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Borussia Mönchengladbach
Hecking-Tabelle und Realität gleichen sich an

Die Hecking-Tabelle
Die Hecking-Tabelle FOTO: dpa, awe hak
Mönchengladbach. Borussia glänzt selten spielerisch. Doch so stabil wie die Mannschaft unter Dieter Hecking auftritt, reicht das in dieser Liga fürs obere Tabellendrittel. Denn auch nach unten gibt es nur wenige Ausreißer, nie blieb Gladbach mehr als drei Spiele sieglos. Von Jannik Sorgatz

"Es gibt so Momente in einer Saison, in denen du das Gefühl hast: Jetzt musst du dabei sein. Das war so ein Tag", sagte Trainer Dieter Hecking nach dem 2:0 in Bremen, dem ersten Auswärtssieg und dem zweiten Dreier in Folge. Auf beides hatte seine Mannschaft seit April warten müssen, was spektakulärer klingt, weil die Sommerpause dazwischen lag, aber sechs Monate Warten entsprechen der allgemeinen Wahrnehmung im grummeligen Gladbacher Umfeld.

In der Bundesliga-Tabelle ist Borussia nach acht Spieltagen nun zweifellos "dabei". Der fünfte Platz entspricht der Zielsetzung, besser abzuschneiden als in der Vorsaison, und unterfüttert die offensiven Aussagen von Spielern wie Oscar Wendt, die Gladbach zu den besten sechs Mannschaften der Liga zählen. Am Wochenende hat sich das gesamte obere Tabellendrittel etwas bereinigt. Bayern, Dortmund, Hoffenheim, Leipzig, Gladbach, Schalke – vor der Saison wäre das ein konservativer Tipp gewesen.

Es ist eine Momentaufnahme, aber eine vielsagende. Denn die sechs Teams stehen auch in der Hecking-Tabelle oben, die gleichzeitig die Jahrestabelle 2017 ist. Man kann es nicht anders sagen, wenn Borussia unter ihrem neuen Trainer noch einmal neu hätte beginnen dürfen, wäre die Lage absolut rosig. 43 Punkte hat Gladbach in 26 Spielen gesammelt, liegt damit vier hinter Leipzig und fünf vor Schalke. Dass der Vorsprung auf den Siebten zehn Punkte beträgt und der Werder Bremen heißt, spiegelt das Gesamtbild der Bundesliga bestens wider.

Zwischen dem Siebten und 16. der Hecking-Tabelle liegen nur acht Zähler. Zwischen Mittelmaß und Abstiegskampf ist der Übergang fließend, und Gladbach schafft es seit Monaten, sich dem punktemäßig zu entziehen. Dass es im Mai nur zum neunten Platz reichte, lag vor allem an der Hypothek der schwachen Hinrunde. Viel hat das Team der starken Serie nach Heckings Übernahme zu verdanken, aber auch 27 Punkte in 19 Spielen seit Anfang März können sich sehen lassen.

Ein schneller Ritt durch dieses Feld macht deutlich, wie inkonstant das Gros der Liga spielt. Mit dem Finger auf andere zu zeigen, kann sich manchmal doch als erhellend erweisen:

  • Bremen: Verliert die ersten vier Spiele des Jahres, holt dann 29 Punkte aus elf Spielen, um in den nächsten elf sieglos zu bleiben.
  • Augsburg: Steckte bis zum Ende im Abstiegskampf, hat nun aber den besten Start seiner Bundesliga-Geschichte hingelegt.
  • Hamburg: Ist tatsächlich noch Neunter der Jahrestabelle, obwohl es zuletzt schon wieder fünf Niederlagen in sechs Spielen gab.
  • Freiburg: Kassiert immer wieder Klatschen wie beim 0:5 in München, hat die meisten Gegentore 2017 und die drittwenigsten erzielt.
  • Leverkusen: Verharrt auch in dieser Saison bislang im Mittelmaß, während Gladbach und Schalke gut punkten.
  • Wolfsburg: Noch mittelmäßiger, hat dieses Jahr schon zwei Trainer entlassen.
  • Hertha: Spielte Europa League, hat aber in 26 Spielen nur 28 Punkte geholt.
  • Mainz: Schafft es immer wieder, sich aus kritischen Situationen zu befreien, wird aber immer wieder rückfällig.
  • Frankfurt: Ist überraschend gut gestartet, hat aber eine wahnsinnig schlechte Rückrunde gespielt.
  • Köln: Ist nach dem schlechtesten Start in 55 Jahren Bundesliga auch in dieser Wertung ganz unten angekommen.
 
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