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Borussia Mönchengladbach
Pechvogel Hinteregger sucht noch seine Rolle

Hinteregger und Nordtveit produzieren Billard-Eigentor
Hinteregger und Nordtveit produzieren Billard-Eigentor FOTO: ap
Gelsenkirchen. Der Eigentorschütze von Schalke hat auf der linken Seite inzwischen schon alles gespielt. In der Liga angekommen ist Martin Hinteregger noch nicht. Von Karsten Kellermann

Nun also mal wieder als linker Teil der Dreierkette: Beim 1:2 auf Schalke war die Position für Martin Hinteregger mal wieder eine andere als im Spiel zuvor. Seit der 23-Jährige im Winter auf Leihbasis von RB Salzburg an den Niederrhein kam, spielte er schon Innenverteidiger, linker Außenverteidiger, linkes Mittelfeld und eben links in der Dreierkette.

Trainer André Schubert braucht den robusten Österreicher irgendwie irgendwo links immer auf den Platz, aber Hinteregger selbst - das zeigte sich auch gestern – braucht noch Zeit, um irgendwie irgendwo links in der Bundesliga anzukommen. Sein Slapstick-Eigentor zum 0:1 trug da schon unglückliche Symbolik. Irgendwie. Und es war schon sein zweites nach dem beim HSV.

Das Duell zwischen dem einen "Hunter", wie Schubert Hinteregger auf einer Pressekonferenz mal nannte, gegen Schalkes "Hunter" musste dabei gestern von Beginn an ausfallen, weil Klaas-Jan Huntelaar nur auf der Bank saß. Gladbachs Hunter war dagegen mal wieder ab der ersten Minute dabei, weil a) in Oscar Wendt und Alvaro Dominguez eben die restlichen beiden Linken im Kader ausfallen, und weil Schubert b) in diesen Wochen nicht auf die Kopfballstärke des Österreichers verzichten will. In den klaren Duellen Mann gegen Mann, gerne eben in der Luft, sieht der erklärte Hobby-Jäger Hinteregger dann auch stets am Besten aus. Wenn er den Gegner bearbeiten kann, ist er in seinem Element.

Wenn es jedoch schnell wird, wenn jedoch wie auf Schalke zudem viel an Aufbauspiel auf ihn zukommt, wenn vor ihm viel Platz ist, der sinnvoll überbrückt werden will, dann ist die Nervosität, ja eine gewisse Unbeholfenheit in seinem Spiel zuweilen noch greifbar. Weniger Unbeholfenheit als mehr Pech war es aber dann, was zum Eigentor führte: Hinteregger spielte Ping-Pong mit Havard Nordtveit und bugsierte den Ball schließlich über die eigene Torlinie.

Hinteregger weiß, dass er gerade seine Probezeit in Gladbach durchläuft, und er will eben alles daran setzen, dass Max Eberl in den kommenden Wochen die Kaufoption im hohen einstelligen Bereich zieht. Denn die Perspektive für den Blondschopf liegt dabei klar und deutlich vor ihm: Nordtveit geht im Sommer, Martin Stranzl hört auf, Alvaro Dominguez' Rückkehr mag niemand zeitlich konkretisieren, und im ungünstigsten Fall ist Ausgleichs-Schütze Andreas Christensen nur noch bis 2017 in Gladbach. Hinteregger könnte - und soll im offensichtlichen Kalkül der Kaderplaner - also eine der Säulen der künftigen Borussen-Defensive sein. In der Innenverteidigung, wohlgemerkt.

Mit einem langfristigen Kontrakt in Gladbach die EM in Frankreich angehen - das wäre wohl ganz nach Hintereggers Geschmack. Für die anstehenden Länderspiele gegen Albanien und die Türkei nominierte Nationaltrainer Martin Koller ihn schon mal. Und im Prinzip hat Hinteregger seinen Kaderplatz für die Europameisterschaft auch schon sicher - zumindest den im offiziellen Panini-Sammelalbum für das Turnier. Das ging im Februar in den Druck, und die Redaktion entschied sich laut ORF für Hinteregger als eines der 20 Einklebebildchen des österreichischen Aufgebots.

Quelle: RP
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