. Es ist also eine Woche der Wahrheit. Borussia kann die Wende einleiten mit einer üppigen Ausbeute. Gelingt das nicht, könnte es fatal werden. Das wissen alle im Borussia-Park. Und hoffen, dass schon in Köln der Trend verändert wird.

In Spielen wie diesem kann so manche Blockade gelöst werden. Bei jedem Einzelnen und im gesamten Team. "So ein Spiel kann uns einen richtigen Kick geben. Wenn wir in Köln gewinnen, werden wir wieder eine Serie starten. Davon bin ich absolut überzeugt", sagte Xhaka. Die Statistik belegt seine Worte: Nach dem letzten Derby-Sieg gab es zwölf weitere Spiele ohne Niederlage - das führte Borussia in die Champions League. Jetzt soll das Spiel beim rheinischen Rivalen den Weg aus dem Tabellenkeller weisen. Zwei Schweizer sind bei der Mission die Hoffnungsträger.

Überraschend dabei? Gibt es im Derby ein Überraschungscomeback von Patrick Herrmann? Gestern trainierte er noch individuell.. Aber "vielleicht ist er schon morgen im Team", sagte Favre. Es ist ein "vielleicht", das Gladbach Hoffnung macht.

Quelle: RP
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