| 12.24 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Lars Stindl hat noch Luft nach oben

Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl hat im DFB-Team noch Potenzial
Lars Stindl ging in der Torstatistik gegen San Marino leer aus. FOTO: dpa, nic
Nürnberg. Mit zwei Länderspielen in seiner Vita hat Lars Stindl schon einige Borussia-Größen hinter sich gelassen. Trotz wohlwollend gezählter eineinhalb Assists kann der 28-Jährige aber noch mehr zeigen. Womöglich ja beim Confed Cup. Von Karsten Kellermann

55 Minuten reichten Lars Stindl nicht. Er muss weiter auf seinen ersten Treffer für die Nationalmannschaft warten. Gegen San Marino schien das Debüt-Tor programmiert, doch es waren andere , die an diesem Abend in Nürnberg gegen den Fußballzwerg ihren Erstling feiern durften: Sandro Wagner, der dies sogar mit einem Dreierpack tat, Amin Younes und Julian Brandt. Stindl kam auf einen konkreten Versuch nach einer Hereingabe von Leon Goretzka, doch sein Schuss wurde abgeblockt. Zehn Minuten nach der Pause kam dann Timo Werner für Stindl.

Immerhin sammelte der Borusse quasi einen halben Tor-Assist ein: Seine scharfe Flanke von rechts konnte Wagner zwar nicht verwerten, doch in der Folge war die Verwirrung groß in der Abwehr des Gegners und schließlich schoss Julian Draxler den Ball ins Tor zum 1:0. Stindl hatte somit seine Aktien am, wie es im Fußball-Neudeutsch so schön heißt, Dosenöffner dieses Spiels.

145 Minuten Länderspielerfahrung hat Stindl nun eingesammelt, zweimal stand er in der Startelf und alles in allem kommt er auf eineinhalb Torvorlagen. Die gegen San Marino ist wohlwollend berechnet und natürlich inoffiziell, die in Dänemark war ganz konkret und ist statistisch erfasst: Nach Stindls Vorarbeit glich Joshua Kimmich aus zum 1:1. Die Bilanz des stindlschen DFB-Auftakts ist okay, doch er selbst weiß, dass er es besser kann.

Allerdings war gerade das Spiel gegen San Marino weniger sein Ding. Das deutsche Team versuchte vor allem mit hohen Bällen von der Seite hinter die Abwehrreihen des Gegners zu gelangen. So wurde San Marino dann weniger "stindelig" gespielt mit flottem Kombinationsfußball, der sonst der deutsche Plan ist, als dass es Wagner-Festspiele wurden mit dem viermaligen Vorbereiter Joshua Kimmig als Chef-Zulieferer vom Flügel. Bundestrainer Joachim Löw teste offenbar ganz konkret den Plan B.

In beiden Länderspielen bildete Stindl mit Wagner das Angriffsduo. Er sollte um den Hoffenheimer herumspielen, Lücken reißen, Räume schaffen. Die Konstellation mit einem eher klassischen Mittelstürmer-Typ an seiner Seite, der aber eben kein Edelfuß ist, kennt Stindl aus Gladbach: Dort spielte er gerade im zweiten Saison-Teil oft mit André Hahn zusammen.

Borussias Kapitän hat nun ein paar Tage Ruhe, bevor es nach Russland geht zum Confed-Cup. Australien (19.6.), Chile (22.6.) und Kamerun (25.6.) sind die deutschen Gegner, allesamt sind das sehr robuste Gegner, gegen die man sich Lücken auch erspielen muss. Das wäre ein hübscher Auftrag für Herrn Stindl, der all die wichtigen Räume zwischen den Linien gut kennt und gern auch findet. Kollegen fürs Kombinieren gibt es ja: Draxler, Younes oder Brandt zum Beispiel.

Stindl ist mit seinen beiden Spielen nicht nur Borussias 39. Nationalspieler geworden, sondern ist auch schon an ein paar Männer aus der Liste der DFB-Gladbacher vorbeigezogen: Peter Dietrich, Peter Meyer, Kalle Pflipsen und Bernd Rupp kamen jeweils nur einmal im Nationalteam zum Einsatz. Gleichauf ist Stindl nun mit Herbert Laumen, Hartwig Bleidick, Kalle Del‘Haye, Christian Hochstädter und Patrick Herrmann, die alle zweimal für Deutschlands A-Mannschaft spielten. Die Prognose sei erlaubt, dass Stindl während des Confed-Cup noch etwas klettert in dem Klassement.

 
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