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Borussia Mönchengladbach
Bénes wie Elvedi

Borussia Mönchengladbach: Laszlo Bénes wie Nico Elvedi
Laszlo Bénes bejubelt seinen Treffer gegen Hertha BSC. FOTO: dpa, mb htf
Mönchengladbach. Vor einem Jahr war der Schweizer Nico Elvedi der Shootingstar, nun ist es Laszlo Bénes. Der 19-jährige Slowake ist nun auch Nationalspieler. Von Karsten Kellermann

Es war perfekt. Am 5. April gehörte Laszlo Bénes zum ersten Mal zu Borussias Startelf. 16 Minuten später schoss er den Ball beherzt aus über 20 Meter ins Tor von Hertha BSC Berlin, dem Gegner an diesem Abend. Es blieb der einzige Treffer, weswegen der 19 Jahre alte Slowake am Ende der Held des Spiels war, der Siegtorschütze. Das deckte sich insoweit mit dem, was er einige Monate zuvor im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt hatte: Er habe davon geträumt, in der Bundesliga zu spielen, und da habe er das Siegtor gemacht. Der Fußball kann Träume wahr werden lassen.

Dass es nicht die Bayern waren, wie in seinen Träumen, mochte Bénes nicht stören, und zumindest ist es ja so, dass der deutsche Super-Klub in seiner Vita tatsächlich eine wichtige Rolle spielt. Denn am 19. März feierte er beim 0:1 gegen die Münchener sein Bundesliga-Debüt. Schon nach dem Kurzauftritt war Trainer Dieter Hecking guter Dinge, dass der junge Mann noch das eine oder andere Zeichen setzen würde bis zum Saisonende.

Nach der Heldentat gegen Berlin befand dann Sportdirektor Max Eberl: "Laszlo kann das nächste Talent sein, das bei uns für Furore sorgt." Wer sich fortan durch die Kommentarspalten der sozialen Netzwerke scrollte, der fand schnell heraus, dass Bénes bei den Borussen-Fans hoch im Kurs war. Viele hätten ihn noch viel öfter aufgestellt, als Hecking es tat. Zehn Einsätze hatte er insgesamt, und ein Tor schoss Bénes auch noch, im Elfmeterschießen des Halbfinals im DFB-Pokal. Da knallte er seinen Elfer total cool in die Maschen. Nervosität? Angst? Nicht bei Bénes.

Das hat sich ausgezahlt. Denn seit Samstag ist er A-Nationalspieler seines Heimatlandes. Beim 2:1 im WM-Qualifikationsspiel in Litauen durfte er die Nachspielzeit mitmachen - und stand dabei sogar mit dem Mann auf dem Rasen, den er im Interview als sein Idol definiert hatte: Marek Hamsik, der an diesem Tag mit seinem spielentscheidenden 2:0 wohl dafür gesorgt hat, dass Trainer Jan Kozak Bénes noch die Chance gab im Gefühl des sicheren Sieges. 113 Tage lagen zwischen seinem Bundesliga-Debüt und dem in der Nationalmannschaft. Man darf sagen: Bénes ist wohl der aktuelle Shootingstar der Borussen.

In der vergangenen Saison um diese Zeit war das Nico Elvedi, nur dass dessen Blitzaufstieg noch extremer war. Der Schweizer hatte einen Schnellstart in der Bundesliga, feierte am 28. Mai 2016 wie nun Bénes mit 19 sein A-Mannschafts-Debüt und fuhr dann mit den Eidgenossen zur EM. Er ist jetzt ständiges Mitglied des Schweizer Kaders.

Auch bei Elvedi lag der FC Bayern auf dem Karriere-Weg: Der Schweizer hatte beim 3:1 gegen den Rekordmeister sein Startelf-Debüt als Teil der damals von Ex-Trainer André Schubert eingeführten Dreierkette. Seither war er Stammkraft, er hat 59 Pflichtspieleinsätze in Gladbach. In der vergangenen Saison fehlte er einige Zeit, kam aber auf 35 Einsätze im Profi-Team.

Bénes und Elvedi hatten ihren Preis, als sie kamen. Zwei Millionen Euro kostete der Slowake, vier der Schweizer. Das Geld scheint gut angelegt. Elvedis Marktwert hat sich fast verdoppelt, der von Bénes dürfte sich ebenfalls schnell nach oben entwickeln nach seinem Nationalmannschafts-Erstling. Borussia ist für sie der nächste Entwicklungsschritt, weitere werden folgen - gewinnbringend für Gladbach.

In der neuen Saison soll es weiter vorangehen. Trainer Dieter Hecking hat gute Prognosen gestellt. Elvedi könne er sich im Abwehrzentrum als Nachfolger des zum FC Chelsea zurückgekehrten Andreas Christensen vorstellen, Bénes könne den zum BVB gewechselten Mo Dahoud im zentralen Mittelfeld beerben. Dass beide eine Chance, die sich bietet, zu nutzen wissen, haben sie gezeigt. Nun gilt es, sich weiter in der Bundesliga zu etablieren. Die Erwartungen sind indes gestiegen. Auch die eigenen. Und 2018 ist die WM. Genug Anlass für Träume also. Dass sie in Erfüllung gehen können, hat Bénes kürzlich erlebt. Geht es nach ihm, kann es so weitergehen.

Quelle: RP
 
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