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Borussia Mönchengladbach
Stranzl und die kleine, große Fußball-Welt

Borussia Mönchengladbach: Martin Stranzl und die kleine, große Fußball-Welt
Martin Stranzl trifft seine Ex-Kollegen wieder. FOTO: Dieter Wiechmann
Borussia hat prominente Beobachter im Winter-Trainingslager in Marbella. Ex-Spieler Martin Stranzl kann auf zwei gute Gründe verweisen, in Spanien vorbeizuschauen. Von Jannik Sorgatz, Marbella

Sechs Wochen ist es her, dass sich Martin Stranzl die Altlasten seiner Fußballkarriere aus dem Gesicht hat entfernen lassen – Metallplatten und Nägel, die ihn an schwere Verletzungen erinnerten. Das linke Auge ist noch leicht blutunterlaufen, aber die Operation Ende November war so etwas wie ein zweites Ende der Profilaufbahn. Das liegt nun alles hinter ihm, "vergiss' 2016 und sei bereit für 2017", schrieb Stranzl bei Instagram unter ein Foto, das ihn schwer lädiert im Bethesda-Krankenhaus in Gladbach zeigte. 

In Zukunft will der 36-Jährige als Spielerberater arbeiten. Der Anfang ist gemacht. Wie Borussia weilt Stranzl in Marbella, die Gründe für seinen Aufenthalt liegen sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart: Martin Hinteregger vom FC Augsburg ist einer seiner ersten Klienten. Während Gladbach trainierte, testete der FCA nebenan gegen den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar. Es ist auch ein großes Sehen-und-gesehen-werden an der Costa del Sol. Werder Bremens Trainer Alexander Nouri schaute vorbei, die Ex-Profis Oliver Kirch und Christian Weber waren da. Auch sie sind inzwischen in der Spielerberatung und im Scouting aktiv.

Wie eng im Fußball mitunter alles verknüpft ist, zeigte Hintereggers Tor für Augsburg gegen Borussia Mitte Dezember: Es besiegelte zu 99 Prozent das Ende der Trainerzeit André Schuberts in Gladbach und verhalf Augsburg Interimstrainer Manuel Baum gleichzeitig zum Job als Chefcoach. Auch Stranzl lässt sich in so ein Verbindungsnetz einfügen: "Grass Is Green" heißt die Agentur seines Beraters Thomas Böhm, für die er selbst jetzt in Düsseldorf arbeitet. Bremens Florian Grillitsch, noch ein Österreicher, ist ebenfalls ein Klient von "Grass Is Green". Im Sommer läuft der Vertrag des zentralen Mittelfeldspielers aus, der "Kicker " spekuliert, dass Grillitsch bereits woanders unterschrieben hat. Die Verbindung Grillitsch-Stranzl-Borussia wäre eine äußerst kurze. Aber auch dieses Gerücht ist nur ein Teil des großen, manchmal ganz kleinen Geschäfts.

(jaso)
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