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Borussia Mönchengladbach
Historie sieht Borussen sicher in den Top 4

Fotos: Borussia feiert Sieg mit Fans in München
Fotos: Borussia feiert Sieg mit Fans in München FOTO: dpa, geb hak
Mönchengladbach. Nie zuvor sammelte Gladbach in den ersten neun Rückrundenspielen 20 Punkte. Ein Vorsprung von minimum acht Punkten nach Spieltag 26 reichte zudem seit 1995/96 in 24 von 25 Fällen am Ende für einen Champions-League-Platz. Von Stefan Klüttermann

In der Saison 1995/96 führte die Bundesliga die Drei-Punkte-Regel ein, und seitdem ist Borussia noch nie so erfolgreich in eine Rückrunde gestartet wie in der laufenden Runde. 20 Punkte aus den ersten neun Spielen der zweiten Halbserie, das hatten die Borussen weder in der famosen Spielzeit 2011/2012 geschafft (da waren es 18), noch war es ihnen in der Saison 1995/96 gelungen (damals waren es 17), die am Saisonende auf Rang vier endete. Mit diesen 20 Punkten und dem Sieg von München lässt sich die für die Nicht-Nationalspieler bis Donnerstagnachmittag freie Zeit dann auch entspannt und zufrieden verbringen. "Bis Donnerstag, bis wir wieder trainieren, wird die Freude mindestens andauern. Es ist doch klar, dass durch so einen Sieg bei den Bayern die Freude am Training wächst, das Selbstbewusstsein auch. Es ist eine schöne Länderspielwoche für uns", sagte Tony Jantschke.

Da geht der Verteidiger absolut konform mit dem Borussen-Umfeld. Nicht nur im Verein selbst, natürlich auch unter allen Anhängern wird dieser Tage gerechnet, orakelt und gefachsimpelt, ob es denn diesmal tatsächlich klappen könnte mit der Champions-League-Teilnahme für die Fohlen. Ein Blick in die Statistik nährt die Zuversicht in dieser Hinsicht gewaltig: Seit 1995 hatten 25 Teams nach einem 26. Spieltag acht Punkte oder mehr Vorsprung auf den in der jeweiligen Saison ersten Nicht-Champions-League-Platz. Nur in einem einzigen dieser 25 Fälle reichte ein solcher Vorsprung am Ende nicht: Bayer Leverkusen verspielte 2009/10 an den letzten acht Spieltagen noch elf Punkte Vorsprung auf Werder Bremen und musste sich schließlich mit der Europa League begnügen.

In den anderen 24 Fällen, also in 96 Prozent, stand am Ende ein Einlaufen auf einem Platz, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt bzw. die Chance zur Qualifikation bietet. Und die Lust auf Champions League ist, na klar, groß im Borussen-Land. Es sei denn, man fragt Martin Stranzl danach, wie sehr es ihn persönlich reizen würde, Champions League zu spielen. Dann bekommt man als Antwort die mit einem Lächeln garnierte Nüchternheit: "Hab ich doch schon gespielt. Für mich ist wichtig, dass ich in so einer Truppe mitspielen kann." Dieselbe Nüchternheit sprach auch aus dem Österreicher, als ihm die Frage begegnete, wie Borussia es geschafft habe, so selbstbewusst beim FC Bayern aufzutreten. "Warum sollst du hierhin fahren, drei Kreuze machen, hoffen und beten, dass du nicht klanglos untergehst? Dann würde bei uns Spielern einiges nicht stimmen", sagte der 34- Jährige.

Für Nüchternheit in der Betrachtung der eigenen Lage sind sie bei Borussia inzwischen bekannt. "Alles, was bei diesem Klub passiert, ist so unglaublich solide und vernünftig, dass es fast schon unsexy ist", schrieben die "11 Freunde" neulich in ihrer Titelgeschichte über die Renaissance der Fohlenelf. Es wäre gleich eine Renaissance der ganz großen Zeiten, sollte Gladbach tatsächlich der Sprung in die Eliteklasse des Europapokals gelingen. Das Restprogramm hat es zwar in sich, aber das von Leverkusen und Schalke liest sich nicht wesentlich leichter, und S 04 hat noch fünf Auswärtsspiele. Am 23. Mai ist man schlauer - und hat aus Gladbacher Sicht hoffentlich die Historie bestätigt. Die Chance dazu beträgt 96 Prozent. Statistisch gesehen.

Quelle: RP
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