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Borussia Mönchengladbach
Titel, Tore und ein Wechsel

Stindl muss nach Werner-Vorlage nur noch einschieben
Stindl muss nach Werner-Vorlage nur noch einschieben FOTO: afp
Mönchengladbach. Borussias Kapitän Lars Stindl sichert mit seinem dritten Treffer im sechsten Länderspiel den DFB-Triumph beim Confed-Cup. Matthias Ginter, der vielleicht bereits heute als Zugang vorgestellt wird, hat schon diverse Trophäen geholt. Von Karsten Kellermann

Das ist doch eine hübsche Frage für ein Gladbach-Quiz: Borussen, die in Endspielen großer Turniere mitspielten? EM 1972: Günter Netzer, Jupp Heynckes, Herbert "Hacki" Wimmer. WM 1974: Berti Vogts, Rainer Bonhof. EM 1976: Vogts, Bonhof, Wimmer. WM 2014: Christoph Kramer. Confed-Cup 2017: Lars Stindl. Nächste Frage: Borussen, die in Endspielen großer Turniere trafen? Wimmer 1972 zum 2:0 beim 3:0 gegen Russland. Und Stindl, der das 1:0-Siegtor gegen Chile erzielte in St. Petersburg.

Mithin ist Stindl der einzige Gladbacher, der das Endspiel eines großen Turniers für den DFB allein entschied. Und nie hat ein Borusse mehr Tore erzielt in einem Länder-Wettbewerb, zumindest nicht für Deutschland. Stindls drei Treffer werden nur vom Schweden Martin Dahlin überboten, der 1994 beim Weltturnier in den USA als Borusse viermal traf. "Ich bin ich sehr froh, dass wir vor dem Confed-Cup den Vertrag mit Lars verlängert haben", sagte Manager Max Eberl unserer Redaktion. Stindl, dessen Marktwert in Russland noch mal gestiegen ist, bleibt gelassen. "Ich freue mich einfach, dass ich mit meinen Toren einen entscheidenden Beitrag leisten konnte, die Truppe für ihren Aufwand zu belohnen", sagte Borussias Kapitän.

Was Stindl in Gladbach in der Saison verpasste, hat er nun in Russland getan: Er hat die entscheidenden Spiele gewonnen. Wichtig ist, im richtigen Moment die Nerven zu behalten, keine Kunststücke zu machen, sondern einfach das Einfache zu tun. "Ich stand fünf, sechs Meter ganz alleine vor dem Tor. In einem so wichtigen Spiel will man natürlich nichts falsch machen. Daher bin ich auf Nummer sicher gegangen, habe den Ball angenommen und eingeschoben", sagte Stindl.

Fotos: Matthias Ginter – Freiburg, Dortmund, Gladbach FOTO: dpa, rwe gfh

Als das Spiel vorbei war, klatschte Stindl mit Matthias Ginter ab. Gemeinsam Erfolge feiern - das würden die beiden Herren künftig gern in Gladbach tun. Stindl bringt Ginter quasi mit. Der 23-Jährige gab bekannt, er wisse, für welchen Klub er in der neuen Saison spiele und dass dies nicht Dortmund sei. Den Vornamen des Arbeitgebers wechselt er aber nicht, er bleibt Borusse. Vielleicht wird er schon heute in Gladbach vorgestellt.

Vier bis fünf Jahre dürfte sein Vertrag dann vermutlich laufen. Ginter hatte auch Alternativen. Wie Tottenham Hotspur. Doch er entschied sich für den Klub, der seit 2014 um ihn buhlt. Nähere Infos hat er sich nun beim Confed-Cup sicher von Stindl geholt. Was Borussia bekommt? Einen Defensivmann mit Erfahrung (137 Bundesligaspiele für Freiburg und Dortmund, zudem 14 Länderspiele) und einigen Titeln in der Biografie: Weltmeister 2014 (ohne Einsatz), mit dem BVB Supercup-Sieger und DFB-Pokalsieger sowie nun Confed-Cup-Sieger.

Zum Erfolgs-Kader von Russland gehörten in Marc-André ter Stegen und Amin Younes neben Stindl, dem Borussen, und Ginter, dem Bald-Borussen, auch zwei Ex-Borussen. Also ein Titel mit Gladbach-Spurenelementen. Lars Stindl posierte nach dem Finale auf einem Instagram-Foto stolz mit dem Pokal. Sechs Länderspiele hat er nun absolviert, drei Tore hat er dabei geschossen - eine starke Bilanz. "Ich hoffe, du hast noch ein paar Tore für Borussia aufgehoben", twitterte sein Teamkamerad Ibo Traoré.

Quelle: RP
 
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