Borussia Mönchengladbach

Das nächste Drmic-Comeback

Beim Fotoshooting Ende Juli war Josip Drmic dabei gewesen. FOTO: Dieter Wiechmann

Mönchengladbach. Überraschend haben Josip Drmic und Mamadou Doucouré am Mittwoch mit der Mannschaft trainiert. Die Leidengeschichte der beiden dauert jeweils anderthalb Jahre – und soll bald zu Ende gehen.

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Josip Drmic wollte nichts sagen. "Gibt nichts Neues", sagte der Schweizer knapp und lief Richtung Kabine. Das konnte man durchaus anders sehen, schließlich kam er gerade vom Trainingsplatz, vor ihm und hinter ihm die Teamkollegen. Nach mehr als fünf Monaten Abstinenz ist zumindest ein vorsichtiges "Drmic ist zurück" erlaubt. 

Mehr als anderthalb Jahre wiederum sind seit seinem Knorpelschaden im rechten Knie vergangen, im Dezember 2016 dann das Comeback gegen den FSV Mainz in der Liga, Anfang Februar das Startelf-Comeback im Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth, beim Europa-League-Aus gegen Schalke 04 Mitte März begann Drmic ebenfalls als Lars-Stindl-Ersatz. Er war mittendrin, bereitete vier Tore vor, darunter den wichtigen Ausgleich beim AC Florenz und den Siegtreffer im Derby beim 1. FC Köln, nur ein eigener fehlte. Der gelang ihm für die Schweiz zum Sieg gegen Lettland. Doch im April verspürte Drmic beim Aufwärmen in der Halbzeit gegen Borussia Dortmund wieder Schmerzen. Es folgte eine Arthroskopie Ende Mai, gefolgt von der nächsten Reha. Über ein mögliches Karriereende wurde sogar spekuliert. Das ist der Schnelldurchlauf der Leidensgeschichte.

So häufig wie Mamadou Doucouré, der am Mittwoch ebenfalls wieder dazustieß, war Drmic während des Mannschaftstrainings nicht draußen zu sehen. Ab und an dokumentierte er seinen Kampf fürs nächste Comeback bei Facebook, reiste mit in den Vatikan zum Papst und setzte die Reha zwischenzeitlich in der Schweiz fort, um mal etwas anderes zu sehen als den Borussia-Park. Zwischendurch lobte Trainer Dieter Hecking seinen Einsatz, es war auch ein Signal an den 25-Jährigen, dass er nicht abgeschrieben ist – zu Recht, wie sich nun zeigt.

Bei seinem Trainings-Comeback ging Drmic wie Doucouré noch nicht in Zweikämpfe, vorher hatten die Kollegen auf dem Rasen applaudiert. Die Übungen wurden laut Co-Trainer Dirk Bremser sogar nach beiden ausgerichtet. Insgesamt elf Feldspieler waren in der ersten Einheit der Länderspielpause dabei, neben den beiden genannten noch Tony Jantschke, Oscar Wendt, Fabian Johnson, Christoph Kramer, Vincenzo Grifo, Raffael, Kwame Yeboah, Patrick Herrmann und Julio Villalba. In Abwesenheit von Yann Sommer und Moritz Nicolas herrscht bei den Torhütern unter der Leitung von Uwe Kamps und Christoph Semmler nun Eins-zu-eins-Betreuung. 

Dass Johnson am Niederrhein geblieben ist bzw. bleiben musste, obwohl er gesund ist und zuletzt zweimal von Beginn spielen durfte, hatte in den USA für Gesprächsstoff gesorgt. Dort sind viele Fans und Experten der Meinung, Nationalcoach Bruce Arena könne es sich nicht erlauben, in zwei entscheidenden WM-Quali-Spielen auf einen Mann mit Johnson Erfahrung und Renommée zu verzichten. "Das ist etwas, womit sich der Trainer auseinandersetzen muss. Ich kann nur sagen, dass ich gerne dabei gewesen wäre", sagte Johnson am Mittwoch. Über Arenas Begründung verriet der 29-Jährige: "Er hat gesagt, dass ich hier ins Team kommen und an meiner Fitness arbeiten soll." Das kann er nun tun – überraschend gemeinsam mit Josip Drmic.

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