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Borussia Mönchengladbach
Matthäus wünscht sich wieder ein Spektakel

Borussia Mönchengladbach: Lothar Matthäus wünscht sich Spektakel
Lothar Matthäus arbeitet mittlerweile als Sky-Experte. FOTO: dpa, ade nic
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach trifft am Dienstag im DFB-Pokal zu Hause auf Werder Bremen. Das bis dato letzte Aufeinandertreffen der zwei Teams in diesem Wettbewerb ging in die Geschichte ein. Von Karsten Kellermann

Es war der 1. Mai 1984. Diejenigen Fußballfreunde, die an diesem Abend ins Mönchengladbacher Bökelbergstadion pilgerten, um sich das DFB-Pokal-Halbfinale der Borussen gegen Werder Bremen anzuschauen, die hatten, vermutet rückblickend der damalige Gladbacher Torwart Uli Sude, schon einiges hinter sich. Eine Bollerwagen-Tour zum Beispiel, es war ja Vatertag.

Was an jenem Abend geschah, mag dem einen oder anderen dann tatsächlich vorgekommen sein wie ein Rausch. Denn das 5:4 nach Verlängerung für die Borussen, das war eines der verrücktesten Pokalspiele der deutschen Fußball-Geschichte: 3:1 führte Gladbach, Bremen glich aus, ging 4:3 in Führung, Hansjörg Criens schaffte mit dem Schlusspfiff das 4:4 und schoss dann in der Extrazeit ein seltsames, aber technisch hochwertiges Tor. Zwischendrin hatte es noch eine Unterbrechung gegeben, weil Rauchbomben flogen.

Bilder: Weihnachtsfeier bei Borussia Mönchengladbach FOTO: Wiechmann

Es war das bislang letzte Aufeinandertreffen beider Klubs im Pokal. Am Dienstag nun gibt es die Neuauflage im Achtelfinale des aktuellen Wettbewerbs. Die, die auf dem Platz stehen werden, waren damals, vor 31 Jahren, noch gar nicht geboren. Lothar Matthäus hingegen war mittendrin. Er war noch Borusse, es war seine letzte Saison, bevor er zum FC Bayern ging, und der Pokal sollte in seiner Abschiedsgeschichte von Borussia eine besondere Rolle spielen. Denn im Endspiel, das die Borussen durch den Erfolg gegen Bremen erreichten, verschoss er im Elfmeterschießen ausgerechnet gegen die Bayern. Seither ist er für die Borussen-Fans ein "Judas". "Wenn ich das Endspiel sehe, hätte ich mir vielleicht gewünscht, das Halbfinale nicht gewonnen zu haben, um mal bösartig zu denken. Man will immer gewinnen. Aber dann hätte ich mir zumindest den Elfmeter erspart", sagte Matthäus nun.

Nach dem Halbfinale der Gladbacher gegen Werder "hat man gedacht, das sei nicht zu toppen. Aber dann spielte Schalke gegen Bayern 6:6 mit drei Toren von Olaf Thon. Das war Pokal-Halbfinale pur in dem Jahr, so etwas wird es so schnell nicht mehr geben", sagte Matthäus. Gleichwohl erwartet er heute ein "Spiel mit typischem Pokalcharakter" zwischen Borussia und Werder. Matthäus definiert als Favorit die Gladbacher, die wohl länger auf Tony Jantschke verzichten müssen, der sich beim 0:5 in Leverkusen am Knie verletzt hat. Wenn auch die fraglichen Fabian Johnson und Ibo Traoré ausfallen, fehlen acht Borussen.

Doch auch mit dem reduzierten Kader ist es das Ziel, zumindest einen Teil der Geschichte von 1984 zu wiederholen, wie Matthäus vermutet. "Gladbach wäre sicher nicht böse, wenn es heute den gleichen Ausgang gibt, wie damals. Und wenn es wieder so ein Spektakel gibt, wäre es toll für die Fans", sagte er.

Quelle: RP
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