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Borussia Mönchengladbach
Borussia hat jetzt mehr Möglichkeiten

Fotos: Johnsons Premiere auf links und rechts
Fotos: Johnsons Premiere auf links und rechts FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Der Bundesligist aus Mönchengladbach steht vor der Verpflichtung von Jorge Benitez aus Paraguay. Er wäre für Trainer Lucien Favre eine weitere Alternative in der bereits stark besetzten Offensive. Insgesamt scheint das Team auf einem guten Weg zu sein. Von Karsten Kellermann

Zwölf Tage bleiben bis zum Pokalspiel beim Regionalligisten FC Homburg. Es ist das erste Pflichtspiel für Borussia Mönchengladbach. Beim 4:1 im Testspiel beim niederländischen Ehrendivisionär Twente Enschede überzeugten die Gladbacher - das passt zu den bisherigen Erkenntnissen der Vorbereitung. Borussia scheint gut aufgestellt zu sein für die neue Saison.

  • Der Kader

Jede Position ist gut und mindestens doppelt besetzt. Der Kader ist facettenreich, viele Spieler sind vielseitig verwendbar. Das gibt Trainer Lucien Favre personellen und taktischen Spielraum. Das Team ist gereift, die Altersstruktur stimmt. Es gibt viele junge Spieler, einige Routiniers, aber nun auch genug Spieler im besten Fußballer-Alter: Raffael (29), Oscar Wendt (28), Max Kruse (26) und Ibrahima Traoré (26).

Fotos: Youngster Schulz und Dahoud überzeugen weiter FOTO: Dieter Wiechmann
  • Der Nachwuchs

Mo Dahoud (18) und Marvin Schulz (19) gehören zu den Gewinnern der Vorbereitung. Sechser Dahoud hat ein ausgezeichnetes Spielverständnis, er gilt als Stratege. In Enschede leitete er mit einem starken Pass das 1:0 ein. "Ich muss aber noch lernen, meinen Körper richtig einzusetzen", gesteht Dahoud. Schulz machte in der Innenverteidigung starke Spiele. Er hat ein gutes Stellungsspiel, ist geschickt im Zweikampf und hat keine Angst vor großen Aufgaben. Favre ist angetan von den Jungspunden, sie sind echte Alternativen.

Fotos: Sommer debütiert für Borussia in Enschede FOTO: Dieter Wiechmann
  • Die Offensive

Ideengeber Raffael glänzt schon wieder, auch Max Kruse ist tatendurstig. Er erzielte in Enschede mit einem Drehschuss das 3:1. Auch Branimir Hrgota traf gegen Twente - nur 17 Tage nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk. Hrgota ist wohl der Borusse mit der größten Coolness vor dem Tor, er ist der "echteste" Neuner im Kader. Patrick Herrmann kommt der neue Borussia-Stil, das Geschwindigkeit-Ballbesitz-Tikitaka, entgegen. In Enschede legte er Hrgota nach einem Sprint auf dem rechten Flügel das 1:0 auf.

  • Die Neulinge

André Hahn und Ibrahima Traoré bereichern das Gladbacher Spiel mit viel Geschwindigkeit. Sie haben sich schnell eingefunden ins Borussen-Spiel. Auch Fabian Johnson, den Favre in Enschede im linken Mittelfeld vorspielen ließ, erweitert die Optionen in der Abteilung Attacke, er kann aber auch rechter Verteidiger spielen. Thorgan Hazard ist vielseitig verwendbar in der Offensive, das schürt den Konkurrenzkampf. Möglich, dass das bald auch Jorge Benitez tut. Der bullige Paraguayer könnte als weitere Offensiv-Verstärkung vorgestellt werden. Er ist in Gladbach zum Medizincheck, dann wird entschieden, ob er geholt wird. Benitez ist 21, hat also noch Entwicklungspotenzial, zudem bringt er die Körperlichkeit mit, die laut Manager Max Eberl gesucht wird. Borussia müsste wohl drei bis vier Millionen Euro für den Mann vom Club Guarani zahlen.

Fotos: Borussia siegt 4:1 in Enschede FOTO: Dirk Päffgen
  • Der Torwart

Yann Sommer feierte in Enschede sein Debüt. Er leitete zwar Twentes Ehrentreffer mit einem "schlechten Pass" ein, zeigte ansonsten aber seine Qualitäten: Sommer dirigierte von hinten heraus, wurde gleich in den Spielaufbau einbezogen und zeigte bei den wenigen Bewährungsproben, dass er reaktionsschnell und fangsicher ist. Der erste Eindruck lässt vermuten, dass Sommer ein adäquater Ersatz für Marc-André ter Stegen ist.

  • Neue Stilmittel

Favre setzt weiter auf viel Ballbesitz. Doch sind seine Spieler angehalten, schneller den Weg zum Tor zu suchen - wie beim 1:0 in Enschede. Zudem hat der Trainer auch den Distanzschuss freigegeben. "Gerade wir Mittelfeldspieler sollen es immer mal versuchen", berichtete Havard Nordtveit, der in Enschede per Freistoß das 2:0 schaffte.

  • Fazit

Borussia ist auf dem richtigen Weg. "Allerdings sind Pflichtspiele etwas anderes als Testspiele. Da ist alles intensiver", sagt Havard Nordtveit. Am Samstag ist der letzte Test bei der Saisoneröffnung gegen Bilbao. Dann muss sich die neue Borussia im ersten Pflichtspiel bewähren.

Quelle: RP
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