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Borussia Mönchengladbach
Gute Voraussetzungen fürs Derby gegen Köln

Nationalspieler wieder zurück im Training
Nationalspieler wieder zurück im Training FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Mannschaft und Fans sind heiß auf das Derby gegen den 1. FC Köln. Personell sieht es bei Borussia wieder deutlich besser aus.

Wochenlang war die erste Antwort in Pressekonferenzen mit André Schubert die wichtigste: Wie ist die Verletztenlage? Wer ist wieder fit? Für wen kommt ein Einsatz noch zu früh? Zwei Tage vor dem Derby gegen den 1. FC Köln kam Borussias Trainer André Schubert ohne Hiobsbotschafen aus, die Lage hat sich in der Länderspielpause merklich entspannt, allem Anschein nach haben die neun Reisenden auch keine neuen Blessuren mitgebracht.

"Über sieben Spiele sind fünf bis sieben unserer besten Spieler ausgefallen. Da ist es normal, dass die Möglichkeiten geringer sind, wenn man diese Namen rausstreicht", sagte Schubert am Donnerstag. "Unser Kader kann solche Dinge zwei, drei Spiele auffangen. Aber Spieler wie Raffael sind über einen längeren Zeitraum nicht zu ersetzen." 

Der Brasilianer sei in einer deutlich besseren Verfassung als vor dem 0:3 gegen Hertha BSC, vor dem er fünf Wochen lang ausgefallen war. "Da merkt man, dass er jetzt zehn Tage trainieren konnte. Im Fußball geht es immer um Wahrscheinlichkeiten des Erfolgs, und das erhöht sie natürlich", sagte Schubert. Etwas zu wenig Training könnte es bis Samstag für Fabian Johnson sein, der die Einheit am Donnerstag noch verpasste. "Er hat zwei Spiele gemacht und hatte den größten Reisestress", sagte Schubert, "da müssen wir noch abwarten."

Mo Dahoud vor dem Derby im Fokus

In Sachen Startelf gegen Köln wollte er sich naturgemäß nicht in Wahrscheinlichkeitsrechnung vertiefen. Bei Tobias Strobl klang es angesichts der Gelb-Rot-Sperre Christoph Kramers aber nach einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, dass er gegen seinen ehemaligen Verein beginnen wird. Neben ihm könnte Mo Dahoud im Mittelfeld spielen, über den Sportdirektor Max Eberl sagte: "Was Mo derzeit erlebt, ist ganz normal: ein schlechteres zweites Jahr nach dem ersten. Daran, dass er früher von der U21 zurückkommen wollte, sieht man, wie sehr er sich mit der Sache identifiziert und gerade daran wächst."

Zwei Spiele gegen Köln hat Dahoud hinter sich. Im September 2015 feierte er bei der 0:1-Niederlage sein Startelfdebüt in der Bundesliga, im Februar 2016 schoss er sozusagen als Krönung seines steilen Aufstieges das Siegtor zum 1:0. Damit hat er auf dem Papier mehr Derby-Erfahrung als Schubert, dessen Bilanz noch makellos ist. "Es wird ein heißes Derby und rassige Duelle geben. Aber es wäre für beide Mannschaften untypisch, wenn sie ihre Emotionen nicht im Griff hätten", sagte Schubert.

Fans schreiben Brief an Mannschaft

Ähnliches hofft Sportdirektor Eberl mit Blick auf die Fans. "Dass jetzt nach den zwei Teilausschlüssen wieder alle Zuschauer da sein können, ist eine große Chance für beide Seiten. Dass Schmähgesänge und Verunglimpfungen dazu gehören, wundert keinen mehr. Aber es sollte dem Fußball würdig bleiben. Momentan gibt es aber keine Anzeichen, dass da etwas im Busch ist", sagte er.

Borussias Fans sind auf jeden Fall heiß und lechzen nach einem Erfolg. Das registrierten auch seine Spieler, so Schubert. "Es gibt Fußballspiele, die bedeuten mehr als drei Punkte. Es gibt Fußballspiele, in denen werden Helden geboren. Es gibt Fußballspiele, die alles vergessen lassen", schreiben die Blogger von Mitgedacht in einem Brief an die Mannschaft. "Es geht um alles." Zumindest um drei Punkte – und die wären momentan ziemlich viel wert.

(jaso)
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