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Borussia Mönchengladbach
Dahoud ist wieder da

Das ist Mahmoud Dahoud
Das ist Mahmoud Dahoud FOTO: afp, pst/dg
Mönchengladbach. Zuletzt hatte er wenig Spielzeit, beim 2:0 von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Ingolstadt trumpft Mo Dahoud auf. Dafür gab es Lob von Trainer und Manager. Von Karsten Kellermann

Mahmoud Dahoud löste die Geschichte nonverbal. Er streckte den Daumen hoch, als er um ein Statement zum 2:0 seines Arbeitgebers Borussia Mönchengladbach gegen den FC Ingolstadt gebeten wurde. Alles gut, das war die Botschaft: Er hatte gespielt, zum ersten Mal von Beginn an in dieser Bundesliga-Saison, und er hatte gut gespielt, hatte viel Initiative und Kreativität gezeigt, hatte sich gut in die Zweikämpfe geworfen und ein Tor vorbereitet. Kurz: Er ist wieder da. Auf dem Platz wohlgemerkt, nicht mit Worten.

Dahoud ist keiner für große Interviews, etwas später gab es immerhin ein Zitat des 20-Jährigen auf der Internetseite des Klubs. "Ich freue mich, dass der Trainer mir wieder das Vertrauen geschenkt hat und ich wieder von Beginn an spielen durfte", erklärte Dahoud. Am vergangenen Mittwoch, als Borussia ohne Dahoud 1:1 in Leipzig spielte, war nicht abzusehen, dass er am Samstag erstmals zur Startelf gehören würde. Trainer André Schubert, dort gefragt nach der Situation des Hochbegabten, präsentierte eine recht lange Mängelliste. Nun gegen Ingolstadt kehrte Dahoud zurück und war, so erklärte Sportdirektor Max Eberl, für die "kreativen Momente" zuständig. Dahoud, der zuvor nur im Pokal in Drochtersen und beim 0:4 in Manchester zum Anfangsaufgebot gehört hatte, nahm das Spiel an - in allen Facetten, spielerisch, aber auch kämpferisch. Schubert war zufrieden ("Er hat es in der Situation auf der Position gut gemacht"), wollte sich sonst aber nicht weiter zum Thema äußern: "Er ist ein toller Junge, aber lasst ihn einfach mal in Ruhe."

Dahouds Talent ist europaweit bekannt, weswegen es konkretes Interesse an ihm gibt, unter anderem vom FC Liverpool, dem er mehr als 30 Millionen Euro wert sein soll. Eberl erklärte Dahoud aber für unverkäuflich. Trotzdem wurde viel über Dahoud geredet, und solche Sachen gehen an einem jungen Mann nicht einfach vorbei. Es schwirrt im Kopf herum und lenkt ab. So tat sich Dahoud bisher schwer, seine Leistung abzurufen. Gegen Ingolstadt war er aber voll da. "Mo war für den kreativen Moment zuständig, der das Spiel auf den Boden holen konnte, um Qualitäten zum Tragen kommen zu lassen. Das hat er gut gemacht", sagte Eberl.

Dahoud war der laufstärkste Borusse und bemüht, Ideen nach vorn einzubringen. Oscar Wendt nutzte eine zum 2:0. Ob es nur der Leipziger Rüffel war oder ganz einfach der richtige Zeitpunkt: Dahoud ist wieder da - und in dieser Verfassung ist er auch einer, der für Mittwoch infrage kommt, wenn der FC Barcelona kommt. Ob er sich bereit fühlt für die Herausforderung, dazu war von Dahoud nichts zu hören oder zu lesen. Fakt ist, dass er saisonübergreifend bei den sechs Champions League-Spielen unter Schubert jedes Mal zur Startelf gehörte.

In der wird am Mittwoch sicher Chefangreifer Raffael wieder stehen. Der "Maestro" fehlte am Samstag, da er noch nicht vollständig genesen war von seiner Adduktorenzerrung. Statt seiner spielte gegen Ingolstadt neben André Hahn vorne Fabian Johnson mit, der mit seiner Spielweise Ingolstadts Defensive beschäftigen sollte. Schubert war mit dem Experiment zufrieden. In der Summe hatte der Trainer also gut gelegen mit seiner Rotation - das Ergebnis gab ihm letztlich Recht. Dahouds hoch gereckter Daumen war das Symbol des Tages, für ihn selbst, aber auch für die Borussen. Das Vorspiel zum großen Champions League-Abend gegen den FC Barcelona ist gelungen.

Quelle: RP
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