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Borussia Mönchengladbach
Hoffen auf den "Ketchup-Effekt"

Die Schubert-Tabelle
Die Schubert-Tabelle FOTO: afp, oa-iw
Mönchengladbach. Nach zwei Niederlagen zum Rückrundenstart wird der Druck für Bundesligist Borussia Mönchengladbach zum Werder-Spiel höher. Vorerst bleibt der VfL auf einem Europacup-Platz. Von Karsten Kellermann

Havard Nordtveit hat schon viel erlebt mit Borussia Mönchengladbach. Eine haarscharfe Rettung vor dem Abstieg zum Beispiel und danach den Aufstieg bis in die Champions League. Weswegen Nordtveit nun, da die Borussen von den letzten sechs Pflichtspielen fünf verloren haben, recht entspannt bleibt. "Es ist manchmal so im Fußball. Wir müssen einfach weiterarbeiten, dann kommt der Ketchup-Effekt", sagte er nach dem 0:1 bei Mainz 05, einem Spiel, "in dem wir Minimum einen Punkt holen mussten", wie Nordtveit anmerkte.

Sein Ketchup-Vergleich besagt: Es dauert immer ein wenig, bis etwas aus der Flasche kommt, dann gibt es den großen Rutsch – wusch! Ein bisschen, so deutete Nordtveit an, sei es auch bei den Borussen in den ersten Wochen des neuen Jahres: Es kommt tröpfchenweise und bald, natürlich möglichst bald, soll es "wusch" machen. Das Freitagspiel gegen Werder Bremen (20.30 Uhr/Live-Ticker) wäre ein geeigneter Zeitpunkt. "Wir sind in einer Schweinesituation. Wir bekommen unnötige Tore und schaffen selbst den Punch nicht", sagte Sportdirektor Max Eberl in Mainz. Das soll anders werden.

EInzelkritik: Christensen hat Abwehr im Griff – Traoré neben sich FOTO: dpa, fve fdt

Es pressiert also bei den Gladbachern. Der Trend ist negativ seit dem großen Sieg gegen den FC Bayern München am 5. Dezember. Bis dahin sah es aus, also würde Trainer André Schubert alles gelingen, egal was er personell oder taktisch entschied, es passte. Mancher sprach von Magie. Nun ist der Zauber verflogen – weswegen auch ein Spiel wie das in Mainz verloren ging. "Wenn wir solche Chancen kriegen und kein Tor machen, können wir nicht gewinnen", erklärte Nordtveit.

Er und auch sein Trainer sahen in Mainz indes deutliche Verbesserungen, was die Probleme in den Spielen zuvor anging. Da gab es im Schnitt drei Gegentore. Dieses Mal blieb es bei einem. "Defensiv haben wir einen guten Job gemacht. Mainz ist eine gute Kontermannschaft – und das haben wir verhindert", sagte der Norweger. "Ein, zwei Aktionen beim Umschalten" jedoch bemängelte Schubert, dummerweise führte eine davon zum entscheidenden Tor durch Christian Clemens.

Das Offensivspiel brachte viele Torgelegenheiten ein, insbesondere Lars Stindl und Raffael, die bisher sehr zuverlässig geliefert hatten als Angriffsduo, hätten dem Spiel eine andere Richtung geben können, hinzu kamen Versuche von Martin Hinteregger, Andreas Christensen oder Thorgan Hazard. Doch entweder schossen die Gladbacher vorbei am Tor oder Loris Karius verhinderte, dass sich die 4500 Mönchengladbacher Fans in Mainz freuen durften. Borussia, eigentlich in der Bundesliga die Nummer eins bei der Chancenverwertung, stand sich selbst im Weg.

Borussia Mönchengladbach: Die Verletzten in der Saison 2015/16 FOTO: dpa, fg fdt

Trotz der zweiten Niederlage in Folge wollen sich Nordtveit und die anderen Gladbacher nicht zu sehr grämen. Sie wissen, was sie können, und sie haben in der Hinrunde gelernt, dass sich die Qualität irgendwann zeigt. Im ersten Saisonteil vergingen jedoch fünf Bundesligaspiele plus eines in der Champions League, bis es klappte – damals war der FC Augsburg der Leidtragende, den der Ketchup-Effekt richtiggehend wegspülte beim 4:2.

Doch bis Spiel sechs der Rückrunde wollen die Borussen natürlich nicht warten. Dann könnte auch schon ein entscheidender Nachteil entstanden sein im Rennen um die europäischen Plätze. Diese sind das Ziel des Klubs, und das Team hat das Potenzial dafür. Weil sich die Konkurrenz anders als vor einer Woche nun keine Blöße gab, ist Borussia erst mal abgerutscht im Klassement. Das soll schnell korrigiert werden. "Wir müssen die positiven Dinge aus Mainz mitnehmen. Und nächste Woche kommt dann der Ketchup-Effekt", kündigte Nordtveit an.

Quelle: RP
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