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Borussia Mönchengladbach
"Ich bin bereit für weitere Spiele"

Borussia Mönchengladbach: Julio Villalba bereit für weitere Spiele
Julio Villalba. FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Borussias junger Stürmer Julio Villalba kommt wie Raúl Bobadilla aus Paraguay. Wie er von seinem erfahrenen Landsmann profitiert, erklärte er im Interview nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Von Karsten Kellermann

Borussias Vize-Präsident Rainer Bonhof hat das erste Jahr des jungen Paraguayers Julio Villalba als "Schnupperkurs" bezeichnet: reinschnuppern in die Bundesliga, reinschnuppern auch in eine neue Welt weit weg von der Heimat. "Die Herausforderung Bundesliga wird er hinkriegen", ist sich Bonhof sicher. Jenseits des Fußballs erleichtert Villalba der neue Kollege Raúl Bobadilla, wie er Nationalspieler Paraguays, das Ankommen.

"Boba" kümmert sich als fast schon väterlichen Freund um den Mann, der zugleich sein Konkurrent im Angriff ist. Am Samstag beim 0:1 gegen Frankfurt durften beide zeitgleich ran in den letzten Minuten – es ging darum, noch etwas zu bewegen. Das gelang nicht, weder Bobadilla noch Villalba. Dennoch: Für Villalba waren es seine ersten sechs Bundesliga-Minuten. Über sein Debüt, seine ersten Monate bei Borussia und Anrufe seines Vaters sprach Villalba, der am Sonntag 19 wird, im Interview.

Herr Villalba, wie lautete Dieter Heckings Auftrag an Sie bei Ihrem Bundesliga-Debüt gegen Frankfurt?

Villalba Es war schwierig für mich in so ein Spiel reinzukommen. Der Trainer hat zu mir gesagt, ich soll vorn mit Boba spielen und alles versuchen, ein Tor zu machen.

Es war Ihr erstes Pflichtspiel im Borussia-Park. wie fühlte sich das an? Sie haben das Stadion ja schon beim Telekom-Cup kennengelernt.

Villalba Es ist aber etwas ganz anders, ein Bundesligaspiel zu machen, als ein Testspiel. Gerade gegen einen so starken Gegner - es war nicht leicht für mich. Ich war auch ein wenig nervös, als ich eingewechselt wurde. Aber das war dann schnell verflogen. Ich habe mich auf dem Platz gut gefühlt. Es war schon etwas ganz Besonderes, vor 50.000 Zuschauern zu spielen, das war neu für mich.

Der Wechsel nach Deutschland bringt viel Neues für Sie, es ist quasi eine ganz neue Welt, in die Sie gekommen sind. Ist es da wichtig, dass Sie schon im dritten Spiel der Saison reingekommen sind?

Villalba Die ersten drei Monate waren eine schwierige Zeit für mich. Es ist eine große Umstellung, wenn man in ein Land mit einer ganz anderen Kultur als in der Heimat kommt. Auch der Fußball ist anders, die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt. Aber ich fühle mich gut hier bei Borussia und ich bin bereit für weitere Spiele.

Hilft es Ihnen, dass in Raúl Bobadilla nun ein Landsmann da ist?

Villalba Als ich gehört habe, dass er zu Borussia zurückkehren würde, war ich total begeistert. Er ist für mich sehr wichtig, vielleicht das Wichtigste überhaupt. Boba hilft mir sehr viel, auf dem Platz und neben dem Platz.

Welche Ziele haben Sie noch für die erste Halbserie in der Bundesliga?

Villalba Ich will natürlich versuchen, einen Startelfplatz zu bekommen. Am Samstag war das ein erster Schritt für mich.

Was hat Ihre Familie in der Heimat gesagt?

Villalba Ich habe schon am Freitag angerufen, als ich erfahren habe, dass ich im Kader bin. Alle haben sich natürlich sehr gefreut und sind sehr stolz. Sie haben sich das Spiel in Paraguay angeschaut, es wird viel Bundesliga in Südamerika gezeigt. Mein Vater hat gleich nach dem Spiel angerufen, das tut er immer. Er sagt mir dann, was ich gut und nicht so gut gemacht habe. Und jetzt ist da ja auch noch Boba, der mit Tipps gibt (grinst).

Die nächste Gelegenheit, sich zu zeigen, steht für Villalba am Dienstag an. Da bestreiten die Borussen ein nicht öffentliches Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten VVV Venlo. Zuletzt gegen Duisburg hatte er ein beachtliches Kopfball-Tor erzielt, das würde er nun gern wiederholen. In der U23 kann er nicht spielen, das lässt die Spielordnung des DFB nicht zu. Nach der dürfen lediglich EU-Ausländer sowie Staatsangehörige aus neun Ländern eingesetzt werden, für die Ausnahmen hinsichtlich der Spielberechtigung gelten. Australien gehört dazu, so dass Kwame Yeboah spielen darf, Paraguay steht aber nicht auf dieser Liste. "Wir sind aber auch aus diesem Grund bemüht, immer wieder Testspiele zu bestreiten", sagt Coach Dieter Hecking.

 
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