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Borussias Ginter über Muskelverletzungen
"Man muss auch sportgerecht leben"

Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginter über Muskelverletzungen
Matthias Ginter ist Borussias Dauerbrenner. FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Matthias Ginter hat als einziger Borusse in dieser Saison noch keine Pflichtspielminute verpasst. Bei den vielen Muskelverletzungen seiner Kollegen glaubt der Verteidiger nicht unbedingt an Zufälle. Von Karsten Kellermann

Raúl Bobadilla saß nach 21 Minuten auf dem Boden und hielt sich den Oberschenkel. Wenig später verschwand der Stürmer mit Mannschaftsarzt Stefan Hertl humpelnd im Kabinengang. Nachdem gerade drei Namen von der Verletztenliste gestrichen worden waren – Oscar Wendt stand gegen 1899 Hoffenheim in der Startelf, Raffael und Fabian Johnson kamen später von der Bank –, kam sogleich ein neuer hinzu: Bobadilla fällt wegen eines Muskelfaserrisses "bis auf Weiteres aus", teilte Borussia am Sonntag mit.

Die Verletztenliste der Borussen bleibt so lang wie der Spielfilm zum actiongeladenen 3:3 gegen 1899 Hoffenheim. Nachdem in Denis Zakaria (Muskelfaserriss) und Jannik Vestergaard (Mittelfußbruch) zwei der bis dahin unverwüstlichen Feldspieler dieser Saison nun doch fehlen, sind Matthias Ginter, Nico Elvedi, Lars Stindl und Thorgan Hazard die vier Verbliebenen in dieser Kategorie.

Die Verletzten in der Saison 2017/18 FOTO: imago

Ginter ist wenig angetan von der Situation. "Ich hoffe, dass es in Zukunft ein Stück weit abgestellt wird, denn es ist ja für uns alle ein Problem, wenn es so viele Ausfälle gibt. Es gibt die Verletzungen, die im Spiel passieren, daran kann man nichts machen. Die Anzahl der Muskelverletzungen ohne Fremdeinwirkungen sind aber ein Thema, das uns alle beschäftigt, den Verein und die Spieler. Letzten Endes sind die Spieler die Leidtragenden, die, die verletzt sind, aber auch die, die spielen", sagte Ginter, der Borussia mit seinem fünften Saisontor das 3:3 gegen Hoffenheim rettete. "Ich stand zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagte er. Die Vorlage kam von Raffael, der nach seiner Einwechslung viel Schwung ins Spiel brachte. Es war erst Raffaels vierter Einsatz in diesem Jahr.

Ginter fand angesichts der Verletzungsmisere klare Worte und nahm seine Kollegen in die Pflicht. "Es gibt sicher Spieler, die anfälliger sind. Aber gerade was die Anzahl der Muskelverletzungen angeht, kann es nicht unbedingt Zufall sein. Wir haben schließlich nur eine Einfach-Belastung. Woran es genau liegt, kann ich nicht sagen. Die Trainingssteuerung und die Trainingsbelastung gehören dazu. Aber auch jeder einzelne Spieler. Ich glaube, dass sich Profis professionell verhalten müssen, um richtig fit zu sein. Viele Verletzungen kann man verhindern, wenn man sportgerecht lebt. Dazu gehören Regeneration und Ernährung. Man muss alles dafür tun, um gesund zu bleiben", sagte Borussias Abwehrchef.

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"Ich hoffe, dass einige Verletzte die Länderspielpause nutzen, um wieder zurückzukommen", sagte Ginter. Am Donnerstag kommt der FC St. Pauli zum Testspiel. Für Laszlo Bénes könnten da ein paar Minuten drin sein, vielleicht auch für Tobias Strobl. Die Rückkehrer vom Samstag, Raffael, Wendt und Johnson, werden dann sicher auch Spielpraxis bekommen.

 
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