| 22.20 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Groteske Niederlage auf Schalke

Einzelkritik: Schlechte Chancenverwertung verhindert bessere Noten
Einzelkritik: Schlechte Chancenverwertung verhindert bessere Noten FOTO: afp, PST
Gelsenkirchen. Die Borussia wollte sich mit dem ersten Auswärtssieg seit Ende Oktober Big Points sichern im Kampf um die Champions League. Das Unterfangen ging bei der 1:2-Niederlage gegen Schalke auf absurde Weise nach hinten los. Von Karsten Kellermann

Bevor sich der FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach um wichtige Punkte in der Bundesliga stritten, war viel Empathie im Spiel. Die Mönchengladbacher trugen vor dem Anpfiff T-Shirts mit der Botschaft "Josip, wir sind bei Dir" – das war dem an den Hamburger SV ausgeliehen Kollegen gewidmet, der sich soeben einen Knorpelschaden zugezogen hat.

Schalkes Trainer André Breitenreiter verzichtete derweil auf Johannes Geis. Die Situation um den jungen Mann fand er "verzwickt", hatte Geis doch im Hinspiel den Gladbacher André Hahn, der ebenfalls zunächst auf der Bank saß, schwer verletzt. Statistisch war es ein Verlust, denn von den sechs Spielen ohne Geis in der Startelf wurde keines gewonnen, die Hälfte ging sogar verloren.

Dabei waren es die Schalker, die mehr Druck hatten in diesem West-Klassiker. Verlieren war quasi verboten gegen den direkten Konkurrenten. Der wiederum wollte mit dem ersten Auswärtssieg des Jahres ein Zeichen setzen. Das gelang nicht. Borussia verlor 1:2 und besiegte sich dabei selbst.

Gladbachs Trainer André Schubert setzte auf die Formation wie zuletzt beim 3:0 gegen Frankfurt – indes gab es im 3-4-3-System kleine personelle Verschiebungen. Martin Hinteregger rückte in die Dreierkette ein, Fabian Johnson gab stattdessen den vorgezogenen linken Verteidiger und Nico Elvedi machte diesen Job rechts. Vorn sollte die zuletzt schon öfter erprobte Dreifach-Neueinhalb (Raffael, Thorgan Hazard, Lars Stindl) Schalkes Defensive bespielen.

Raffael (10., 48.), der starke Hazard (15., 20., 47.) und auch Lars Stindl (37., 44.) scheiterten entweder am guten Ralf Fährmann oder zielten am Tor vorbei. Borussias Offensivdarbietung wirkte konkreter und planvoller. Gladbachs klares Chancenplus entsprach dem Spiel. Schalke war als Heimteam zu passiv. Das Schubert-Team hatte 58 Prozent Ballbesitz, es wirkte reifer in der Spielanlage, baute gut auf, eroberte Bälle, forschte nach Lücken – und fand sie. Indes ohne Effekt.

Die Aufführung erinnerte an der Spiel vor zwei Wochen in Wolfsburg, bei dem Gladbach ebenfalls weitgehend überlegen war. Das ging 1:2 verloren, weil die Chancen nicht genutzt wurden. Eben dieses Manko gab es auch am Freitag. Es wurde erneut bestraft. Schalke setzte mit seinen schnellen Eigengewächsen Max Meyer und Leroy Sane auf eine Kontertaktik.

Die brachte wenige Möglichkeiten ein, die jedoch waren klare: Vor der Pause parierte Borussen-Torwart Yann Sommer zweimal prächtig, als nach rund einer Stunde aber Sane durchkam, und querlegte, stolperten Hinteregger und Nordtveit den Ball gemeinsam ins eigene Tor zur Schalker Führung. Es hatte an diesem Abend oft ein Gladbacher Tor in der Luft gelegen, diese aber konterkarikierte den Spielverlauf.

Andreas Christensen, der Verteidiger, der im Rahmen der Schlussoffensive ins Mittelfeld vorgezogen wurde, wurde freigespielt und traf zum 1:1. Am Ende setzte André Schubert auf den Hahn-Effekt: Das Siegtor beim Comeback? Doch das Tor erzielte Schalke. Leon Goretzka traf in der 83. Minute – Granit Xhaka fälschte den Ball entscheidend ab. Ein groteskes Ende.

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