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Borussia Mönchengladbach
"Höchst sensibel ans HSV-Spiel rangehen"

Borussia Mönchengladbach: Max Eberl: "Höchst sensibel ans HSV-Spiel rangehen"
Borussias Manager Max Eberl. FOTO: dpa, ade nic
Mönchengladbach. Borussias Sportdirektor Max Eberl über den Auftritt in Sevilla, die Chancen fürs Rückspiel und den Charakter der Partie in Hamburg. Von Karsten Kellermann

Borussia war am Mittwoch nach Sevilla gereist, um sich im ersten Zwischenrundenspiel der Europa League beim Titelverteidiger eine "gute Ausgangsbasis" für das Rückspiel zu erarbeiten. Genau das war im Vorfeld die Zielvorgabe von Sportdirektor Max Eberl. Und es war mehr drin als das 0:1, das letztlich auf der Anzeigetafel stand. Allein Oscar Wendt hätte die Geschichte freundlicher gestalten können. Zunächst vergab er eine Großchance, dann enteilte ihm vor dem entscheidenden Gegentor durch Vincente Iborra der Vorlagengeber. Eberl sprach nach dem Schlusspfiff in der Mixed-Zone des Estadio Ramón Sanchéz-Pizjuán über den Auftritt in Sevilla und schaute genauso voraus auf das Spiel morgen beim Hamburger SV.

Wie ordnen Sie die Niederlage in Sevilla ein?

Eberl Ich finde, dass wir beim Titelverteidiger ein herausragendes Spiel gemacht haben. Wir haben uns mutig präsentiert und uns mehr und bessere Torchancen als Sevilla herausgespielt. Aber wir haben sie nicht genutzt. Dann haben wir mit einem einfachen Angriff das Gegentor bekommen. Das ist ärgerlich. Jetzt geht es im Borussia-Park mit unseren Fans im Rücken darum, das Ding zu drehen. Wir müssen erst mal das 0:1 aufholen, das ist die Aufgabe, die wir zu erledigen haben. Aber das Spiel heute gibt mir den Mut, dass wir durchaus zu Hause gegen Sevilla bestehen können. Dann ist es eine Ausgangssituation, die machbar ist.

 

Das Team hat sich von der hitzigen Atmosphäre nicht beeindrucken lassen. Hat es eine Art Reifeprüfung bestanden?

Eberl Ich finde auch, dass wir in dem Hexenkessel die Ruhe bewahrt haben - trotz einiger früher und in meinen Augen unberechtigter Gelber Karten. Es war ein Spiel auf international hohem Niveau, und wir haben Sevilla die Stirn geboten. Eine bestandene Reifeprüfung ist es aber erst, wenn wir die K.-o.-Spiele gegen Sevilla überstanden haben. Am langen Ende zählen ja doch die Ergebnisse, und wir haben 0:1 verloren.

Was nehmen Sie mit nach Hamburg, außer dem Wissen, dass man mit dem Titelverteidiger der Europa League mithalten kann?

Eberl Es wird ein ganz anderes Spiel werden. Die Zeit für die Regeneration ist kurz, aber wir müssen uns natürlich dieser Aufgabe stellen. Es wird ein kompliziertes Spiel. Der HSV wird mit viel Enthusiasmus und Laufbereitschaft gegen uns spielen, wir sind geschafft vom Sevilla-Spiel. Wir müssen sehen, wer bereit ist für Hamburg, und die, die es sind, müssen es dann richten. Dass wir wieder rotieren werden, ist normal.

Das Spiel geht wohl wieder 1:0 aus, in welche Richtung auch immer - das scheint Borussias Standardergebnis zu sein. Dreimal wurde mit dem Ergebnis gewonnen, zweimal so verloren.

Eberl Das spricht ja erst mal für eine gute Defensive. Und dafür, dass wir immer wieder ein Tor erzielen können. Aber es spricht vor allem dafür, dass jedes Spiel sehr eng ist.

Sie haben die Rotation angesprochen. André Hahn war in Sevilla zwar dabei, stand aber nicht im Kader. Spieler wie er dürften nun morgen in Hamburg ihre Chance bekommen.

Eberl Wir haben jetzt fünf intensive Spiele gehabt. Gerade das Spiel in Sevilla hat viel Kraft gekostet. Das werden nun in Hamburg bestimmt einige andere Spieler ihre Chance bekommen, vielleicht auch André. Im defensiven Mittelfeld muss sowieso einer Granit Xhaka ersetzen, der ja die fünfte Gelbe Karte gesehen hat gegen Köln. Es gibt Havard Nordtveit, aber wir haben auch noch einen Mo Dahoud. Es wird eine andere Mannschaft auf dem Platz sein, aber bisher hat es gut geklappt, und Lucien Favre hatte immer ein richtig gutes Gespür für das, was zu tun ist.

Der HSV hat 0:8 bei den Bayern verloren, Borussia hat ein gutes Spiel beim Europa-League-Titelverteidiger gemacht...

Eberl ... was im Umkehrschluss nicht heißt, dass wir in Hamburg gewinnen. Es heißt viel mehr, dass wir höchst sensibel an das Spiel herangehen müssen und eben diese Gedanken nicht haben dürfen. Es geht bei 0:0 los und wird eine ganz andere Geschichte sein, als die beiden Spiele, die wir jetzt hatten. Der HSV wird mit viel Moral und Engagement spielen, wie es im Abstiegskampf sein muss. Wir müssen wieder die Ruhe bewahren und versuchen, dagegenzuhalten und unsere fußballerischen Qualitäten einzubringen.

Quelle: RP
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