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Borussias Flügelspieler
Traoré und die Fraktion Arbeitsteilung

Borussia Mönchengladbach: Ibrahima Traoré und die Job-Sharing-Fraktion
Ibrahima Traoré im Pokalspiel gegen Rot-Weiss Essen. FOTO: rtr
Mönchengladbach. "Der Trainer weiß: Wenn er mich braucht, bin ich da", sagte Ibrahima Traoré nach seinem Comeback in Bremen. Das würden wohl einige seiner Konkurrenten für sich reklamieren. Doch der 29-Jährige hat gute Chancen, bald wieder zu beginnen. Von Jannik Sorgatz

Nach fast auf die Minute genau acht Wochen war Ibrahima Traoré zurück. Im Derby gegen den 1. FC Köln war er in der 84. Minute ausgewechselt worden, gegen Werder Bremen wurde er in der 74. Minute eingewechselt. "Es war ein gutes Spiel der Mannschaft. Deshalb war es einfach, reinzukommen", sagte er, nachdem die 4000 Borussia-Fans im Weserstadion ihn gefeiert hatten: "Ein geiles Gefühl!"

Dass Traoré Fabian Johnson ersetzte, war geradezu logisch. Dieter Hecking hat bislang zehn Stammspieler, inklusive Torwart, nur beim SC Freiburg kommt der Mann mit den zehntmeisten Minuten ebenfalls auf 540 von 720 möglichen. Dafür klafft danach eine große Lücke bei Borussia: Die elftmeisten Minuten hat Patrick Herrmann mit 274, da wiederum sind es bei keinem anderen Klub weniger.

Und das extreme Job-Sharing auf der freien Flügelposition neben dem unumstrittenen Thorgan Hazard dürfte weitergehen. In Bremen hatte Hecking drei Optionen auf der Bank. Zum zweiten Mal saß Herrmann über die gesamte Spieldauer. Neben Traoré brachte Hecking kurz vor Schluss Vincenzo Grifo, die Startelf hatte er ihnen nach wochenlangen Verletzungpausen noch nicht zugetraut. "Ich bin der Meinung, dass die beiden noch ein bisschen brauchen", sagte Hecking vor dem Spiel. In Jonas Hofmann hatte er einen vierten Flügelspieler - zuletzt ebenfalls mit Verletzungsproblemen - zu Hause gelassen.

Drei Tage vor dem nächsten Spiel gegen Bayer Leverkusen ist völlig offen, wer beginnen darf. Aus einem Ranking der Alternativen für Außen muss man Grifo, der erst 13 Minuten gespielt hat, noch weglassen. Herrmann (274), Johnson (254), Hofmann (124) und Traoré (100) sind eher zu vergleichen. Getroffen hat bislang keiner von ihnen, bis auf Johnson haben alle ein Tor aufgelegt. So sieht es im Detail aus (alle Werte pro 90 Minuten):

  • Schüsse Traoré und Hofmann 3,6, Herrmann 1,3, Johnson 1,1
  • Schussvorlagen Hofmann 4,4, Traoré 3,6, Johnson und Herrmann 0,7
  • Dribblings Traoré 7,2, Hofmann 3,6, Herrmann 1,6, Johnson 0,4
  • Erfolgsquote Traoré 63 Prozent, Hofmann 20, Herrmann 20, Johnson 0
  • Passquote Traoré 82 Prozent, Herrmann 75, Hofmann 74, Johnson 62
  • Gew. Zweikämpfe Traoré und Johnson 50 Prozent, Herrmann 42 , Hofmann 36

Zahlenmäßig hat eindeutig Traoré die Nase vorn, der zudem auf ein starkes DFB-Pokalspiel bei Rot-Weiss Essen verweisen kann. "Ich fordere nichts. Der Trainer weiß: Wenn er mich braucht, bin ich da", antwortete der 29-Jährige allerdings auf die Frage, ob er nun gegen Leverkusen beginnen wolle. Vielleicht ist das Pokalspiel bei Fortuna Düsseldorf, wo der Gegner tief stehen dürfte, die realistischere Option.

Am Sonntag in Bremen begann Johnson zum dritten Mal in Folge und zeigte sich etwas verbessert. Von der Form, in der er einst als "Strukturspieler" gefeiert wurde, ist der US-Amerikaner allerdings noch weit entfernt. Gerade einmal 28 Ballkontakte hatte er in 74 Minuten.

Traoré kam in der restlichen Zeit bis zum Abpfiff auf 19, obwohl Borussia in der Schlussphase weniger Ballbesitz hatte als vorher. Doch verbal gab sich der Guineer in jeder Hinsicht defensiv. "Vor zwei Wochen waren wir Mittelmaß, jetzt sind wir mittendrin. Lasst uns am 34. Spieltag darüber reden", sagte er zum Sprung auf den fünften Platz.

Quelle: RP
 
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