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Rollentausch mit Werder Bremen
Borussia ist dem Vorbild ein Vorbild

Borussia Mönchengladbach ist ein Vorbild für Werder Bremen
Borussia-Manager Max Eberl. FOTO: rtr, mb
Borussia Mönchengladbach wollte lange wie Werder Bremen sein. Nun sind die Rollen vertauscht. Am Freitag treffen beide aufeinander. Von Jannik Sorgatz

Max Eberl hat es 2009 klar formuliert: "Wir müssen endlich eine Kontinuität finden, einen Weg und einen Plan verfolgen, mit dem wir uns über Jahre hinweg identifizieren können. Das ist wie bei Werder Bremen ein Prozess über Jahre hinweg, das muss unser Vorbild sein."

Zur Erinnerung: Werder spielte zu diesem Zeitpunkt die fünfte Saison in Folge in der Champions League. Der Klub, dessen Gesicht Trainer Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs prägten, war die Nummer zwei der 2000er-Jahre. Gladbach stand in der Dekaden-Tabelle übrigens auf dem zwölften Platz.

Kurz nachdem Eberl jene Sätze gesagt hatte, bekam Borussia noch einmal ihre Position in der Bundesliga-Nahrungskette vor Augen geführt: Werder warb Marko Marin für mehr als acht Millionen Euro ab, der zuvor maßgeblich am Gladbacher Klassenerhalt beteiligt gewesen war. Im Sommer 2016 hatte sich das Blatt gewendet: Borussia verpflichtete Jannik Vestergaard für zwölf Millionen Euro aus Bremen, das sich erst am letzten Spieltag gerettet hatte.

In der Tabelle der 2010er Jahre ist Borussia Fünfter

Die 2010er-Jahre biegen inzwischen auf die Zielgerade ein: Gladbach ist Fünfter in der Dekaden-Tabelle, knapp hinter Schalke 04 und klar vor dem VfL Wolfsburg. Werder steht auf dem neunten Platz und ist damit das schlechteste Team nach dem Hamburger SV, das in dieser Zeit stets erstklassig war. Bremen beendete die vergangene Saison erstmals seit 2011 vor Gladbach, weil Dieter Heckings Mannschaft das letzte Spiel gegen den SV Darmstadt vergeigte. Vor dem Duell heute trennen beide Mannschaften acht Punkte und sieben Plätze – Normalität in den vergangenen Jahren.

Kein Wunder, dass das Wort "Vorbild" inzwischen eher aus Bremer Mündern kommt. 2014, 2016 und 2017 stellte der Verein jeweils im Herbst neue Trainer ein, nach dem letzten Gastspiel in Gladbach vor anderthalb Jahren musste Viktor Skripnik gehen, sein Nachfolger Alexander Nouri hielt sich nach der Niederlage gegen Gladbach im vergangenen Oktober nur noch zwei Wochen. Nun ist es also an Florian Kohfeldt, das Kontinuitäts-Versprechen einzulösen.

Auf dem Transfermarkt konnte Bremen Borussia zwei Mal ausstechen

Auch finanziell war Werder im europäischen Vergleich mal eine große Nummer. Jahr für Jahr stellen die Wirtschaftsprüfer von Deloitte die "Money League" mit den umsatzstärksten Klubs Europas zusammen. Im Report von 2010 stand Bremen auf dem 17. Platz, damals vor Borussia Dortmund. So hoch hat es Gladbach nie geschafft, war in der diesjährigen Ausgabe aber immerhin auf dem 25. Platz zu finden.

Immerhin auf dem Transfermarkt konnte Bremen mal wieder wohltuende Siege feiern. Eberl gab im Interview mit der "Kreiszeitung" zu, mit Werder um Thomas Delaney und Ludwig Augustinsson konkurriert zu haben – beide Male machten die Hanseaten das Rennen.

 
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