| 21.30 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Ginter will ein Führungsspieler werden

Borussia stellt Ginter vor
Borussia stellt Ginter vor FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Matthias Ginters Rückennummer, die er mitbringt von Borussia Dortmund zu Borussia Mönchengladbach, passt mehr als 607.143-mal in seine Ablösesumme. Ginter hat die 28 zu seinem persönlichen Markenzeichen erkoren, entsprechend ist sein Trikot in Gladbach beflockt. Von Karsten Kellermann

Die 17 Millionen Euro sind die höchste Einmal-Summe, die Borussia je für einen Spieler zahlte, bei Granit Xhaka ergeben sich die 17 Millionen Euro aus der Summe der Teile: Neun Millionen sofort, noch mal acht Millionen beim Wechsel zum FC Arsenal gingen an Basel. Weswegen Ginter das Etikett "Rekordeinkauf" in Gladbach ein bisschen teilen muss.

So oder so: 17 Millionen Euro sind viel Geld für die Gladbacher. Sie hatten aber die Summe für besondere Fälle zurückgelegt - für den festen Erwerb des Dänen Andreas Christensen eigentlich. Als klar war, dass das nichts werden würde, war Ginter die Nummer eins auf der Liste. Das traf sich gut, denn der Weltmeister und Confed-Cup-Sieger plante, den BVB zu verlassen. Anders als 2014, als er Schwarz-Gelb vorzog, entschied er sich "von Herzen" für Gladbach. Seit Jahren lockt Borussia den Verteidiger, so lange kennt man sich schon, dass Ginter mit Manager Max Eberl "per Du" ist. Nun kam zusammen, was sogar von den Initialen des Spielers her bestens passt: Matthias Ginter = MG. Das gab es noch nicht bei Borussia.

Ginter kommt um zu "stranzln". Was bedeutet: Er will Leitwolf sein, Anführer, Chef, all das, was einer der Vorvorgänger in dem Job als Verteidiger war: Martin Stranzl. Der kann den Neuen sogar in Sachen Chef-Werdung beraten, denn Stranzl ist gerade zurückgekehrt als Co-Trainer der Gladbacher U19. In Freiburg, in ganz jungen Jahren, war Ginter schon einer der Anführer, beim BVB kam er nicht so in der Rolle an, weil er zwar viel Spiele machte, doch dies mal hier, mal da tat.

In Gladbach hat er den totalen Rückhalt von Trainer Dieter Hecking, der ihn vor einem Jahr schon nach Wolfsburg holen wollte, von Eberl und sicherlich auch von Kapitän Lars Stindl, dem Confed-Cup-Kumpel, mit dem er sich in Russland ausgetauscht hat über Borussia. Infos hat Ginter auch von Marc-André ter Stegen und Amin Younes, den Ex-Gladbachern, eingeholt. Das Feedback war gut, auch von Younes, und "das heißt was, er hat ja nicht so viel gespielt". Dass ihm auch Bundestrainer Joachim Löw geraten hat, den Weg zu gehen, bestärkte Ginter in seinem Entschluss.

Der Wechsel gibt ihm ein gutes Gefühl, es könnte eine wichtige Kurskorrektur für ihn sein. In Gladbach will er seine Entwicklung als Typ abschließen. "Wir haben einige im Team, die im letzten halben Jahr Führungsqualitäten entwickelt haben und ihn jetzt dabei unterstützen können", sagte Hecking. Ginter weiß, wie er das "Stranzln" angehen will: "Man muss auf die Jungs zugehen, sich schnell integrieren, in schwierigen Situationen vorangehen, das Team mitreißen. Vor allemmuss man Leistung zu zeigen. Es heißt ja, die Wahrheit liegt auf dem Platz."

Da wird sich dann zeigen, wie gut die 17 Millionen Euro, die Gladbach ausgegeben hat, investiert sind. Erster Eindruck: Ginters Auftritt gestern war souverän, seriös, professionell. Auch das sind Merkmale von Führungsspielern.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginter will ein Führungsspieler werden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.