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Borussia Mönchengladbach
Favre setzt in St. Pauli auf Talente

Bilder: Das ist Andreas Christensen
Bilder: Das ist Andreas Christensen FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Die drei Youngster Andreas Christensen, Marvin Schulz und Mo Dahoud dürfen im Pokal auf eine Einsatzchance in der Startelf hoffen. Von Stefan Klüttermann

Als letzter Bundesligist steigt Borussia Mönchengladbach Montagabend (20.30 Uhr/Live-Ticker) beim Zweitligist FC St. Pauli in den DFB-Pokal ein. Für die Fohlen ist es ein ungewohntes Gefühl, von der übertragenden ARD als Livespiel der ersten Runde ausgewählt worden zu sein. Das Erste entschied sich zum einen für Borussias Partie, weil die Gäste als Premieren-Gast in der Champions League aktuell ziemlich "hip" sind in Fußball-Deutschland, zum anderen aber auch, weil das Duell Brisanz, Spannung und gute Stimmung im ungebauten Millerntor-Stadion verspricht.

Das ist Mahmoud Dahoud FOTO: afp, pst/dg

Und so gehen sie in Gladbach dieses erste Pflichtspiel der Saison dann auch an wie ein Bundesligaspiel, wie Sportdirektor Max Eberl in der Vorwoche eiligst versicherte. Es war indes eine Haltung, die längst nicht mehr überraschen kann, muss doch die Partie, in der Trainer Lucien Favre einen Gegner auf die leichte Schulter nimmt, erst noch erfunden werden.

Und so hat es dann eben auch nichts mit Überheblichkeit zu tun, sollte Favre in St. Pauli das defensive Zentrum seiner Elf mit zwei 19-Jährigen und einem 20-Jährigen bestücken. Es ist vielmehr ein Beweis, wie viel Qualität Favre seinen Nachwuchsleuten attestiert und sie dementsprechend ohne Zögern ins kalte Pflichtspielwasser wirft. Die beiden Innenverteidiger Andreas Christensen (19, kam im Sommer vom FC Chelsea) und Marvin Schulz (20, aus der eigenen Jugend) dürfen sich angesichts der Verletzungsprobleme von Kapitän Martin Stranzl jedenfalls berechtigte Hoffnungen machen, in der Startelf zu stehen. Der Däne Christensen gilt nach beeindruckend abgeklärten Auftritten sogar als gesetzt, statt Schulz stünden auch die erfahreneren Alvaro Dominguez und Roel Brouwers bereit.

Das ist Marvin Schulz FOTO: Dirk Päffgen

Die Planstelle im Mittelfeld neben Taktgeber Granit Xhaka scheint derweil aktuell Mo Dahoud (19, eigene Jugend) vorbehalten, auch weil Zehn-Millionen-Stürmer Josip Drmic sich noch an Favres Spielweise akklimatisieren soll und muss und deswegen in Lars Stindl der zweite namhafte Neue zuletzt aus dem Mittelfeld in die Spitze rückte. Dahoud gilt als Riesen-Talent, der Deutsch-Syrer bringt vieles mit, um in die Rolle des zentralen Strategen hineinzuwachsen, gönnt sich zuweilen aber noch den ein oder anderen Leichtsinns-Aussetzer zu viel. Nebenmann Xhaka tat seinerseits schon kund, wie angetan er von den Qualitäten Dahouds ist. Und Favre hat sich eh schon öfter als dessen großer Förderer geoutet.

Christensen, Schulz, Dahoud - drei Youngster spielen sich bei Borussia just in einer Phase in den Vordergrund, in der es ob gestiegener Ansprüche und Qualität schwieriger für Talente ist, den Durchbruch bei den Profis zu schaffen. "Wir haben noch viel vor uns und müssen noch hart arbeiten, aber wir sind auf dem richtigen Weg", befand Schulz dennoch schon im April. Er scheint Recht zu behalten.

Borussen schuften für Saisonstart FOTO: Dirk Päffgen
Quelle: RP
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