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Borussia Mönchengladbach
Max Eberls Trainersuche in der Komfortzone

Das ist Max Eberl
Das ist Max Eberl FOTO: dpa, mb tba
Mönchengladbach. Max Eberl ist aktuell in der Komfortzone unterwegs. Das war vor zwei Wochen noch anders. Borussia hatte gerade das fünfte Bundesliga-Spiel in Folge verloren und nach dem 0:1 im Derby beim 1. FC Köln hatte sich unerwartet Cheftrainer Lucien Favre zurückgezogen. Gladbach war punktloser Letzter und stand drei Tage vor dem wichtigen Treffen mit dem FC Augsburg im Borussia-Park ohne sportlichen Anleiter da. Von Karsten Kellermann

Der Sportdirektor brauchte eine schnelle Lösung. Er traf, Stand jetzt, die richtige Entscheidung: U23-Trainer André Schubert übernahm die Profis. Er funktioniert. Dreimal gewann Borussia mit Schubert in der Bundesliga und lieferte in der Champions League trotz des 1:2 gegen Manchester City ein starkes Spiel ab. Schubert brachte das Team zurück auf den Pfad der Tugend - und sorgt so dafür, dass sich Manager Eberl ganz in Ruhe umschauen kann nach einem Trainer. "Es ist absehbar, dass es noch etwas dauern wird, bis wir die beste Lösung für Borussia gefunden haben", sagte Eberl.

Dank Schubert hat Eberl also Zeit - und Zeit ist in der hektischen Welt des Profifußballs ein hohes Gut. Zeit allerdings braucht der Eberl auch, hat er doch einen hohen Anspruch an die "dauerhafte Lösung": "Lucien Favre war der perfekte Trainer für uns, jetzt suchen wir den neuen perfekten Trainer." Eberl fahndet mit einem klar definierten Raster nach dem Mister X, der das Projekt Borussia künftig betreuen soll. Dass ein Trainer wie Augsburgs Markus Weinzierl passen würde, darf angenommen werden. Doch für den Moment geht nichts in dieser Personalie, das haben alle Seiten klargestellt.

8. Spieltag: Fakten

Noch ist die niederrheinische Trainer-Findungskomission im Suchmodus. Neben dem Namen Weinzierl dürfte Eberl weitere Namen auf der Liste haben, die das Merkmal "neuer perfekter Trainer für Borussia" erfüllen könnten. Die Offenheit, die Borussia in dieser Sache kommuniziert, und der undefinierte Zeitfaktor sind natürlich der Nährboden für Spekulationen. Egal, wo Eberl in diesen Tagen gesichtet wird, sogleich wird ein Zusammenhang mit der Trainersuche hergestellt.

Und jeder Trainer, der dem nach den Vorgaben der Fohlenphilosophie entwickelten Suchraster entspricht (Taktikfuchs, Liebhaber des Offensivfußballs, Teamentwickler, Nachwuchsförderer, Querdenker, et cetera), gerät leicht in den Verdacht, ein Kandidat zu sein. So geschehen bei Weinzierl, und auch bei dem Schweizer Pierluigi Tami, der lange im Nachwuchsbereich seines Heimatlandes tätig war und nun erfolgreich bei Grasshopper Zürich arbeitet. Es ist eine Spekulation mit Charme.

Dass Schubert Eberl Zeit verschafft, schadet in der Sache nicht. Denn Hast ist kein Merkmal einer qualitativen Suche. Und Eberl will Qualität. Es ist eine der wichtigsten Entscheidungen in seiner Zeit als Manager. Was in der Favre-Ära entstanden ist, soll weitergeführt und -entwickelt werden - mit neuer Ausrichtung. Eine große Aufgabe. Eberl wird an der Personalie gemessen werden. Bei Favre lag er 2011 richtig. Der war einen Tag nach der Trennung von Michael Frontzeck da.

Übersicht: So starteten die Bundesliga-Trainer der Borussia FOTO: rpo

Da war der "perfekte Trainer" frei verfügbar. Dass es nun einer ist, der auf dem Markt ist, wie Thomas Schaaf, Mirko Slomka oder Jens Keller, darf ausgeschlossen werden. Sonst hätte es längst weißen Rauch im Borussia-Park gegeben. Komfortabel ist, dass Eberl die für den Moment optimale Lösung gefunden hat: André Schubert. Wer Erfolg hat, ist im Fußball immer optimal.

Quelle: RP
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