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Borussia Mönchengladbach
"Champagner-Fußball ist momentan nicht möglich"

Einzelkritik: Gladbachs Offensive zu unpräzise und kraftlos
Einzelkritik: Gladbachs Offensive zu unpräzise und kraftlos FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach feiert in den Pokalwettbewerben Erfolge, schleppt sich aber durch die Bundesliga. Ohne zehn Profis hatte die Mannschaft von Trainer André Schubert beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt nur eine große Torchance. Von Jannik Sorgatz

Mitte März noch war es eine klare Angelegenheit gewesen. Gladbach ließ gegen Frankfurt kaum etwas zu, dominierte den Gegner vorne nach Belieben und nutzte seine gar nicht so zahlreichen Gelegenheiten sehr effektiv. Damals spielte der Sechste der Tabelle gegen den 16., am Freitagabend traf der Zehnte auf den Siebten. Niko Kovac, der im Borussia-Park vor sieben Monaten erstmals auf der Bank saß, hat aus der Eintracht ein defensivstarkes Kollektiv geformt. Dass Borussia dagegen wenig einfiel, war der größte Unterschied zum Duell vor sieben Monaten.

"Es war ein zähes Spiel mit wenig Torchancen", sagte Trainer André Schubert. Seine Mannschaft beendet den Oktober ohne Treffer in der Bundesliga. 374 Minuten sind vergangen seit Oscar Wendts 2:0 gegen den FC Ingolstadt am 24. September. Aber, und auch darauf wies Schubert hin, in den vergangenen fünf Pflichtspielen hat Gladbach gleichzeitig viermal die Null gehalten. In der aktuellen Periode zwischen den Länderspielpausen gab es zwei Siege, zwei Unentschieden, die Niederlage beim FC Bayern und 4:2 Tore.

"Ich verstehe, dass man von uns immer Champagner-Fußball erwartet, aber das ist momentan nicht möglich", sagte Schubert nach einer Leistung, die dann wohl Leitungswasser entsprach. "Die Jungs ackern und rackern. Wenn du die größte Torchance des Spiels hast und nicht reinmachst, geht es eben 0:0 aus", sagte Schubert und spielte auf Wendts Möglichkeit in der 72. Minute an, als Eintracht-Kepper Lukas Hradecky den Schuss des Schweden mit einem starken Reflex noch an die Latte lenkte.

Gladbach gewinnt mehr Zweikämpfe

Die Borussen liefen etwas mehr als der Gegner, Frankfurt lag dafür bei Sprints und intensiven Läufen vorne. Gladbach gewann deutlich mehr Zweikämpfe, was zumindest in einer sicheren Defensivleistung rund um Interims-Abwehrchef Jannik Vestergaard resultierte.

"Wir haben taktisch sehr gut gespielt. Wir wussten, dass es gefährlich wird, wenn wir Gladbachs Umschaltspiel zur Entfaltung kommen lassen", sagte Frankfurts Trainer Kovac, dessen Mannschaft es gut gelungen war, die Gastgeber aggressiv zu attackieren. Borussia wiederum agierte in den wenigen aussichtsreichen Szene nicht zielstrebig genug. Das 0:0 war am Ende ein faires Resultat. Dass die eine Hälfte dem Ergebnis aus dem Frühjahr entsprach und die andere deutlich dahinter zurückblieb, sagt fast alles aus über Borussia Mönchengladbach im Herbst 2016.

Raffael und Thorgan Hazard fehlten einmal mehr an allen Ecken und Enden. Seit vier Wochen hat keiner der beiden ein Spiel absolviert. "Ich hoffe, dass Raffael mit zwei, drei weiteren Einheiten vielleicht ein Thema wird für Dienstag", sagte Schubert. "Thorgan Hazard und Ibrahima Traoré können hoffentlich auch bald wieder ins Mannschaftstraining einsteigen." Tobias Strobl lief sich zwar warm, stand auf dem Spielberichtsbogen und saß auf der Bank. Der 26-Jährige sei laut Schubert jedoch nicht einsatzfähig gewesen. Demnach waren es am Freitag zehn Profis, die Borussia nicht zur Verfügung standen.

(jaso)
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