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Borussia Mönchengladbach
"City hat jetzt mehr Respekt vor Borussia"

Borussias Gegner im Porträt
Borussias Gegner im Porträt
Mönchengladbach. Dienstag startet für Gladbach die Champions League in Manchester. Dort registriert ein Beobachter, wie die letztjährigen Duelle die Wahrnehmung Borussias bei City verändert haben. Josip Drmic wird 2016 nicht in der Königsklasse auflaufen. Von Stefan Klüttermann

Jack Pitt-Brooke ist nah dran in Manchester. An Manchester City. Schließlich schreibt der Journalist für die Tageszeitung "The Independent" über den Verein. Als unsere Redaktion ihn vor gut einem Jahr fragte, was für ein Bild man eigentlich in Manchester von Borussia mit Blick auf die anstehenden Duelle in der Champions League habe, sagte Pitt-Brooke: "Die Fans gehen davon aus, dass City leichtes Spiel in den zwei Partien haben wird, denn Gladbach zählt heute nicht mehr zu den bekanntesten Teams auf der Insel."

Knapp zwölf Monate später sollte der Journalist nun wieder einen Eindruck schildern. Den, wie man in Manchester Borussia heute sieht, wo beide doch erneut in der Königsklasse aufeinander treffen. "City hat jetzt definitiv mehr Respekt vor Gladbach. Sie erinnern sich nur zu gut daran, dass sie beide Duelle in der vergangenen Saison erst kurz vor Schluss gewinnen konnten", sagt Pitt-Brooke. 2:1 und 4:2 siegte City im Vorjahr, und in beiden Spielen hatte Borussia den großen Favoriten am Rande einer Niederlage. Das hat Eindruck hinterlassen. "In den Spielen waren wir durchaus auf Augenhöhe und haben gezeigt, dass wir mithalten können", findet auch Patrick Herrmann.

Pressestimmen zur Gruppenauslosung FOTO: dpa, mt asu pro

Citys Respekt vor Gladbach ist also ein anderer, Citys Trainer ist mit Pep Guardiola auch ein anderer, und der weiß aus seinen drei Jahren als Trainer des FC Bayern nur zu gut, welche Qualität man am Niederrhein inzwischen vorweisen kann. Von den sechs Bundesligaspielen, die Guardiola gegen die Borussen bestritt, gewannen seine Münchner nur zwei, in den letzten beiden Spielzeiten blieb er sieglos, verlor gar zwei Duelle. Insofern konnte es auch nicht wirklich verwundern, dass der Spanier als Reaktion auf die Gruppenauslosung sagte: "Ich bin auch wegen Mönchengladbach beunruhigt. Ich kenne sie sehr gut. Das wird ein guter Test."

Dieser erste Test steigt nun am kommenden Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) in Manchester, und es ist durchaus ein Zeichen neuer Ansprüche in Gladbach, wenn aus Anhängerkreisen in diesen Wochen gekrittelt wird, dass es "schon wieder gegen City" geht. Im Dezember waren die Borussen-Fans in größtmöglichen Scharen auf die Insel gepilgert, hatten sich auf teils kreativen Wegen Karten besorgt und für eine Stimmung im Stadion gesorgt, die den Einheimischen nachhaltig in Erinnerung geblieben war. Indes, nicht nur den Einheimischen. "Ich war ja im Dezember auch dort mit dabei, leider nur auf der Tribüne. Aber es war trotzdem ein Riesenerlebnis. Ich persönlich freue mich riesig, dass ich jetzt dabei sein kann und hoffe natürlich, dass ich auf der Insel auch spielen darf", sagt Herrmann. Er hatte das Heimspiel gegen City im September noch auf dem Platz erlebt, war dann aber bekanntlich mit einem Kreuzbandriss für den Rest der Königsklasse ausgefallen. Insofern brennt "Flaco" wohl am allermeisten mit Blick auf Dienstag.

Nicht zu brennen auf die Champions League braucht derweil Josip Drmic: Der Schweizer steht wie Alvaro Dominguez nicht auf der Liste der 33 Namen, die Borussia der Uefa als mögliche Spiele für die Gruppenphase übermittelte. Obwohl Drmic nach seinem Knorpelschaden im Knie auch gestern wieder intensiv mit Reha-Trainer Andy Bluhm an seinem Comeback arbeitete, sieht man bei Borussia offenbar keinen Sinn in einer Nominierung für die Königsklasse.

Quelle: RP
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