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Borussia Mönchengladbach
Keine Antworten auf Augsburgs wilde Angriffe

Borussia Mönchengladbach: Keine Antwort auf Angriffe des FC Augsburg
Torschütze Oscar Wendt (Mitte) und die anderen Borussia-Profis blickten nach dem Abpfiff in Augsburg sparsam drein. FOTO: dpa, puc nic
Augsburg. Dieter Hecking hat nach einem unterhaltsamen Bundesligaspiel beide Mannschaften gelobt. Während Borussia eine gute halbe Stunde lang Minuten von ihrem gepflegten Kombinationsspiel profitierte, übte Augsburg in der restlichen Zeit immensen Druck aus.   Von Jannik Sorgatz

Mit jedem Schuss, der daneben ging, drüber flog oder von Yann Sommer abgewehrt wurde, wuchs die Verzweiflung der Augsburger Fans. Da ihre Mannschaft insgesamt 24 Schüsse abgab und bis zur 89. Minute hinten lag, kann man sich ausmalen, wie laut die stöhnenden Unmutsbekundungen kurz vor Schluss waren. Doch dann erlöste Sergio Córdova den FCA mit einem Tor, das sich 44 Minuten lang angekündigt hatte.

"In der zweiten Halbzeit muss ich Augsburg ein Kompliment machen. Da haben sie uns mit den vielen langen Bällen richtig Probleme bereitet, wir haben die zweiten Bälle nicht bekommen", sagte Dieter Hecking nach dem 2:2. "Irgendwann rutscht dann, wie so oft, doch noch einer durch. Letztendlich ist es natürlich ein gerechtes Unentschieden." 

Dass Borussias Trainer nicht sagte, seine Mannschaft könne froh sein, überhaupt einen Punkt geholt zu haben, hatte gute Gründe, die allesamt in der ersten Halbzeit zu finden waren. "Da war es zum Teil herausragend, wie die Mannschaft kombiniert hat. Leider haben wir es verpasst, vorzeitig die Zeichen auf Sieg zu stellen", sagte Hecking. Kurz vor der Pause war Thorgan Hazards Pfostentreffer die größte Gelegenheit, um das Stöhn-Potenzial der Augsburger frühzeitig einzudämmen. Doch dem Konjunktiv der vergebenen Chancen lief Borussia nach dem Seitenwechsel ähnlich hinterher wie dem Gegner.

Gedrückte Stimmung nach dem Abpfiff

Entsprechend gedrückt war die Stimmung nach dem Spiel. "Wenn du kurz vor Schluss 2:1 führst und noch das 2:2 bekommst, fühlt es sich natürlich wie eine Niederlage an", sagte Patrick Herrmann. 200. Bundesligaspiel für ihn, der erste Sieg beim FC Augsburg im siebten Anlauf, dazu der erste Doppelsieg zum Saisonstart seit 1995 für Borussia – es hätte aufgrund der Fülle seltener Ereignisse ein nahezu historischer Nachmittag werden können. Am Ende hatte nur Herrmanns Jubiläum bestand. "Das bedeutet mit sehr viel", sagte der 26-Jährige, "vor allem, dass ich alle Spiele für Borussia gemacht habe. So viele für denselben Verein, das schafft heutzutage kaum jemand."

Gladbachs beste Kombination in der 30. Minute hätte Herrmann beinahe selbst mit einem Treffer abgeschlossen, Oscar Wendt verwertete schließlich den Nachschuss. So riss zumindest eine Serie: Zum ersten Mal gewann Borussia trotz eines Wendt-Tores in der Bundesliga nicht, immerhin das zwölfte des Schweden war es. 

Dass die Mannschaft erneut in der zweiten Hälfte nachließ, diesmal deutlich früher als gegen Köln am ersten Spieltag, wollte Herrmann nicht auf fehlende Kondition schieben. "Wir haben Kraft und sind gut aufgestellt, was das Läuferische angeht. Deshalb war es eher eine Konzentrationsfrage. Unsere Konter sind verpufft, das hat Augsburg in die Karten gespielt", sagte er. Dem eher wilden als feinfühligen Angriffsspiel des Gegners hatte Borussia wenig entgegenzusetzen. "Augsburg hat viel Druck gemacht, von überall reingeflankt und seine Stärken im Kopfballspiel ausgespielt. Dafür müssen wir Lösungen finden", analysierte Herrmann. 

Zwei Wochen haben Trainer und Mannschaft nun dafür Zeit, am 9. September kommt nach der Länderspielpause Eintracht Frankfurt – zu einer Borussia, die saisonübergreifend seit acht Pflichtspielen ungeschlagen ist, dabei aber nur dreimal gewonnen hat.

 
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