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Borussia Mönchengladbach
Nordtveit: Wir sind als Team eine Familie

Borussia feiert den knappen Sieg gegen Darmstadt
Borussia feiert den knappen Sieg gegen Darmstadt FOTO: ap
Mönchengladbach. Havard Nordtveit ist in einem emotionalen Spiel gegen den SV Darmstadt gewohnt cool geblieben – nicht nur bei seinem sehenswerten Freistoßstor zum 2:1. Von Karsten Kellermann

Herr Nordtveit, das 3:2 gegen Darmstadt 98 war zum Hinrunden-Ausklang erneut ein Spektakel – und ein sehr seltsames dazu.

Nordtveit Ja, das kann man sagen. Es war viel Energie in uns. Wir haben über 90 Minuten gezeigt, dass wir Punkte holen wollten – ob mit einem Mann weniger oder nicht. Darmstadt ist schwer zu spielen, es ist eine kämpferisch starke Mannschaft, die viel Theater macht. Da ist es natürlich gut, wenn man ein paar Minuten vor dem Ende das 3:2 macht, dann kann der Gegner kaum noch antworten.

Gut ist auch, wenn man ein paar Männer aus dem Norden im Team hat: Sie selbst haben per Freistoß das 2:1 erzielt, Oscar Wendt, Ihr Kumpel, macht das Siegtor. Treffen Sie beide jetzt immer im Doppelpack? Es war schon in Berlin so.

Nordtveit Das ist jetzt normal, würde ich sagen. Ich weiß allerdings nicht, warum er mich nicht einfach mal ein Tor mehr machen lässt – nett ist das nicht, oder? (grinst). Aber Spaß beiseite: Ich freue mich aber für Oscar und alle anderen, weil wir gut gespielt haben. Es war einfach ein toller Abschluss dieses Jahres, den wir uns verdient haben. Wir haben in den letzten Gegenspielen ein bisschen zu viele Gegentore bekommen und waren müde – aber gegen Darmstadt sind wir nochmal 90 Minuten gelaufen wie nie. Woher die Kraft kam, weiß ich nicht. Aber wir sind Profis und haben gute Familien zu Hause, da müssen wir gar nichts machen außer Kraft tanken – das ist auch wichtig. Und wir sind als Team eine Familie, in der jeder alles für den anderen macht, jeder läuft den letzten Meter für seinen Kumpel. Das haben wir auch gegen Darmstadt gezeigt.

Der eine Kumpel aber, Granit Xhaka, hat sich früh Rot eingehandelt, sodass alle anderen noch ein paar Meter mehr machen mussten. Allerdings lief es in Unterzahl fast schon besser als vorher.

Nordtveit Das ist so. Granit hat eben alles korrekt gemacht, er wusste, dass wir nach der Roten Karte besser sein würden (lacht). Im Ernst: Granit ist ein super Fußballer, der manchmal aber ein bisschen heiß läuft. Eine halbe Sekunde war das so, und das kann in der Hitzigkeit des Spiels passieren. Danach hat er gewusst, dass er da nicht alles richtig gemacht hat. Aber wir haben gewonnen und da ist es egal, ob wir mit elf, zehn oder vier Mann auf dem Platz waren. Wie es zu der Roten Karte kam, habe ich nicht mitbekommen. Erst habe ich gedacht, es wäre kein Rot, aber im Nachhinein habe ich gesehen, dass die Karte korrekt war. Man kann es nicht mehr ändern.

Darmstadt hat, wie vorher auch Ingolstadt, viel provoziert. Nervt das nicht?

Nordtveit Wir wussten das ja, darum haben wir das im Training geübt und simuliert. Das hat geholfen.

Zu Ihrem Tor: Sollte der so kommen?

Nordtveit Ich mache ich Training viele solche Tore, leider klappt es noch nicht so oft im Spiel. Aber es ist schön, wenn mal einer reingeht.

Borussia ist nach Abschluss der Hinrunde Vierter. Haben Sie nach dem Fehlstart mit fünf Niederlagen noch damit gerechnet, dass es so weit nach oben geht?

Nordtveit Nein, absolut nicht. Nach fünf Spielen hatten wir null Punkte. Dann haben wir eine super Serie gemacht. Dass wir jetzt Vierter sind, ist eine sehr gute Leistung. Es gab zuletzt ein paar schwere Dinge zu verkraften: das Pokal-Aus gegen Bremen, die Niederlage in Manchester. Da war auch ein bisschen Pech dabei. Darum haben wir es uns verdient, das letzte Spiel zu gewinnen. Jetzt können wir alle mit einem guten Gefühl nach Hause fahren und die Batterien für die Rückrunde wieder aufladen.

Karsten Kellermann sprach mit Havard Nordtveit

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